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Olympia-Träume im Exil: Dresdnerin Anna Seidel trotzt Problemen

Shorttrack Olympia-Träume im Exil: Dresdnerin Anna Seidel trotzt Problemen

Die Seuchen-Saison mit der komplizierten Brustkorb-Operation ist abgehakt, doch die Olympia-Vorbereitung läuft für Anna Seidel und die anderen deutschen Top-Shorttracker nicht ohne Probleme. In den Niederlanden bringen sie sich in Form, um sich für die Winterspiele 2018 in Pyeongchang zu qualifizieren.

Anna Seidel

Quelle: dpa

Dresden. Die Seuchen-Saison mit der komplizierten Brustkorb-Operation ist abgehakt, doch die Olympia-Vorbereitung läuft für Anna Seidel und die anderen deutschen Top-Shorttracker nicht ohne Probleme. In den Niederlanden bringen sie sich in Form, um sich für die Winterspiele 2018 in Pyeongchang zu qualifizieren.

„Klar, ich vermisse das Zuhause“, sagt Anna Seidel, die nach ihrem Olympia-Auftritt vor dreieinhalb Jahren in Sotschi und Top-3-Platzierungen vor zwei Jahren im Weltcup zu den deutschen Olympia-Hoffnungen zählt. Nur etwa alle fünf Wochen kann sie ins heimische Dresden reisen, ihre Eltern sehen, sich um die direkte schulische Betreuung kümmern. „Das ist natürlich sehr anstrengend. Aber das Training macht Spaß. Es fühlt sich gut an, was die Holländer machen. Aber alles ist natürlich Gewöhnungssache“, berichtet die 19-Jährige vom Training im Exil von Utrecht.

Seit dem 19. Juli mussten die besten deutschen Shorttracker umziehen, weil nach dem Knatsch des Verbandes mit Trainer Miroslav Boyadziev kein Nachfolger gefunden wurde, der die Deutschen in ihrer Heimat professionell betreuen wollte.

Alles andere als optimal für die Athleten. Im Sommer sprang die Niederländerin Wilma Boomstra ein und bot den Deutschen eine Betreuung in ihrer nun fast 30 Athleten starken Trainingsgruppe an. „Unsere Trainingsgefährten sind erst 16 oder 17 Jahre alt, aber sie haben schon ein sehr gutes Niveau“, berichtet Seidel.

Und sie lobt ihre die Trainerin: „Wilma ist ein starke Persönlichkeit. Sie kann uns vor allem mental gut motivieren“. Ein Handicap ist aber, dass die Niederländerin bei den an diesem Donnerstag in Budapest startenden Weltcups nicht dabei sein kann. Dort wird der Dresdner Stützpunkttrainer Daniel Zetzsche das Team führen. Punkte für die Olympia-Tickets können bei den ersten vier Weltcups bis November gesammelt werden.

Die angespannte Situation mit den Atomwaffentests Nordkoreas macht ihr vor den Spielen in Südkorea Angst. „Man hat das stets im Hinterkopf. Aber es wird viele Sicherheitsmaßnahmen geben. Ein Nichtstart ist für mich jedenfalls keine Option“, sagt sie. Und: „Es sei denn Olympia wird abgesagt. Das wäre ein riesiger Einschnitt.“

Ein Vertrag mit Red Bull als neuem Hauptsponsor verleiht Anna Seidel Rückenwind, doch so ganz zufrieden ist sie mit ihrem Comeback noch nicht. „Ich vergleiche meine Leisungen immer mit denen vor dem schweren Sturz und der Operation. Es war kein einfaches Jahr, aber es hat mich stärker gemacht“, sagt sie zuversichtlich. Ihre Abiturzeit hat sie von zwei auf drei Jahre verlängert, doch die Fernbetreuung durch die Lehrer fällt ihr schwer. „Ich erhalte immer Aufgaben für die nächsten Wochen. Und jetzt kommt mein Mathe-Lehrer sogar nach Utrecht. Mathematik ist ein echtes Problem für mich“, gibt sie zu.

Gut hat sie die Querelen um Boyadziev weggesteckt, der sich in der vergangen Saison krankgemeldet hatte und dessen Vertag inzwischen aufgelöst wurde. „Ich weiß nicht, welche Unstimmigkeiten es zwischen ihm und dem Verband gegeben hat. Aber wir denken positiv: Das Training müssen wir selber gestalten. Wir können es eh nicht ändern“, sagt sie und blickt nach vorn: „Wir sind froh, dass wir mit der Staffel zweimal die interne Weltcup-Norm geknackt haben. Wir werden alle 110 Prozent für das große Ziel Olympia geben.“

dpa

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