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Sport Regional Oberbärenburger Bobpilotin Stephanie Schneider hofft auf Medaille
Sportbuzzer Sport Regional Oberbärenburger Bobpilotin Stephanie Schneider hofft auf Medaille
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12:44 11.03.2018
Vor der heutigen Entscheidung im Zweierbob der Damen liegen Stephanie Schneider (kl. Foto, l.) und ihre Anschieberin Annika Drazek in Pyeongchang auf Bronzekurs. Quelle: imago
Dresden

Francesco Friedrich hat bereits einen Olympiasieg für die Oberbärenburger Vereinsfarben erkämpft. Kann Bob-Pilotin Stephanie Schneider heute im Eiskanal von Pyeongchang das nächste Edelmetall für den Klub aus dem Erzgebirge holen? Nach den ersten beiden Läufen liegt die 27-Jährige mit der deutschen Top-Anschieberin Annika Drazek auf dem dritten Rang. Jedoch hat das Duo nur zwei Hundertstelsekunden Vorsprung vor US-Pilotin Jamie Greubel Poser.

„Wir haben noch viel Luft nach oben. Wir haben beide die Woche ein bisschen laboriert mit unseren Körpern. Wir kriegen es hoffentlich noch besser in den Griff“, erklärte Europameisterin Stephanie Schneider. Heim-Coach Gerd Leopold gab am Telefon gestern zu: „Leider sind beide ein wenig gehandicapt und konnten ihre Stärken am Start nicht so ausspielen wie gewohnt. Im ersten Lauf ist Steffi aber sehr gut gefahren, im zweiten waren einige kleine Fehler drin.“ Der Hintergrund: Drazek hatte sich beim Hürdentraining eine Sprunggelenksverletzung zugezogen und ihre Pilotin plagt sich mit Rückenproblemen. „Wir wussten deshalb, dass sie am Start nicht so explodieren können wie sonst“, so Leopold, der weiß, dass es ein ganz enger Kampf um die Plätze wird.

Für Schneider, die wie Skispringer Richard Freitag aus dem westerzgebirgischen Breitenbrunn stammt, sind es die zweiten olympischen Spiele. Vor vier Jahren in Sotschi war sie als Anschieberin unterwegs, belegte mit Anja Schneiderheinze einen für sie enttäuschenden zehnten Rang. Damals wollte sie das Handtuch werfen. Der damalige Bundestrainer Christoph Langen überredete sie jedoch, es an den Lenkseilen zu versuchen.

Auch der heutige Bundestrainer René Spieß ist von ihrem Potenzial als Pilotin überzeugt und meinte schon im Vorfeld der Spiele: „Wenn sie durchkommt, ist sie ganz vorn dabei.“ Immer wieder hatte sie allerdings mit Stürzen zu kämpfen, selbst auf der Heimbahn in Altenberg. Doch die früher als introvertiert geltende Athletin stabilisierte sich in diesem Winter von Rennen zu Rennen, feierte gleich drei Weltcup-Siege und wurde Europameisterin. Obwohl sie bereits Olympia-Erfahrung mitbringt, meinte sie vor dem Wettkampf in Südkorea ehrlich: „Als Pilotin trägt man natürlich eine ganz andere Verantwortung.“ Gerd Leopold, der sie seit geraumer Zeit unter seinen Fittichen hat, lobt ihre Entwicklung in dieser Saison, aber nicht nur auf sportlichem Gebiet: „Sie war sonst eine eher ganz ruhige, stille Frau. Inzwischen aber ist sie viel offener, zugänglicher und menschlich reifer geworden und hat sich super ins Team integriert.“

Zum Bob-Sport kam die Pilotin über einen Umweg – wie viele schon vor ihr. Sie startete 2006 als Leichtathletin. „Zum Sport treiben hat mich eigentlich meine Tante Roswitha Zobelt, die Olympiasiegerin im Rudern war, inspiriert“, erzählt sie. In Potsdam betrieb sie die Wurfdisziplinen. Doch ein Trainingsunfall bremste sie aus. Ihr damaliger Trainer riet zum Probetraining bei Bobtrainer Heinz Rieger. Es machte ihr auf Anhieb Spaß und so wechselte sie zunächst als Anschieberin ins Boblager.

Die ersten Erfolge an den Lenkseilen feierte sie 2016, als sie JWM-Gold gewann und WM-Vierte wurde. In ihrer Freizeit, die zuletzt allerdings eng bemessen war, zeichnet sie gern mit Kohle und sie fotografiert gern, würde das vielleicht auch später sogar zu ihrem Beruf machen. Doch noch konzentriert sie sich voll auf die Bob-Karriere und hat schon das nächste Ziel vor Augen: „Die Heim-WM 2020 soll für mich auf jeden Fall ein Highlight erden“, sagt sie. Heute aber fährt sie erstmal um Edelmetall bei Olympia.

Von Astrid Hofmann

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