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Sport Regional Neuer Titans-Boss Müller möchte mit Dresdens Korbjägern zurück in die Pro A
Sportbuzzer Sport Regional Neuer Titans-Boss Müller möchte mit Dresdens Korbjägern zurück in die Pro A
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09:31 19.10.2017
2017: Noch-Geschäftsführer Peter Krautwald (l.) reicht symbolisch den Ball an seinen Nachfolger Jörn Müller weiter. Präsident Thorsten Hinz ist einverstanden.  Quelle: Foto: Philipp Cherubim
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Dresden

 Jörn Müller war schon dabei, als die Dresden Titans noch als Dresden Demons reinen Amateur-Basketball spielten. Noch immer wirft der inzwischen 38 Jahre alte Ex-Kapitän als Center Körbe für den Verein – wenn auch nur noch spaßenshalber in der Bezirksliga-Mannschaft. Im November rückt der Familienvater bei den Titans aber wieder in die erste Reihe auf, denn zu Monatsbeginn übernimmt er den frei werdenden Posten von Geschäftsführer Peter Krautwald, der künftig in seiner Heimat Gotha die JBBL-Mannschaft des Bundesligisten Oettinger Rockets trainieren wird. Im DNN-Interview erläutert Müller seine Beweggründe, den neuen Job anzunehmen, was er mit den Titans erreichen will und wie er die Entwicklung des Vereins im letzten Jahrzehnt bewertet.

Frage: Was hat Sie gereizt, wieder mitten in den Dresdner Basketball-Zirkus zurückzukehren?

Müller: Ich bin ja gar nicht so weit weg gewesen, denn ich habe seit letztem Jahr wieder bei den Titans gespielt – mit der vierten Mannschaft in der Bezirksliga. Mitte des Jahres ist Peter Krautwald dann auf mich zugekommen und hat angedeutet, dass er nach Thüringen zurückgehen möchte. Er hat mich gefragt, ob ich Interesse hätte, bei den Titans mitzuarbeiten. Ich war gerade empfänglich für solche Fragen. Ich habe mich dann nach Gesprächen mit Peter und den Vereinsverantwortlichen wie Präsident Thorsten Hinz dazu entschieden, diesen Weg zu gehen. Im August haben wir uns geeinigt, dann habe ich meinem jetzigen Arbeitgeber InfraTec Dresden gekündigt. Diesen Monat bin ich noch dort, ab dem 1. November bei den Titans.

Was haben Sie bei InfraTec, einem Hersteller von Wärmebildkameras, gemacht, welche Qualifikationen bringen Sie jetzt mit?

Ich bin Betriebswirt, habe verschiedene Funktionen als Vertriebs- und Exportleiter und zuletzt als Leiter des Vertriebsinnendienstes gehabt und kann das Vertriebsdenken und die Führungskompetenz als Geschäftsführer hoffentlich gut in den Sportverein einbringen.

Ganz ohne Basketball ging es offensichtlich bei Ihnen nicht, oder?

Ich habe nie wirklich aufgehört, Basketball zu spielen. Seit ich vor zwölf Jahren von den Titans weg bin, habe ich noch zwei Jahre in Leipzig in der Regionalliga gespielt, dann wegen einer schweren Schulterverletzung kürzertreten müssen. In der Ober-, Landes- und jetzt in der Bezirksliga ging es weiter.

Soll das auch so bleiben?

Ja, das wird noch so weitergehen, solange ich noch geradeaus laufen kann.

Ihre Einarbeitung hat schon begonnen. Wie gut fühlen Sie sich auf die Amtsübernahme vorbereitet?

Die Übergabe erfolgt sehr sanft, wir sind seit anderthalb Monaten telefonisch in intensivem Kontakt. Peter Krautwald und ich sprechen fast täglich miteinander. Ich habe Anfang September Einblick in die Geschäftsunterlagen bekommen, seit Oktober treffe ich mich ein- oder zweimal wöchentlich mit Peter Krautwald und unserem Prokuristen Gert Küchler.

Sportlich war der Start des Pro-A-Absteigers in der Pro B mit drei Niederlagen bei nur einem Sieg nicht optimal. Wie bewerten Sie die aktuelle Situation?

Ich bin auch nicht zufrieden mit dem Auftreten der Spieler Petar Madunic und Steven Bennett, die gerade im Fokus stehen. Die beiden Ausländer funktionieren noch nicht wie gewünscht. Ansonsten sehe ich – trotz der drei Niederlagen – eine positive Entwicklung, weil wieder mehr mannschaftsdienlich gespielt wird. Die alte Basketball-Schule, von der ich ein Fan bin, wird wieder mehr gelebt. Der Start war zwar nicht gut von den Ergebnissen her, aber ich bin optimistisch, dass Trainer Nenad Josipovic das wieder gedreht bekommt. Seine Spielanlage, seine Philosophie finde ich super. Sie und sein Trainingsstil erinnert mich sehr an das, was unser erster Trainer Marcel Schröder einst propagiert hat. Das hat mir zwar als Spieler nicht immer gefallen, aber es hat uns als Mannschaft besser gemacht.

Was wollen Sie mit den Titans in den nächsten Jahren erreichen?

Ich möchte die Mannschaft genau wie die Vereinsführung in der Pro A etablieren. Das heißt aber nicht, dass der Aufstieg dieses Jahr das ausgegebene Ziel ist, sondern wir wollen in die Play-offs und dort so weit wie möglich kommen. Wir wollen möglichst viele Leute für den Sport begeistern. Mir hat an den ersten vier Spieltagen am wenigsten gefallen, dass wir von 1500 Zuschauern im ersten Heimspiel auf zuletzt 724 runtergesackt sind. Mein erklärtes Ziel ist es, die Halle vollzukriegen. Ich will Dresden für Basketball begeistern – wir wollen nicht vor 800, sondern vor 3000 Leuten spielen!

Was hat der Verein von heute noch mit dem der Anfangsjahre gemeinsam?

Eigentlich nur Gert Küchler, er ist von Anfang an dabei. Vieles hat sich in die professionelle Richtung verändert, die Strukturen sind viel besser als damals. Wir haben heute Büros, 25 Helfer, die vor dem Spiel die Banden aufbauen. Im ersten Jahr sind wir Spieler anderthalb Stunden vor dem Spiel in die Halle gekommen, um alle möglichen Sitze und Banden noch selbst aufzubauen.

Wie bringen Sie den neuen Job und die Familie unter einen Hut?

Ich bin seit letztem Jahr verheiratet, habe seit letztem Jahr auch einen Sohn, auf den ich sehr stolz bin. Wir wohnen im Haus der Schwiegereltern in Blasewitz, fühlen uns in Dresden wohl. Die Gefahr, dass ich nach Gotha ziehe, besteht also nicht (lacht). Ich möchte die Titans weiter voranbringen.

Ist Ihr Vertrag befristet?

Nein.

 

Von Jochen Leimert

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