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Mit Härte und Herzlichkeit – HC Elbflorenz erfüllt sich einen Traum

Handball Mit Härte und Herzlichkeit – HC Elbflorenz erfüllt sich einen Traum

Er dirigiert seine Spieler, zeigt Laufwege an, korrigiert und erklärt. Einmal hebt Christian Pöhler die Stimme, als seine Schützlinge die Anweisungen nicht so umsetzen, wie er es sich vorstellt. Auch beim Abschlusstraining arbeitet der Cheftrainer des HC Elbflorenz mit seinen Jungs hochkonzentriert.

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Christian Pöhler hat seine Mannschaft akribisch auf ihre Zweitliga-Premiere vorbereitet und hofft beim Bergischen HC auf einen erfolgreichen Auftakt.

Quelle: imago

Dresden. Er dirigiert seine Spieler, zeigt Laufwege an, korrigiert und erklärt. Einmal hebt Christian Pöhler die Stimme, als seine Schützlinge die Anweisungen nicht so umsetzen, wie er es sich vorstellt. Auch beim Abschlusstraining arbeitet der Cheftrainer des HC Elbflorenz mit seinen Jungs hochkonzentriert. Schließlich will der Zweitliga-Aufsteiger im ersten Punktspiel am heutigen Sonnabend beim Bergischen HC eine gute Leistung abliefern, sich vom Erstliga-Absteiger keinesfalls „abschlachten“ lassen. „Wenn wir an die zweite Halbzeit vom Spiel gegen Wetzlar anknüpfen können und das Ergebnis möglichst eng gestalten, bin ich zufrieden“, sagt Pöhler, der erstmals ein Team als Cheftrainer in eine Zweitliga-Saison führt, dennoch im Geschäft ein „alter Hase“ ist.

Obwohl der gebürtige Berliner, der in Zwickau aufwächst, demnächst erst 37 Jahre jung wird, kann er schon auf über 20 Jahre Trainererfahrung verweisen. Denn seine eigene Handball-Karriere wird gestoppt, als er mit 17 den zweiten Kreuzbandriss erleidet. Schon damals beginnt er als Übungsleiter Kindern das ABC seines Sports beizubringen. „Das hat mir von Anfang an Spaß gemacht“, erinnert er sich. Damals wie heute gilt, wenn er etwas macht, dann richtig. So startet er 1999 sein Studium an der DHfK in Leipzig. „Zugleich habe ich weiter in Zwickau im Nachwuchs gearbeitet und parallel in Leipzig ebenfalls Kinder betreut“, erzählt Christian Pöhler, der zugibt: „Als ich angefangen habe, war ich noch unbeleckt. Man wächst erst Schritt für Schritt hinein.“

Das aber gelingt ihm nicht nur schnell, sondern auch besonders gut. Hat er mit 17 bereits die C-Trainerlizenz in der Tasche, folgt mit 20 die B-Lizenz. Und er feiert Erfolge. Mit den Jungs vom Jahrgang 1989 wird er mit Motor Gohlis Nord zum Beispiel Sachsenmeister. Er ist Bezirksauswahltrainer und 2002 wird er bei Concordia Delitzsch als Assistent von Chefcoach Uwe Jungandreas mit 22 Jahren jüngster Co-Trainer in der zweiten Bundesliga.

Einst Lehrling bei Uwe Jungandreas

Zugleich aber ist er verantwortlicher Nachwuchskoordinator, hat Talente wie Silvio Heinevetter oder Rico Göde unter seinen Fittichen. Für den wissbegierigen, ehrgeizigen und erfolgshungrigen Jungtrainer beginnt damit eine prägende Zeit. „Vieles für meinen Job habe ich von Uwe gelernt. Vor allem, dass alles harte Arbeit ist, jeden Tag aufs Neue. Und dass man neben aller Härte nie den menschlichen Aspekt vernachlässigen darf. Man muss die Balance finden zwischen Härte und Herzlichkeit und muss den Jungs Vertrauen entgegenbringen.“ Im Jahr 2005 schließt Pöhler erfolgreich sein Studium ab. Seine Diplomarbeit schreibt er bei Mentor Berthold Fröhner, einem exzellenten Trainingswissenschaftler und Fachmann auf dem Gebiet der Videoanlayse. „Das war auch mein Diplom-Thema und ist bis heute mein Steckenpferd“, erklärt Pöhler, der 2005 auch den A-Trainerschein erwirbt – als damals jüngster Absolvent und Jahrgangsbester.

Zwei Jahre später wechselt er nach Magdeburg als hauptamtlicher Nachwuchstrainer, führt Ende 2007 mit Interimstrainer Helmut Kurrat die Bundesliga-Mannschaft, ist auch unter Michael Biegler als Assistent vor allem für die Videoanalysen zuständig. Von 2009 bis 2016 arbeitet er als Landestrainer Sachsen-Anhalt, dazu übernimmt er 2012 erstmals einen Cheftrainerposten beim Drittligisten Anhalt Bernburg, den er 2016 verlässt, um bei Elbflorenz nun höhere Ziele zu verfolgen.

„Ich habe von allen Trainern immer etwas mitgenommen und mich weiterentwickelt“, betont der zweifache Familienvater, dessen Söhne Simon (13) und Julian (5) übrigens lieber dem Fußball frönen. Ehefrau Kathrin, die er beim Studium kennenlernte, arbeitet als freiberufliche Dozentin unter anderem für den Landessportbund und vor allem im Kindersport. „Sie hat sehr viel Verständnis, sonst würde das auch nicht funktionieren“, weiß Pöhler die Rückendeckung daheim sehr zu schätzen.

Von seinen Schützlingen erwartet Christian Pöhler in der kommenden Zeit „eine extrem hohe Lern- und Einsatzbereitschaft“ und einen großen Teamspirit. „Den werden wir in dieser Liga brauchen, um zu bestehen. Da muss sich einer auf den anderen verlassen können.“ Dabei hat er in den letzten Tagen auch beobachtet, wie sich die Mannschaft unter der verstärkten Konkurrenzsituation entwickelt. „Natürlich bekommen jetzt nicht mehr alle die gleichen Spielanteile, aber dennoch müssen alle bereit sein, wenn sie gebraucht werden. Ich denke, auch da sind wir auf einem guten Weg.“

Göde lobt seinen Chef in höchsten Tönen

Co-Trainer Rico Göde, der letzte Saison noch als Spieler auf dem Feld stand, hat größte Hochachtung vor seinem Chef: „Er ist fachlich stark, ein moderner Trainer und akribischer Arbeiter, der für alles einen Plan hat und der sehr gut einzuschätzen weiß, wann die Spieler an ihre Grenze kommen. Natürlich legt er immer wieder den Finger in die Wunde, aber er lässt auch locker, wenn notwendig.“ So gibt´s gestern auch das übliche kleine Fußballspielchen zum Trainingsabschluss, bevor sich die Truppe per Bus auf die Reise zum ersten Gegner macht.

Von Astrid Hofmann

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