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Sport Regional Michéle Rütze träumt von einem Weltrekord
Sportbuzzer Sport Regional Michéle Rütze träumt von einem Weltrekord
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20:13 29.08.2017
Ein Hai ziert ihre Monoflosse, einen hat sie auch auf der Badekappe: Michéle Rütze geht immer mit ihrem Lieblingstier ins Wasser. Quelle: Foto: Steffen Manig
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Dresden

Michéle Rütze mag Tiere. Und manche haben für die 17-Jährige eine besondere Bedeutung. Da sind zum Beispiel die Schildkröten. Als sie vor acht Jahren mit der Familie im Urlaub unbedingt Wasserschildkröten beobachten wollte, fehlte noch der Tauchschein. „Den darf man erst ab 10 Jahre erwerben. Also habe ich ein Jahr später in den Ferien auf Lanzarote den Schein gemacht“, erzählt das aufgeweckte Mädchen, das natürlich auch zu Hause in Langebrück eine Schildkröte hat. Das Tauchen wird ab diesem Moment ihre große Leidenschaft. Wieder daheim melden die Eltern sie 2011 beim Tauchsportclub Dresden Nord an. „Die Unterwasserwelt ist für mich faszinierend. Man hat da seine Ruhe, es ist einfach entspannend“, so die Begründung des Teenagers, sich einer nicht alltäglichen Sportart zuzuwenden.

Seitdem sie 2012 die ersten Wettkämpfe bestritten hat, sind mittlerweile fünf Jahre ins Land gegangen. Fünf Jahre, in denen Michéle nicht nur ihre Begeisterung für das Schwimmen und Tauchen mit der Monoflosse für sich entdeckt, sondern sie mit ihrem Talent, enormen Fleiß und Willenskraft Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene einfährt. Der jüngste ist zugleich der bislang größte: Anfang August taucht sie bei der Junioren-Weltmeisterschaft im russischen Tomsk über 50 Meter zu Gold. Nach 17,10 Sekunden schlägt sie an der Anschlagmatte an und verweist die haushohe Favoritin Ekaterina Mikailushkina aus Russland überraschend auf Platz zwei. „Nachdem ich bei der JWM im vergangenen Jahr Vierte war, wollte ich unbedingt eine Medaille. Dass es aber zu Gold reicht, hätte ich nicht erwartet“, gibt sie zu. Seit 2015 gehört sie – als einzige Athletin der SG Dresden (Tauchclub Nord und Mitte bilden eine SG) – zur Jugend-Nationalmannschaft, holte mit der Staffel 2015 schon JEM-Silber und in diesem Jahr bei der EM der Großen Staffel-Bronze. Unter den Fittichen von Trainer Reiner Dietze hat sich die ehrgeizige Sportlerin immer weiter verbessert. „Anfangs gab es eine Flossenschwimmerin aus Plauen, die war in Sachsen schneller als ich. Das hat mich motiviert, ich wollte nicht immer nur Zweite sein“, erzählt sie lachend und sieht auch jetzt noch Reserven: „Meinen Start kann ich noch verbessern, auch bei Bein- und Schnellkraft zulegen.“

Obwohl sie in Klotzsche ein normales Gymnasium besucht, trainiert sie sechsmal pro Woche – dreimal in der Schwimmhalle, dreimal geht sie ins Fitness-Studio. Ohne die Unterstützung ihrer Eltern wäre in einer nicht geförderten Sportart alles nicht möglich. Sie sind „Fahrdienst“ und wichtigster Sponsor ihrer Tochter. „Eine Monoflosse kostet zwischen 500 und 600 Euro. Inzwischen habe ich zwei verschiedene, eine härtere für die Sprintstrecken und eine weichere für die längeren Distanzen. Und wenn wir drei Tage zu deutschen Meisterschaften fahren, dann zahlen die Eltern auch alles, genauso bei den Weltcups“, berichtet die Abiturientin, die sich etwas mehr Aufmerksamkeit für ihre Sportart wünscht. Leider gehört sie noch nicht zum olympischen Programm. Im nächsten Jahr will sich Michéle im Erwachsenenbereich etablieren. Irgendwann will sie einmal einen Weltrekord schwimmen. Mama Cornelia hat dafür einen besonderen Anreiz in Aussicht gestellt. Michéle zeigt ihren silbernen Kettenanhänger – eine kleine Monoflosse, auf der „shark attack“ eingraviert steht. „Wenn ich einen Weltrekord erziele, dann bekomme ich den Anhänger in Gold“, verrät sie. Und der Hai ist ebenfalls ein Tier mit besonderer Bedeutung für sie. „Haie sind schnell im Wasser. Aber für mich ist er interessant, seit ich einmal beim Eishockey bei den Kölner Haien war. Das fand ich toll und seitdem habe ich auf meinen Flossen, der Badekappe und wo es sonst noch geht, ebenfalls Haie“, lacht die Gymnasiastin, die mal Tierärztin werden will.

Von Astrid Hofmann

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