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Kriegerstein und Liebscher starten in die Kanu-Saison

Mit neuem Boot und frischer Motivation Kriegerstein und Liebscher starten in die Kanu-Saison

Die Sonne aus Florida haben sie mit an die Elbe gebracht. Das verriet Tom Liebscher bei der kleinen Saisonauftaktfeier des KC Dresden. Erst am Wochenende waren er und Steffi Kriegerstein aus dem Trainingslager im „Sonnenschein-Land“ zurückgekehrt. Bereits am 22. April steht die erste nationale Qualifikation für die neue Saison an.

Steffi Kriegerstein und Tom Liebscher taufen den Katamaran des KC Dresden.
 

Quelle: Astrid Hofmann

Dresden.  Die Sonne aus Florida haben sie mit an die Elbe gebracht. Das zumindest verriet am Montag Kanu-Olympiasieger Tom Liebscher bei der kleinen Saisonauftaktfeier des KC Dresden an der Oehmestraße. Erst am Wochenende waren er und die olympische Silbermedaillengewinnerin Steffi Kriegerstein aus dem Trainingslager im amerikanischen „Sonnenschein-Land“ zurückgekehrt. Bereits am 22. April steht für die beiden Dresdner Vorzeigesportler in Brandenburg die erste nationale Qualifikation für die neue Saison an.

Liebscher gibt zu: „Nach dem grandiosen Erfolg in Rio kam die Motivation nicht ganz so von allein zurück. Nach dem Lehrgang bei der Bundeswehr Anfang des Jahres und einigen Prüfungen im Studium fiel der Anfang doch noch etwas schwer. Doch jetzt stehen wieder neue Ziele vor uns.“ Um seinen Trainingsrückstand im Vergleich zu den Konkurrenten etwas aufzuholen, verlängerte der den Aufenthalt in Florida um eine Woche und schrubbte rund 1000 Kilometer auf dem Wasser. „Man merkt schon, dass die anderen angreifen wollen. Im letzten Jahr um diese Zeit hatte ich schon 2500 Kilometer in den Knochen, aber ich habe mich jetzt wieder ran gearbeitet“, ist der Modellathlet zuversichtlich.

Dabei muss er sich in Zukunft umstellen, denn bei den nächsten Olympischen Spielen in Tokio stehen beide Bootsklassen, in denen er in Rio startete, nicht mehr auf dem Programm. „Im Vierer geht es jetzt nicht mehr über 1000 m, sondern über 500 m, den Zweier über 200 m gibt es gar nicht mehr. Ich will auf jeden Fall bei der WM im August in Racice in einem Boot sitzen, das Medaillenchancen besitzt“, betont Liebscher, der sich im Hinblick auf die nächsten Spiele möglichst alle Optionen offen halten will.

Bei Steffi Kriegerstein ist die Sache etwas einfacher. „Ich konzentriere mich weiter ganz auf den Vierer, mit dem wir Silber geholt haben“, so die 24-Jährige, die schon etwas eher ins Training eingestiegen ist. Die jetzt ebenfalls für den KC Dresden startende Olympia-Zweite ackerte schon im Januar in Kienbaum, war im Februar drei Wochen im italienischen Sabaudia und nun drei Wochen in Florida. „Zwischendurch hatte ich mal einen kleinen Hänger. Aber da haben mir die Gespräche mit meinen Vierer-Kolleginnen Tina Dietze und Franziska Weber sehr geholfen, die mir berichten konnten, wie es bei ihnen nach den Spielen in London lief. Wir wollen in Racice möglichst an Olympiasieger Ungarn vorbeiziehen“, verkündet sie kämpferisch. Die Chancen stehen nicht schlecht, zumal bei den Ungarinnen eine wichtige Leistungsträgerin Mama wird und deshalb nicht mehr dabei ist.

Die beiden Olympia-Medaillen von Tom Liebscher und Steffi Kriegerstein trugen maßgeblich bei, dass es gestern noch eine besondere Bootstaufe gab. Nach 37 Jahren wurde endlich das alte Motorboot, mit dem Trainer Jens Kühn seine Sportler beim Training begleitet, ausrangiert. Mit Unterstützung des sächsischen Innenministeriums erhielt der Trainer einen nagelneuen hochmodernen Katamaran. „Das ist der gleiche Typ, der auch in Rio zum Einsatz kam. Er verursacht weniger Wellen und man sitzt erhöht und kann damit die Sportler viel besser sehen“, freut sich Jens Kühn. Das neue Wassergefährt kostet rund 11 700 Euro, dafür kamen vom Innenministerium 10 000 Euro, den Rest legte der KC Dresden dazu.

Von Astrid Hofmann

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