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Sport Regional Kerstin Tzscherlich lädt nach 22 Jahren im DSC-Trikot zu ihrem Abschiedsspiel
Sportbuzzer Sport Regional Kerstin Tzscherlich lädt nach 22 Jahren im DSC-Trikot zu ihrem Abschiedsspiel
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18:01 09.09.2015
So feierte der DSC 1999 seinen ersten Meistertitel. Der zweite folgte 2007 unter Trainer Arnd Ludwig. Quelle: M. Rietschel

Mit der 35-Jährigen hängt die letzte Spielerin jener Mannschaft die Schuhe an den Nagel, die 1999 den ersten Meistertitel und das bislang einzige Double für den DSC erkämpfte. Wir begaben uns vor dem großen Match auf Spurensuche, wollten wissen: Was ist aus den Meisterspielerinnen von 1999 geworden, welche Erinnerungen haben sie an Kerstin Tzscherlich?

Manche der einstigen Wegbegleiterinnen wie Beatrice Dömeland, Barbara Makowska und Katja Wühler werden sich am Sonnabend noch einmal das Trikot überstreifen und den Abschied mit "Tzscherli" gemeinsam feiern. Barbara Makowska und Beatrice Dömeland sind die beiden Spielerinnen, die dem DSC nach dem Karriere-Ende auch beruflich die Treue halten. Während die ehemalige polnische Nationalspielerin ihre Erfahrungen als Nachwuchstrainerin weitergibt, kümmert sich die studierte Sport- und Tourismusmanagerin "Micki" Dömeland als Inhaberin einer eigenen Agentur als freie Mitarbeiterin um das Marketing "ihrer" Schmetterlinge", hat sich besonders mit dem jährlichen DSC-Kalender weit über die Grenzen von Dresden einen Namen gemacht. Auch für viele andere Aktionen zeichnet sie verantwortlich, ist für Sponsoren eine begehrte Ansprechpartnerin und hat es nicht immer leicht, den stressigen Job und das Familienleben mit ihrem Partner Thomas Landgräber und den beiden Kindern Nina und Luis unter einen Hut zu bringen. Die 39-Jährige spielte nicht nur beim DSC mit Kerstin Tzscherlich, sondern auch in der Nationalmannschaft und schwärmt in höchsten Tönen: "Tzscherli war immer eine Bank. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie einmal geschwächelt hat. Und sie brachte stets Ruhe ins Spiel."

Besonders auf das Wiedersehen am Sonnabend freut sich auch Katja Wühler, die mit Kerstin Tzscherlich eng befreundet ist und extra aus Vilsbiburg anreist. "Ihre stoische Gelassenheit hat mich immer beeindruckt", sagt "Wühli", die noch bis 2010 für die Roten Raben Vilsbiburg schmetterte und zugibt: "Im Spiel waren wir dann zwar Konkurrenten, aber danach wieder ein Herz und eine Seele." Mit dem Volleyball ist die 34-Jährige immer noch eng verbunden. "Bis zur Geburt meines Kindes war ich in der Geschäftsstelle der Raben beschäftigt und ich hoffe, es geht nach der Elternzeit auch weiter", so die ehemalige Angreiferin, die oft ihre ehemalige Mannschaftsgefährtin Yvonne Zymara (jetzt Seebacher) trifft, die mit ihren Mann und zwei Kindern ebenfalls in Vilsbiburg vor Anker gegangen ist.

"Mit Tzscherli bin ich in Dresden oft um die Häuser gezogen, wir hatten immer viel Spaß. Ich glaube, ihr war anfangs gar nicht bewusst, was sie für ein Talent ist", erinnert sich Yvonne Seebacher, die Volleyball nur noch von der Ferne verfolgt, ab und zu zumindest im Sand pritscht und baggert, denn mit ihrem Büro-Job und der Familie ist die gebürtige Leipzigerin ausgefüllt.

Fehlen wird am Sonnabend leider auch die ehemalige DSC-Leitfigur und Spielführerin Peggy Küttner, die gerade mit ihren Kindern zur Kur auf Rügen weilt. Die 37-jährige Diplompsychologin verfolgt das Geschehen bei den DSC-Volleyballerinnen trotz ihres stressigen Jobs in der Justizvollzugsanstalt Zeithain und ihren Aufgaben als Mutter zweier Söhne noch sehr intensiv. "Für mich war damals schon klar, dass es so eine Annahmespielerin wie Kerstin nicht noch einmal gibt. Spannend fand ich besonders zu beobachten, wie aus dem schüchternen Küken, das wir damals übrigens Donald genannt haben, eine gestandene Führungspersönlichkeit wurde", meint Peggy Küttner, die sich in ihren Beruf täglich einer neuen Herausforderung stellen muss. "Es ist schon mit einem schwierigen Klientel nicht leicht, Erfolge kaum messbar wie vielleicht im Sport. Aber die Arbeit macht mir Spaß, sagt die ehemalige Vorzeigeathletin, die hobbymäßig noch einmal wöchentlich an den Ball schlägt.

Wie sie haben auch alle anderen Spielerinnen der einstigen Meistermannschaft beruflich ihren Weg gefunden und sind nach dem Leistungssport in ihrem neuen Leben angekommen. Und die meisten erinnern sich noch gern an 1999: "Es war eine tolle Zeit und wir hatten einfach eine coole Mannschaft, die zusammen durch dick und dünn gegangen ist", bringt es Dana Reinhardt auf den Punkt. Kerstin Tzscherlich war eine davon und am Sonnabend wird auch sie das Kapitel Leistungssport für immer schließen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.06.2013

Astrid Hofmann

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