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Johannes Vetters siegt – Lars Hamann (DSC) erneut nur Vierter

Speerwerfen Johannes Vetters siegt – Lars Hamann (DSC) erneut nur Vierter

Mit drei Würfen über 87 m und der Spitzenweite von 89,35 m – Meisterschaftsrekord – ließ Johannes Vetter der Konkurrenz keine Chance. Für Lars Hamann dauerte es bis zum vierten Durchgang des Speerwurf-Finales, ehe der DSC-Hoffnungsträger mit 81,07 m vorn anklopfte. Doch diese Weite reichte in Erfurt nur zu Rang vier.

Lars Hamann kam am Sonntag in Erfurt nicht über Rang vier hinaus. Mit 81,07 m konnte er auch kein dringend notwendiges Achtungszeichen mehr in Richtung WM setzen. Alle weiteren Versuche landeten vor der 80-m-Marke
 

Quelle: Wolfgang Birkenstock

Erfurt.  Als die Meisterschaften bei schwüler Hitze am Sonntag ein wenig vor sich hin dümpelten, packte Johannes Vetter den Speer aus und bot den 13 600 Zuschauern eine beeindruckende Show. Mit drei Würfen über 87 m und der Spitzenweite von 89,35 m – Meisterschaftsrekord – ließ der gebürtige Dresdner dem Olympiasieger Thomas Röhler aus Jena keine Chance und untermauerte seine Anwartschaft auf eine WM-Medaille.

Röhler kam anfangs mit dem Belag nicht zurecht, steigerte sich aber im fünften Versuch auf starke 85,24 m und meinte: „Wir liefern uns schon seit Saisonbeginn packende Duelle, pushen uns gegenseitig, respektieren uns sehr. Heute hat Johannes verdient gewonnen. Aus meiner Sicht müssen wir dem neuen Belag hier in Erfurt noch ein Jahr Zeit geben. Dann kommen wir gern wieder.“ Der Olympiavierte erwiderte: „Bis zur WM ist noch viel Zeit. Thomas wird sich sehr gut vorbereiten, ich ebenso. Wir werden unser Ding machen und gucken, was dabei raus kommt.“

Für Lars Hamann dauerte es bis zum vierten Durchgang des Speerwurf-Finales, ehe der DSC-Hoffnungsträger einigermaßen Sicherheit in die Würfe bekam und mit 81,07 m vorn anklopfte. Doch diese Weite reichte in Erfurt nur zu Rang vier. Hinterher räumte der 28-Jährige ein: „Ich habe schon seit zwei Wochen Timing-Probleme beim Abwurf. Das sind nur Nuancen und ist auch schwer zu erklären. Aber ein kleiner Fehler macht im Speerwerfen viele Meter an Weite aus. Die Energie verpufft, wird nicht richtig auf den Speer übertragen. Das ärgert mich sehr.“ Einmal sei er wie Röhler beim Anlauf weggerutscht, zudem musste er seine Spikes nach dem Einwerfen wechseln. Doch dies sei keine Ausrede.

Hinter dem überragenden Duo Thomas Röhler/Johannes Vetter hat Bundestrainer Boris Obergföll nun erst recht die Qual der Wahl. Das Nomierungs-Wirrwarr für die WM in London ist seit gestern komplett, weil mit dem DM-Dritten Bernhard Seifert – der Potsdamer stammt wie Röhler aus Jena – ein sechster Werfer die WM-Norm übertroffen hat. „Wir würden gern vier Speerwerfer nominieren“, sagte Cheftrainer Idriss Gonschinska. Doch dafür müsste der DLV den Titelverteidiger von 2015 oder Diamond-League-Sieger von 2016 stellen – beides ist nicht der Fall. Lars Hamann ist nach wie vor der Vierte der DLV-Rangliste hinter dem Mannheimer Andreas Hofmann, der auch im Durchschnitt seiner fünf besten Wettkämpfe vor dem Elbestädter liegt. Das dritte Kriterium spricht indes eindeutig für Hamann, denn er knöpfte Hofmann gestern beim Saisonhöhepunkt in Erfurt exakt sieben Meter ab. „Man weiß eben nicht, wie die Kriterien gewichtet werden“, meint der sächsische Landespolizist, der sich gestern mit nur einem 80-m-Wurf unter der WM-Norm nicht gerade beim Bundestrainer aufdrängte.

Wie auch immer: Hamann lässt sich nicht entmutigen, er hat schon die nächsten zwei Starts in Finnland geplant, „denn Wettkämpfe sind das beste Training“. Der erste Start im Norden ist bereits am Mittwoch. Hamann kann seine Speere nicht mitnehmen, „weil sie nicht in den Flieger passen“.

Das Sprichwort vom lachenden Vierten – auf Lars Hamann trifft es so gar nicht zu. Der Dresdner Speerwerfer ist wie schon im Olympiajahr 2016 auch in dieser Saison der „weinende“ Vierte in der hochkarätigen deutschen Leichtathletik. Auch in Erfurt schaffte er den Sprung – oder besser den Wurf – aus dieser Rolle heraus nicht. Dabei war er so stark in die Saison gestartet: Mit 86,71 m in Offenburg Mitte Mai warf der 28-Jährige Bestleistung und WM-Norm. Seitdem aber konnte er daran nicht mehr anknüpfen. In Riga gelang ihm Ende Mai noch einmal ein Wurf über 83 m, seitdem blieben alle Versuche unter der WM-Norm.

Insgesamt gab es an zwei DM-Tagen wenige Höhepunkte. In 34 Entscheidungen gab es sechs neue WM-Normerfüller. Robert Harting errang seinen zehnten DM-Titel seit 2007. Zu den Top-Leistungen zählten die Siegerweiten der Chemnitzer Dreispringer Kristin Gierisch (14,40 m) und Max Heß (17,24 m). Der Europameister begann mit zwei ungültigen Versuchen und bewies dann Nervenstärke.

Von Frank Schober und Astrid Hofmann

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