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Sport Regional Hamann widerspricht Vetter
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09:16 16.08.2017
Hamann kann die Giftpfeile seines einstigen Vereins- und Trainingsgefährten, die jener nach seinem Triumph in Richtung DSC verschickte, nicht ganz nachvollziehen. Quelle: Wolfgang Birkenstock
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Dresden

Den Triumph seines ehemaligen Trainingskollegen Johannes Vetter hat DSC-Speerwerfer Lars Hamann natürlich am Fernseher verfolgt. Sicher nicht leicht für den 28-Jährigen, der wie im vergangenen Jahr bei den Olympischen Spielen auch bei der WM in London trotz überbotener Norm als viertbester Deutscher daheim bleiben musste. Würde er für eine andere Nation starten, wäre er mit seiner Bestweite von 86,71 m in London wohl sicher dabei gewesen. Doch der Dresdner zeigt sich wie letzte Saison auch diesmal als fairer Sportsmann, gönnt Vetter den Erfolgt und sagt: „Ich freue mich über die sportliche Entwicklung von Johannes und seinen WM-Titel.“

Allerdings kann auch Hamann die Giftpfeile seines einstigen Vereins- und Trainingsgefährten, die jener nach seinem Triumph in Richtung DSC verschickte, nicht ganz nachvollziehen. Vetter hatte gesagt, man habe ihn in Dresden nicht entsprechend seines Talents und seiner Leistungen gefördert. Hamann sieht das etwas anders: „Als Polizist in der Sportfördergruppe Sachsen war er beruflich und auch sportlich auf einem sehr guten Weg bezüglich der Förderung. Auch in Sachen Training und Trainingslager wurde er gefördert, wenngleich anfangs noch nicht in vollem Umfang, weil er kein Kader war.“ Lars Hamann weist dazu auch auf die sportliche Entwicklung hin: „Wir waren von 2009 bis 2014 in einer Trainingsgruppe. In dieser Zeit hat er sich um mehr als 50 Meter gesteigert, das sind ca. 7,5 Meter pro Jahr!“

Vetter hatte in London moniert, dass er 2014 bei seinem Weggang nicht schlecht gewesen sei, aber auch nicht besonders gut. Damals war er gerade 21 geworden und warf 79,75 m. „Das war für dieses Alter stark“, hält Hamann dagegen. Zum Vergleich: Olympiasieger Thomas Röhler warf als 20-Jähriger 78,20 m und mit 21 Jahren übertraf er mit 80,79 m erstmals die 80-m-Marke. Lars Hamann glaubt: „Er hätte in Dresden in den darauffolgenden Jahren ebenso über die 80 m und weiter geworfen. Für mich ist es ein großer Verlust, damals wie heute. Ich habe nicht nur einen super Trainingspartner, sondern auch Freund verloren. Über 600 km ist eine gewaltige Distanz. Man sieht sich leider nur noch bei Wettkämpfen und in Trainingslagern. Wer weiß, wie die Dinge nicht nur in Dresden, sondern in der Welt stehen würden, wenn wir beide noch am selben Stützpunkt trainieren würden. So muss jeder für sich kämpfen. Sehr schade. Die sportliche Förderung und technische Schulung war in Dresden auf jeden Fall auch gegeben.“

Dennoch räumt der junge Familienvater ein: „Wir Speerwerfer hatten es anfangs nicht leicht in Dresden. Die Disziplin musste erst installiert werden und sich herauskristallisieren, dass es keine Eintagsfliege ist, sondern eine Zukunft hat.“ Das sei ein Prozess, der andauere, so der Schützling von Katharina Wünsche und Steffen Krüger, die beide ehrenamtlich ihre Athleten betreuen. Für die Arbeit in Dresden spreche aber derzeit auch die Entwicklung von Lisa Weißbach, meint Lars Hamann, der hinzufügt: „Dabei fehlt es nach wie vor an einem hauptamtlichen Trainerposten. Das liegt aber mehr oder weniger in den Händen des Landesverbandes und nicht in Vereinshand.“

Am Freitag wird der Dresdner nun seinen einstigen Trainingsgefährten und frischgebackenen Weltmeister wieder einmal persönlich treffen und ihm sicher auch noch einmal gratulieren. Denn beim 16. Werfertag in Thum treten beide an. Beim traditionellen Wettkampf ist ein Großteil der Weltelite im Speerwerfen versammelt. So starten auch Olympiasieger Thomas Röhler und der tschechische WM-Dritte Petr Frydrych.

Von Astrid Hofmann

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