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08:58 22.08.2016
Inmitten von Freunden, Bekannten und Verwandten hat Tom Liebschers Freundin Julia Küchler Tränen in den Augen. Quelle: Astrid Hofmann
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Dresden

Riesenjubel, Umarmungen, Freude pur – die Stimmung bei den rund 100 Vereinsmitgliedern, Sponsoren, Vertretern aus Politik und Sport, die am Sonnabend zum Public Viewing ins Bootshaus an der Oehmestraße gekommen war, hätte nicht besser sein können. Dafür sorgten die beiden Dresdner Kanuten Steffi Kriegerstein (WSV „Am Blauen Wunder“) und Tom Liebscher (KC Dresden) an diesem Nachmittag in Rio. Erst paddelte Kriegerstein mit dem K4 zu Silber, anschließend krönte Tom Liebscher mit dem Olympiasieg im K4 der Männer diesen grandiosen Tag. Mama Babette Kriegerstein, die vor dem großen Bildschirm wohl mindestens so nervös war wie ihre Tochter im Kajak, strahlte vor Glück: „Ich bin unsagbar stolz auf das Kind. Sie hat sich damit einen großen Traum erfüllt. Natürlich werden wir das noch gebührend feiern.“ Mit Tränen in den Augen erlebte Julia Küchler den Sieg ihres Freundes Tom Liebscher. Die 21-jährige Lehramtsstudentin war total aus dem Häuschen: „Jetzt fällt die ganze Last ab. Ich bin einfach nur unglaublich stolz auf ihn. Dieser Erfolg ist so verdient, wenn man sieht, wie viel harte Arbeit dahinter steckt“, meinte sie.

Für den ehemaligen KCD-Vereinschef Bernd Metzler war es ein ganz besonderer Feiertag: „Es ist das erste olympische Edelmetall für Dresdner Kanuten seit 36 Jahren. Die letzte Medaille hatte 1980 in Moskau Carsta Genäuß geholt. Und jetzt haben wir gleich Gold und Silber“, freute er sich, gab aber auch schmunzelnd zu: „Bei den Männern habe ich den Sieg erwartet. Da saßen ja wirklich nur Top-Athleten, alles Weltmeister, im Boot. Sowas kann keine andere Nation aufbieten. Ich finde, ohnehin haben unsere Kanuten in Rio ihre Leistungen gebracht, sie waren auf den Punkt fit.“ Bernd Spiller, Liebschers erster Trainer, verriet: „Ich gehe in ein paar Monaten in Rente. Das war auch für mich ein wunderbarer Abschluss. Ich hatte schon gehofft, dass sie gewinnen. Dass sie aber so klar vorn sind, hätte ich aber nicht erwartet.“ Eberhard Schmiemann vom WSV „Am Blauen Wunder“ zeigte sich ebenfalls stolz: „Für uns ist es natürlich eine Riesenfreude, erstmals eine Olympia-Medaille in unserem Bootshaus zu haben. Und es wird hoffentlich nicht die letzte bleiben. Steffi hat ihren Weg gemacht. Auch wenn sie manchmal bei Tests nicht ganz vorn war, aber immer, wenn es darauf ankommt, ist auf sie Verlass. Ihr Erfolg ist auch ein Ansporn für unsere jungen Talente.“

Bevor die beiden Dresdner Stars in der Heimat so richtig gefeiert werden können, steht für sie am Wochenende in Brandenburg noch die Deutsche Meisterschaft auf dem Plan.

Von Astrid Hofmann

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