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Sport Regional Ex-Hürdenläufer begibt sich aufs Eis
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09:15 15.11.2018
Silvio Schirrmeister (Mitte) ist der neue Vorsitzende des EV Dresden. Quelle: Sebastian Kositz
Dresden

Ein Zeitungsartikel und der siebte Sinn von Eisschnelllauf-Trainer Steffen Bobach waren schuld, dass sich Ex-Leichtathlet Silvio Schirrmeister aufs „Glatteis“ entführen ließ. Seit Juni dieses Jahres hat der ehemalige 400-m-Hürdenläufer als Vorsitzender des Eislauf-Vereins Dresden Verantwortung für Eisschnellläufer und Shorttracker übernommen. Zur Erinnerung: Der Olympia- und WM-Teilnehmer aus Neubrandenburg, der seit 2009 in Dresden lebt, hatte im September 2015 von einem Tag auf den anderen seine Karriere beendet. Der gelernte Bankkaufmann begründete dies damals sehr drastisch. Er sagte, dass er mit der dualen Karriere von Sport und Beruf, bei der er wöchentlich auf über 70 Stunden Einsatzzeit komme, nicht mehr leben könne. Er wollte jedoch schon damals gern auch seine Erfahrungen weitergeben, sich für Leistungssport und vor allem die Athleten engagieren. Eine Bewerbung beim sächsischen Leichtathletik-Verband schlug fehl. Dennoch startete er im Beruf durch, ist mittlerweile Leiter der Sparkassen-Filiale in Bühlau.

Als Bobach im Frühjahr besagten Zeitungsartikel las, in dem noch einmal über Schirrmeister und seine Ansichten zum Sport in Deutschland geschrieben wurde, kam ihm eine Idee. „Wir waren zu dieser Zeit händeringend auf der Suche nach einem neuen Vorstandschef für unseren Verein. Die Ansichten von Silvio fand ich sehr interessant, zudem kannte ich ihn noch als Sportler. Es war einfach mein siebter Sinn, dass ich sofort in die Filiale nach Bühlau bin“, berichtet Bobach lachend. Und die Zusage des ehemaligen Leichtathleten ließ nicht lange auf sich warten. „Ich habe das abends mit meiner Frau besprochen. Da wir seit sieben Monaten Eltern des kleinen Edwin sind, musste das natürlich auch zeitlich machbar sein. Ich bekam die Rückendeckung“, erzählt Schirrmeister. Dass er sich nicht in seinem angestammten Metier tummelt, habe einen einfachen Grund: „Da hat mich bisher niemand gefragt“, so der Wahl-Dresdner, der auch zugibt: „Ich hatte schon Anfragen, als Übungsleiter einzusteigen, aber dafür fehlt mir derzeit das nötige Feuer. Ich sehe meine Stärke eher darin, auf Funktionärsebene Netzwerke zu schaffen sowie Sportler und Trainer zu unterstützen, dass sie sich optimal um ihre Aufgaben kümmern können.“ Dass er kein Eissport-Insider ist, findet er sogar hilfreich: „Man ist absolut neutral und nicht irgendwie vorbelastet.“

Seine Vision für den Eislauf-Verein: Eisschnelllauf und Shorttrack in Dresden noch weiter nach vorn zu bringen. Kooperationen zu schaffen, die es Jugendlichen auch nach dem Abitur ermöglicht, weiter ihrem Sport erfolgreich nachzugehen. Die ersten Wochen bescheren dem neuen Boss und seinen Vorstandskollegen – die alle angetreten seien, um etwas zu bewegen, wie er betont – beschäftigt in den ersten Wochen vor allem sehr viel Kleinarbeit. „Wir müssen die neue Datenschutzverordnung umsetzen. Das ist für einen Sportverein ja gar nicht so einfach“, hört man ein leichtes Stöhnen heraus. Dann sollen die Verwaltungsarbeiten und -aufwendungen optimiert werden. Weitere Projekte sind die Beschaffung eines neuen Vereinsbusses für die Shorttracker und die Installation einer vereinseigenen Homepage. Das sind viele Aufgaben auf dem Tisch der Ehrenamtler, zumal sich der Verein mit seinen knapp 370 Mitgliedern wirtschaftlich eine hauptamtliche Geschäftsstelle nicht leisten kann.

Dass der neue Vorstandschef sich für die Probleme an der Basis interessiert, kommt auch bei den Athleten gut an. Shorttrackerin Bianca Walther findet das „echt cool“ und verrät: „Er ist der erste Vorstandschef, mit dem ich ein so intensives und gutes Gespräch hatte. Es ist natürlich schön, wenn man weiß, dass man einen Ansprechpartner hat, der noch dazu eigene Erfahrungen aus dem Leistungssport mitbringt.“ Silvio Schirrmeister findet diese Kommunikation ganz wichtig, gesteht aber: „Aufgrund der anderen Aufgaben konnte ich längst noch nicht mit allen sprechen.“ Bis zu zehn Wochenstunden wendet der junge Familienvater für das Ehrenamt derzeit auf, lässt sich aber auch nicht nehmen, möglichst zweimal joggen zu gehen oder Fahrrad zu fahren, um sich fit zu halten. Nur auf das „Glatteis“ wird er sich im wörtlichen Sinne nicht so schnell führen lassen, denn er meint grinsend: „Ich kann gar nicht Schlittschuhlaufen.“

Von Astrid Hofmann

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