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Sport Regional Eislöwen-Chef Schnabel ärgert sich über DEL-Spitze
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10:55 11.08.2016
Volker Schnabel ist enttäuscht von der DEL.   Quelle: Archiv
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Dresden

 Bill Stewart ist ein ehrgeiziger Trainer, der genau weiß, wie erfolgreich Eishockey gespielt wird. Das hat er seit seinem Amtsantritt im Januar auch bei den Dresdner Eislöwen schon bewiesen. Dass seine Schützlinge ihm vertrauen und seine Philosophie bereits verinnerlicht haben, freut den 58-jährigen Kanadier nach den ersten drei Trainingstagen: „Man sieht, dass die Mannschaft ihre Mentalität und die Einstellung geändert hat. Die Jungs haben im Sommer an ihrer Fitness gearbeitet. Ich habe ein gutes Gefühl.“ Das sei auch die Voraussetzung, um noch besser zu werden, den nächsten Schritt zu gehen und zu den absoluten Top-Teams der Liga zu gehören, wie der Coach bei der Eröffnungs-Pressekonferenz am Mittwoch betonte. Das Wort „Meistertitel“ nimmt er dabei nicht in den Mund, aber dass nach dem Erreichen des Halbfinales zumindest der Finaleinzug der nächste Schritt ist, ergibt sich fast von selbst.

Stürmer Steven Rupprich gibt zu: „Die Vorbereitung ist härter als alles, was ich in den letzten Jahren gemacht habe. Aber ich wusste, was auf uns zukommt. Deshalb habe ich im Sommer viel mehr Ausdauertraining absolviert, bin viel laufen gewesen. Ich bin auch die Treppen in der Eishalle schon hochgerannt, um mich schon darauf einzustellen“, verrät der 27-Jährige schmunzelnd. Denn dieses Trainingsmittel steht bei Bill Stewart in diesen Tagen besonders hoch im Kurs. Rupprich fügt noch an: „Wir haben einen Trainer, der weiß, wie man Spiele gewinnt. Wir folgen da absolut seiner Philosophie.“

Der Philosophie der DEL kann dagegen Eislöwen-Geschäftsführer Volker Schnabel rein gar nichts abgewinnen. Denn der geregelte Auf- und Abstieg zwischen DEL und DEL2 rückt erneut in weite Ferne. Die DEL2-Gesellschafterversammlung hat jetzt beschlossen, auf eine Klage vor einem Schiedsgericht zur Klärung der Frage, ob die von der DEL2 bei der DEL eingereichten Unterlagen zur Einführung von Auf- und Abstieg ab der Saison 2018/19 ausreichend waren, zu verzichten.

Zum Hintergrund: Eine Vereinbarung zwischen DEL und DEL2 hatte vorgesehen, dass sechs DEL2-Clubs bis zum 31. März dieses Jahres ihre DEL-Tauglichkeit auf Basis bestimmter Kriterien nachweisen sollten. So mussten neben einer Bürgschaft in Höhe von 816 000 Euro je Club auch die Stadionanforderung von einer Mindestkapazität von 4000 Zuschauern und die Erfüllung des DEL-Punktekatalogs mit 6000 Punkten im ersten Jahr (7000 Punkte im zweiten Jahr) nachgewiesen werden. Die DEL hatte die eingereichten Unterlagen von einer unabhängigen juristischen Instanz prüfen lassen. Diese war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Unterlagen nicht der Vereinbarung entsprachen. Wäre dies der Fall gewesen, hätte dies die Einführung von Auf- und Abstieg zwischen den beiden Profiligen nach der Saison 2017/18 bedeutet. Durch das Nachrücken der Fischtown Pinguins Bremerhaven in die DEL (für Hamburg) hatten sich die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Klage jedoch fundamental geändert, denn damit verliert die DEL2 einen potenziellen Kandidaten für die Erfüllung der Anforderungen.

Schnabel machte aus seinem Ärger am Mittwoch keinen Hehl: „Die DEL hat uns ein unmoralisches Angebot unterbreitet. Ich finde die Höhe unverschämt. Auch wenn einige Anforderungen erst verspätet erfüllt wurden, halte ich es für inakzeptabel, dass alles angezweifelt wurde. Ohne Auf- und Abstieg wird es für die DEL2 mittelfristig eine Katastrophe. Das ist in Deutschland Fans und Sponsoren nicht vermittelbar“, weiß Schnabel, der die Frage aufwirft, ob die DEL2 nicht wieder mehr eigene Wege gehen sollte. „Wir sind immer mehr zu einer Ausbildungsliga mutiert. Ich bin dafür, dass wir die U23-Regel abschaffen und die Kontingentstellen von vier auf fünf oder sogar sechs erhöhen“, so der Geschäftsführer.

Auch wenn in den nächsten zwei Jahren jeweils zum 31. März erneut Unterlagen eingereicht werden können, scheint derzeit eine Lösung nicht wirklich in Sicht.

Von Astrid Hofmann

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