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Sport Regional Dynamo-Fans hoffen auf ein ausverkauftes Geisterspiel am Sonntag gegen Ingolstadt
Sportbuzzer Sport Regional Dynamo-Fans hoffen auf ein ausverkauftes Geisterspiel am Sonntag gegen Ingolstadt
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22:39 09.09.2015
Dresden

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Dresden (DNN). Die Fans von Hansa Rostock haben es nicht geschafft, aber die Anhänger von Dynamo Dresden könnten es tatsächlich packen: für ein ausverkauftes Stadion zu sorgen, obwohl sie selbst nicht hinein dürfen. Bis gestern Abend um 18 Uhr waren stolze 16 993 Karten für das "Geisterspiel" am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den FC Ingolstadt weg. Damit haben die Fans der Schwarz-Gelben den Hansa-Anhang längst überholt, der 12 000 Karten für das "stille Duell" gegen Dynamo (2:2) am 18. Dezember geordert hatte.

An der Kasse im Dynamo-Fanshop waren die erst seit Montag im Angebot befindlichen "Geistertickets" auch gestern der Renner. Aber warum geben Leute Geld für eine Veranstaltung aus, von der sie ausgesperrt sind? Bernd Burghausen (60) aus Dresden überlegt da nicht lange: "Als Fan muss man was für Dynamo tun. Dem Verein haben ein paar Chaoten schwer geschadet. Das muss wirklich nicht sein. Gegen diese Schwachköpfe müsste noch viel härter durchgegriffen werden." Burghausen hat sich ein "Geisterticket" geholt, obwohl er eine Dauerkarte besitzt und eigentlich schon einmal Eintritt für das Ingolstadt-Spiel bezahlt hat. Natürlich wäre er lieber im Stadion, aber nun werde er eben mit Freunden auf Sky mitfiebern, "damit wenigstens etwas Atmosphäre aufkommt".

Zum Public Viewing geht am Sonntag auch Lars Keller (24) aus Radeberg - natürlich mit "Geister- ticket". Für ihn ist das eine Sache der Ehre: "Ich bin Mitglied und möchte meinen Verein so gut wie möglich unterstützen." Im Vereinsheim des Radeberger SV hofft er auf die Gesellschaft Gleichgesinnter und - na logo! - einen Sieg der SGD.

Antje Thiede (37) aus Dresden hat sechs virtuelle Eintrittskarten gekauft und überlegt, mit Familie und Freunden zum öffentlichen Gucken in die Sachsenwerk-Arena zu gehen. "Diese Aktion ist typisch Dynamo, da muss man dabei sein." Sie wünscht sich, dass das leere Stadion ausverkauft ist: "Mit den Dauerkarten zusammen könnte es klappen. Ein ausverkauftes ,Geisterspiel' - das hätte schon was. Aber bitte: einmal reicht dann auch!"

Falko Ringel (34) aus Dresden hat "Geistertickets" gekauft, "weil der Verein nichts dafür kann, was einige Idioten gemacht haben und Dynamo das Geld dringend braucht". Er will das Spiel mit Kumpels auf auf Sky gucken.

Dazu kommt Martin Goldmann (27), ebenfalls ein Dresdner, gar nicht erst, weil er selbst zur gleichen Zeit Fußball spielt. Ein "Geisterticket" hat er trotzdem gekauft - "aus Solidarität".

Bernhard Wolf (33) wird das Radio einschalten. Der Familienvater aus Dresden, der mit drei kleinen Kindern in den Fanshop gekommen ist, geht nur gelegentlich ins Stadion, will aber mit dem Kauf von fünf "Geistertickets" ein kleines Zeichen gegen das harte Urteil des DFB-Bundesgerichts setzen: "Das ist eine Sauerei gewesen. Mich stört vor allem, dass bei der Bewertung der Randale mit zweierlei Maß gemessen wird. Warum die Ostvereine so hart bestraft werden, verstehe ich nicht." Zwei Karten hat er für Kollegen gekauft, eine bekommt der Großvater: "Der Opa Helmut hat nämlich am Spieltag Geburtstag."

Mannschaft und Trainer sind für die phänomenale Unterstützung dankbar. "Das ist unglaublich", meint Stürmer Pavel Fort, "aber natürlich ist es schade, dass die Leute nicht rein dürfen. Mit unseren Fans im Rücken legt man automatisch noch einmal 20 bis 30 Prozent drauf. Wir werden trotzdem alles geben." Trainer Ralf Loose sagte: "Dass die Aktion so gut läuft, ist eine tolle Geschichte - nicht nur symbolisch, sondern auch wirtschaftlich, denn wir wollen die Liga dauerhaft sichern."

Filip Trojan muss derzeit wegen einer Muskelverhärtung pausieren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.03.2012

Jochen Leimert

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„Dresden ist anders". Zumindest beim Fußball trifft dies zu. Für das Geisterspiel gegen Ingolstadt kauften die Fans binnen zwei Tagen mehr als 12.000 Eintrittskarten ohne Gegenwert, regelmäßig werden riesige Choreografien erarbeitet, zudem ist Dynamo Dresden der wohl einzige Verein, der selbst auswärts oft Heimspiele hat, beispielsweise, wenn bis zu 20.000 Fans ihr Team nach München begleiten.

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