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Sport Regional Dynamo Dresden meidet nach dem Klassenerhalt ein klares Bekenntnis zu seinem Trainer
Sportbuzzer Sport Regional Dynamo Dresden meidet nach dem Klassenerhalt ein klares Bekenntnis zu seinem Trainer
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17:54 09.09.2015
Dresden

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Geschäftsführer Christian Müller vermied es schon am Abend, an dem Dynamo mit letzter Kraft den Absturz in die Drittklassigkeit abwendete, dem 53-jährigen Coach und Sportchef Steffen Menze offensiv den Rücken zu stärken: "Herr Menze hat einen Vertrag für die Zweite Liga, Herr Pacult auch. Wir werden gleichwohl - und das sind wir auch den Anhängern schuldig - mal die Rückrunde, aber auch die ganze Saison aufarbeiten und versuchen, herauszufinden, warum wir trotz einer - wie ich finde - immer noch gut zusammengestellten Mannschaft es erst auf der Ziellinie für uns entscheiden konnten. Das werden wir ganz ergebnisoffen diskutieren." Der Kölner kündigte an, bei der Entscheidungsfindung auch auf das Urteil von Dynamos Altinternationalen Wert zu legen. Gemeinsam wolle man herausfinden, was man besser machen kann. Zeit, sich zurückzulehnen, habe man in der Vereinsführung keineswegs: "Urlaub haben die Spieler, die haben sich das jetzt verdient. Wir haben keinen Urlaub und werden mal nachdenken." Ohnehin sei für gestern eine Gremiensitzung angedacht gewesen.

Die Tagung beschäftigte sich zwar in erster Linie mit der Frage, ob Dynamo weiter juristisch gegen den Pokalausschluss vorgehen soll, doch am Rande waren ganz sicher auch die Personalien Pacult und Menze ein Thema. Dazu näher äußern wollte sich öffentlich aber keiner der Funktionäre. Präsident Andreas Ritter verwies auf den kommenden Montag, an dem der Aufsichtsrat tagt: "Bis dahin gibt es keinen Kommentar, nichts Konkretes." Er habe massenhaft Glückwünsche zum Klassenerhalt bekommen, die Meinungen zum Trainer seien dabei aber sehr geteilt gewesen: "Die waren so bei 50:50." Aufsichtsratschef Thomas Bohn, der im Dezember Pacults Verpflichtung begrüßt hatte, war schon am Dienstagabend um jeglichen Kommentar zur Lage verlegen. Der Unternehmer ging nach dem Abpfiff in den Stadion-Innenraum und gratulierte dem Wiener zum Klassenerhalt. Besonders innig schien die Umarmung vorm Spielertunnel aber nicht zu sein.

Pacult stanken die Gerüchte um seine Person derweil gewaltig: "Es ist traurig genug, wenn man so einen Abend hernimmt und dann mit so einer Geschichte kommt. Es kommt aber kein Journalist und sagt, wer hat dieses Gerücht verbreitet." Jetzt habe man den Zirkus. Genießen konnte es Pacult so nicht, dass er anders als 2006 den Klassenerhalt mit den Schwarz-Gelben geschafft hatte. Nur kurz war der Moment der ungetrübten Freude, als Schiedsrichter Peter Gagelmann - in der Vergangenheit kein Pacult-Freund - endlich abgepfiffen hatte. In der Pressekonferenz gestand der Wiener: "Wir hätten diese Relegation vermeiden können. Umso schöner ist dieser Tag. Ich freue mich riesig für die Mannschaft, ich freue mich natürlich noch mehr für die Fans, den Verein. Ich kenne ja ein bisschen das Umfeld, weiß, dass jeder Fan mit dem Herzen am Verein hängt. Noch einmal den Schritt zurück zu machen, das wäre nicht schön gewesen." Er bekräftigte, Trainer bleiben zu wollen: "Ich weiß, was in meinem Vertrag steht." Dann ging er mit dem Trainerteam feiern, ohne sich noch einmal umzudrehen.

Gestern Vormittag verabschiedete er die Mannschaft in den Urlaub und sah darüber hinweg, dass einige Spieler arg angegraut um 11 Uhr erschienen waren. Ein von der großen Sause gezeichneter Florian Jungwirth berichtete: "Es war eine sehr, sehr schöne Nacht. Wir haben bis kurz vor Treffpunkt gefeiert, aber das haben wir uns auch verdient. Peter Pacult hat uns nur zum Spiel und der guten Rückrunde gratuliert." Neue Informationen zu Pacults Zukunft habe es nicht gegeben: "Das ist jetzt eine Sache, die der Verein mit dem Trainer treffen muss. Egal wie das ausgeht, können wir uns alle bei Pacult bedanken. Er hat viel für uns gemacht. Wir haben uns im konditionellen Bereich sehr verbessert und gezeigt, was wir im Stande sind zu spielen, vor allem in der Rückrunde und zu Hause." Pacult wird es gern gehört haben, bevor er in seinem schwarzen Audi nach Leipzig fuhr, um seinem früheren Klub RB Leipzig bei dessen 2:0-Sieg über Lotte zuzuschauen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.05.2013

Jochen Leimert

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