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Sport Regional Dynamo Dresden erkämpft Auswärtspunkt: Janßens Mut wird belohnt
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18:19 09.09.2015
Neuer Geist, neue Taktik: Olaf Janßen setzte in Düsseldorf auf Angriff, das zahlte sich aus. Quelle: osnapix / Titgemeyer
Düsseldorf

Bei Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf erreichte die Truppe um Kapitän Romain Brégerie ein achtbares 1:1 (0:1) und teilt sich nun die Stromkosten für die Rote Laterne der 2. Bundesliga mit dem FC Ingolstadt. Das Ergebnis war aus Sicht der Dresdner hochverdient, denn sie spielten mutig mit, verteidigten offensiv und waren in der zweiten Halbzeit die klar bessere Mannschaft. "Ich bin sehr froh, dass die Mannschaft belohnt worden ist für ihren extremen Einsatz, den sie hier gezeigt hat", freute sich Janßen über einen gelungenen Einstand, der Mut macht für die kommende Heimpartie gegen Paderborn.

Das Kellerduell in Düsseldorf gingen die Schwarz-Gelben nach dem Mottoan: Angriff ist die beste Verteidigung. Janßen setzte auf die Doppelspitze Dedic/Poté, auf die seine Vorgänger Peter Pacult und Steffen Menze in den ersten sechs Saisonspielen verzichtet hatten. Zudem schob sich die Mannschaft weit nach vorn, attackierte die verunsicherten Fortunen entschlossen und sicherte sich viele zweite Bälle. "Wir haben relativ hoch verteidigt, was gegen die starke Offensive der Düsseldorfer auch extrem gefährlich ist", ging Janßen bewusst ein Risiko ein. Bei der Aufstellung der Gastgeber habe er schlucken müssen, aber die Mannschaft habe sich gut aus der Affäre gezogen. Auch Brégerie hatte zunächst etwas Bammel, als er vom überraschenden Einsatz von Erwin Hoffer an der Seite von Aristide Bancé hörte, "denn das sind zwei super Stürmer". Der kleine Hoffer sei "sehr, sehr gefährlich, ich mag ihn nicht", gab der Franzose zu. Umso mehr freute er sich, dass das Duo kaum gute Szenen besaß: "Das spricht für uns", so Brégerie, der in der Defensive mit Adnan Mravac Sicherheit ausstrahlte.

Dennoch mussten die Sachsen lange einem Rückstand hinterherlaufen. Nachdem Robert Koch auf der Linie gegen Dustin Bomheuer gerettet (8.) und Benjamin Kirsten gegen Bancé zur Ecke geklärt hatte (10.), schlug es doch im Dynamo-Kasten ein. Eine weite Flanke wehrte Kirsten mit einer Hand vor die Füße von Oliver Fink ab, der sofort schoss und per Aufsetzer das 1:0 für den Favoriten markierte (18.). Dynamo setzte jedoch sofort selbst Achtungszeichen: Brégeries Schuss wurde nach einer Ecke geblockt (21.), beim Freistoß von Christoph Menz musste Fortuna-Schlussmann Fabian Giefer nachfassen (22.). Bei Dedics Flachschuss parierte er großartig, wie auch Kirsten anschließend gegen Bancés Drehschuss (31.). Den Abpraller setzte Ioannis Gianniotas über die Latte. "Wir haben es verpasst, ein Tor nachzulegen", ärgerte sich Fortuna-Coach Mike Büskens später. Sein Team habe zu passiv gespielt, Dynamo die Partie "immer mehr in die Hand gegeben".

In der zweiten Halbzeit übernahmen die Gäste eindeutig das Kommando. Zunächst suchten sie ihr Glück mit Fernschüssen, doch weder Ouali (48.) noch Koch (54.) trafen das Tor. Bei einer gefährlichen Flanke Oualis kam Dedic einen Schritt zu spät, Giefer hatte aufgepasst (57.). Dynamo bewahrte die Ruhe, bei Kochs Knaller musste Giefer erneut nachfassen (80.). Dann aber war der Ball drin: Dedic hatte Oualis Zuspiel an den Pfosten geköpft, der gerade eingewechselte Tobias Müller staubte zum 1:1 ins lange Eck ab (82.). Die Erleich-terung bei den Schwarz-Gelben war groß, als der Punkt nach zweiminütiger Nachspielzeit endlich im Sack war. "Jeder Punkt ist ein Gewinn", freute sich Brégerie, "wenn man die zweite Halbzeit anschaut, war sogar mehr drin." Dedic teilte seine Ansicht: "Heute haben wir uns als Minimum einen Punkt verdient. In der ersten Halbzeit haben wir schwer ins Spiel gefunden, aber in der zweiten hat die Fortuna keinen Torschuss mehr gehabt."

Janßen atmete tief durch: "Ich bin froh, dass ich die Jungs nicht die ganze Woche aufbauen muss - nach dem Motto: Wir haben viele Sachen richtig gemacht, aber keine Punkte. Dieser Punkt ist fürs Selbstvertrauen und als Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind, sehr wichtig." Und auch von seiner Familie, die nahezu komplett im Stadion war, muss er sich jetzt nichts anhören: "Wenn man als Cheftrainer und als Kölner in der verbotenen Stadt startet, seine ganze Familie hier aufgereiht hat, dann kann man nicht von einem normalen Spiel sprechen. Ich habe versucht, mich an der Seitenlinie zu benehmen, damit meine Kinder keinen falschen Eindruck von mir kriegen." Auf seinem Stuhl hielt es ihn freilich später nicht mehr - zu aufregend war das Spiel. Außerdem "wollte ich der Mannschaft zeigen, dass ich mitkämpfe". Es war nicht vergebens.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.09.2013

Jochen Leimert

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