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Dresdnerin Anna Seidel glänzt bei Heim-EM mit Bronze

Shorttrack Dresdnerin Anna Seidel glänzt bei Heim-EM mit Bronze

Die Dresdner Shorttrackerin Anna Seidel hat bei der Europameisterschaft in der heimischen Energieverbund-Arena einen Erfolg gefeiert. Im Einzelfinale über 1000 m lief sie auf den Bronzerang. In anderen Disziplinen lief es dagegen unglücklicher.

Anna Seidel lief im 1000-m-Finale vorübergehend vorn im Pulk. Letztlich reichte es für die Bronzemedaille.

Quelle: Matthias Rietschel

Dresden. Anna Seidel schwankte ein wenig zwischen Glück und Enttäuschung. Gerade war sie sich im Staffel-Finale der Heim-EM unglücklich mit Mannschaftsgefährtin Bianca Walter ins Gehege gekommen – beide stürzten, liefen weiter, aber die mögliche Medaille war passé. „Da bin ich schon sauer. Es ist ärgerlich, weil wir nah dran waren“, gab die Dresdner Shorttrackerin mit ernster Miene zu. So musste sich das Quartett, zu dem noch die beiden anderen Dresdnerinnen Tina Grassow und Gina Jacobs gehörten, am Ende mit Platz vier begnügen. Die erhoffte Krönung dieser drei ereignisreichen EM-Tage blieb also aus, wenngleich schon der Einzug ins A-Finale als überaus positive Überraschung gewertet werden kann.

Zuvor aber hatte Anna Seidel schon allen Grund für ein strahlendes Lachen gehabt. Denn im Einzel-Finale über 1000  m zündete die deutsche Vorzeige-Athletin nicht nur den Turbo, sondern setzte sich im Gegensatz zum Vortag auch körperlich gegen die keineswegs zimperliche Konkurrenz zur Wehr. Unter dem Jubel der mit 2780 Zuschauern sehr gut gefüllten Energieverbund-Arena lief die Abiturientin zu Bronze. „In so einem Finale läuft keine mehr nett“, bestätigte Seidel anschließend und auch Bundestrainer Daniel Zetzsche lobte: „Sie hat aus den Rennen am Vortag die richtigen Schlüsse gezogen, den Schalter umgelegt und in den Race-Modus geschaltet.“

Die 19-Jährige wiederholte damit ihren Erfolg von vor zwei Jahren, als sie ebenfalls über diese Distanz als Dritte ihre erste internationale Medaille errang. Und wie damals, so belegte sie auch diesmal im Mehrkampf einen sehr guten sechsten Platz. „Insgesamt bin ich natürlich zufrieden. Ich wusste, dass ich auf dem Niveau mitlaufen kann. Die Rennen haben mir für Olympia Selbstvertrauen und ein gutes Gefühl gegeben“, so das Fazit von Anna Seidel. Dass auch die deutsche Vorzeigeläuferin noch Luft nach oben hat, war am Vortag zu sehen, als sie über 1500 und 500 m den Einzug in die nächsten Runden jeweils verpasste.

Die zweite Dresdner Olympia-Starterin Bianca Walter vergab über 1500 m durch einen Sturz im Halbfinale ihre Finalchance, über 500 m und 1000 m scheiterte sie jeweils im Viertelfinale knapp. Dennoch bewies auch die 27-Jährige, dass sie nach dem sechsmonatigen Training bei der niederländischen Top-Trainerin Wilma Boomstra in Utrecht auf einem guten Weg in Richtung Korea ist. „Durch den Muskelfaserriss vor einigen Wochen hatte ich schon noch zu kämpfen, aber die Rennen bei der EM waren ganz wichtig für die Wettkampfhärte“, befand Walter, die gemeinsam mit Anna Seidel heute wieder gen Utrecht zieht, um sich zwei Wochen lang bei Boomstra den letzten Feinschliff für Olympia zu holen.

Nicht mehr dabei sein wird dann leider Christoph Schubert. Für den 23-Jährigen endete trotz aller Anstrengungen das Kapitel „Pyeongchang“ bei dieser EM. Mindestens ein B-Finale hätte der Dresdner erreichen müssen (500 m oder 1000 m) – über 1500 m sogar das A-Finale. Doch am ersten Tag stürzte er über die längste Distanz unglücklich und über die kürzeren Strecken reichte das Leistungsvermögen nicht aus, um die Vorgabe des DOSB zu erfüllen. So wird Deutschland den von ihm bei den Weltcups erkämpften Quotenplatz zurückgeben.

Obwohl das für Schubert mehr als bitter ist, zeigte er sich äußerst gefasst: „Natürlich ist man im ersten Moment enttäuscht, aber ich war darauf vorbereitet, weil auch die Chance relativ gering war. Trotzdem kann ich auf meine Leistung erstmal stolz sein. Ich bin sicher, dass der eingeschlagene Weg bei Wilma Boomstra der richtige ist und ich hoffe, dass wir ihn mit einem guten Trainer fortsetzen können.“ Schubert will jetzt nach vorn schauen: „Denn ich denke, dass ich noch genügend Potenzial habe, um in vier Jahre um olympische Medaillen zu laufen“, blickt er zuversichtlich und voller Energie schon auf die kommenden Spiele. Ob er sich die olympischen Shorttrack-Rennen von Südkorea allerdings im Fernsehen anschaut, wollte er dann doch nicht sagen. „Das ist vielleicht schon zu traurig“, gab er zu.

Im B-Finale belegten die tags zuvor in der Staffel mit zwei Stürzen etwas unglücklich kämpfenden deutschen Herren zum Abschluss einen zweiten Platz, was am Ende Rang sechs bedeutet. Im Mehrkampf landete Schubert wie auch Bianca Walter auf dem 17. Platz. Der Münchner Felix Spiegl, der sich zuletzt mit Rückenproblemen herumschlug, gab am Rande der EM seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt. Er will sich seinem Zahnmedizin-Studium widmen. Die Dresdnerin Tina Grassow ließ dagegen noch offen, ob und wie es bei ihr weitergeht. „Das entscheide ich nach der Saison im Frühjahr“, kündigte die 29-Jährige an, die im Sommer ihr Lehramtsstudium in Leipzig beenden wird.

Von Astrid Hofmann

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