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09:37 16.03.2018
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Dresden

Mit Platz acht in der Vorrunde und dem bitteren Aus in den Pre-Play-offs haben sich die Dresdner Eislöwen in dieser Saison nicht mit Ruhm bekleckert. Im Gegenteil, es ist seit der Gründung der DEL 2 im Jahr 2013 das bislang schlechteste Abschneiden der Elbestädter. Bisher waren die Blau-Weißen stets im Viertelfinale, in der Spielzeit 2015/16 sogar im Halbfinale. Deshalb gibt auch Geschäftsführer Volker Schnabel unumwunden zu: „Es war eine sehr enttäuschende Saison für uns, weil wir die sportlichen Ziele nicht erreicht haben. Auch wirtschaftlich sind wir nicht zufrieden mit nur einem Heimspiel nach der Hauptrunde. Das hat zwar keine Auswirkungen auf die kommende Spielzeit, aber es gibt uns auch keine Möglichkeit für Rücklagen.“

Gründe für das frühe Scheitern

Da lohnt sich schon einmal der Blick auf die Statistik. So taucht keiner der Dresdner Cracks unter den Top 16 der Scorer, Torschützen oder Assists auf. Als erfolgreichster Scorer belegte Goldhelm Alexander Höller nach der Vorrunde mit 53 Punkten (21 Tore/32 Ass.) den 19. Rang. Als nächster folgt Martin Davidek mit 41 Zählern auf dem 41. Platz. Auch beim Teamüberzahlspiel (7.) und bei Unterzahl (8.) findet man die Dresdner lediglich im Mittelfeld. Woran es vor allem haperte, zeigt die Anzahl der erzielten Tore – nur 155 Mal trafen die Steer-Schützlinge. „Wir haben gut angefangen, standen am 17. Dezember auf dem vierten Platz mit 48 Punkten, haben aber damals schon zu wenige Tore geschossen. Unsere Schuss-Effizienz war eine der schlechtesten der Liga“, weiß auch der Coach. Fakt ist, die vom Coach verpflichteten Kontingentspieler wie Matt Siddall oder auch Nick Huard und Shawn Boutin haben die Erwartungen nicht erfüllt und so konnten die Abgänge eines Brendan Cook oder auch Arturs Kruminsch (44 Punkte in der vergangenen Saison) sowie des Offensivverteidigers Mirko Sacher (33 P.) nicht kompensiert werden.

Das sei auch eine Frage des Preises, so Steer. Er fügt hinzu: „Der Markt hat sich gegenüber den letzten Jahren verändert, man bekommt nicht mehr gute Spieler für kleines Geld.“ Eine wesentliche Rolle hätten zudem die Verletzungsausfälle bzw. die Fluktuation (Schiemenz oder Körner verließen den Verein) gespielt. „Durch die langwierigen Ausfälle von Petr Macholda, Martin Davidek, Dominik Grafenthin oder Harrison Reed konnten wir nicht mehr mit vier Reihen spielen und zudem keine Kontinuität reinbringen. Bei zu vielen Spielern gab es große Schwankungen.“ Zudem seien einige Cracks nach dem Sommer nicht in Top-Verfassung gewesen und das habe sich dann ab Weihnachten bemerkbar gemacht.

Trainer Steer übt Selbstkritik

Nachdem Vorjahrestrainer Bill Stewart den Eislöwen für eine weitere Saison abgesagt hatte, war Franz Steer der absolute Wunschkandidat des Geschäftsführers und auch vieler Fans. Im Gegensatz zum Kanadier zeigte sich der Bayer sehr menschlich, suchte vor Saisonbeginn sogar mit dem gesamten Team nach Matt Siddalls ausgebüxten Hund. Jetzt aber zweifelt der 59-Jährige selbst, ob nicht mehr Härte angebracht gewesen wäre: „Neben Frankfurt haben wir die meisten Zwei-Minuten-Strafen kassiert. Das ist eine Frage der Disziplin. Vielleicht hätte ich den einen oder anderen Spieler mal auf die Tribüne setzen müssen. Der Verantwortung stelle ich mich.“

Er überlege auch, ob er nicht an seinem Spielsystem etwas ändern müsse. Volker Schnabel bekannte sich noch mal eindeutig zum Coach: „Er hatte von Anfang an einen Zweijahresvertrag, war mein absoluter Wunschkandidat und ist für diesen Verein der richtige Mann, weil er über viel Erfahrung verfügt, große Erfolge hatte und mit jungen Leuten gut arbeiten kann.“

Erste personelle Konsequenzen

Schon gleich nach dem Saison-Aus hatten Schnabel und Steer einen Umbruch im Team angekündigt. Das unterstrichen sie auch am Donnerstag. Ein „Weiter so“ sei ausgeschlossen, wie der Geschäftsführer betont. „Es wird Einschnitte im Team geben“, fügte er an. Steer nannte anschließend die bereits ausgemusterten Profis: „Wir trennen uns in der Verteidigung von Shawn Boutin, Gustav Veisert und Thomas Schmid. Auch Marius Garten ist dabei, er hat keine gute Saison gespielt“, so Steer über den 30-jährigen Stürmer, der seit 2015 für die Dresdner spielte. Gehen müssen zudem Matt Siddall, Tadas Kumeliauskas und Torhüter Henning Schroth. Bei Petr Macholda deutet ebenfalls alles auf Abschied hin, denn er befindet sich nach seiner Schulter-OP noch in der Reha, ihm droht das Karriere-Aus. Ein Fragezeichen stehe noch hinter Nick Huard.

Ausblick in die Zukunft

Erste Vertragsverlängerungen sollen am Freitagabend beim Saisonabschied mit den Fans verkündet werden. Noch über einen Kontrakt verfügt Thomas Pielmeier. Wie Steer erklärt, würden alle Spieler gern in Dresden bleiben. Allerdings dürfte es auch einige geben, die sich mit einer Unterschrift noch Zeit lassen wollen, um eventuell andere Angebote abzuwarten. Fest steht schon, dass das Trainerteam weiter verstärkt wird. Niels Böttger, der bisher schon im Nachwuchs als Coach arbeitete, soll als Fitnesstrainer dafür sorgen, dass die Mannschaft sich auf diesem Gebiet verbessert.

Erste Tests sind bereits für kommende Woche vorgesehen und für den Sommer soll es individuelle Pläne für die Cracks geben. Zudem erhalten die drei DNL-Talente Arne Uplegger, Tim Heyter und Timon Ribnitzky aus dem Nachwuchs jetzt Profiverträge. „Damit wollen wir die Grundlage für die Integration des eigenen Nachwuchses und Anreize für die Jungs schaffen. Wir planen eine Kooperation mit dem Oberligisten Erfurt, damit sie dort Spielpraxis sammeln können“, erklärt Volker Schnabel.

Von Astrid Hofmann

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