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Dresdner Eislöwen gewinnen Sachsenderby gegen Crimmitschau mit 6:3

Eishockey Dresdner Eislöwen gewinnen Sachsenderby gegen Crimmitschau mit 6:3

Die Dresdner Eislöwen haben einen überzeugenden Sieg im Sachsenderby gelandet. Am Sonntagabend setzten sie sich in heimischer Halle mit 6:3 gegen die Eispiraten Crimmitschau durch. Mann des Tages war Steven Rupprich – und das nicht nur wegen seiner drei Tore.

Eislöwe Steven Rupprich läuft Crimmitschaus Torwart Brett Kilar an.

Quelle: Matthias Rietschel

Dresden. Steven Rupprich drehte eine Extra-Runde vor der Fan-Kurve, Harrison Reed strahlte übers ganze Gesicht und die blau-weißen Freudengesänge schallten noch lange durch die Arena. So ein Derby-Sieg bringt eben Freude ins Haus. Die Dresdner Eislöwen setzten sich am Sonntagabend vor 4167 Zuschauern gegen die Eispiraten Crimmitschau mit 6:3 (3:2, 1:1, 2:0) durch und sackten damit drei ganz wichtige Punkte gegen einen unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um die Playoff-Plätze ein. Mit dem Vierer-Pack vom Wochenende pirschen sich die Elbestädter nach einer Durststrecke wieder auf Rang sieben vor und derzeit trennen sie nur noch drei Punkte vom sechsten Platz, der die direkte Qualifikation für das Viertelfinale bedeuten würde. Trainer Franz Steer hatte ebenfalls allen Grund zur Freude: „Wir haben vor einer Top-Kulisse endlich auch eine Top-Leistung abgerufen und ein sehr gutes Spiel gemacht.“

Vor allem Steven Rupprich wird das Derby wohl noch lange in Erinnerung bleiben. „Ein Tor nach dem ersten Wechsel habe ich wohl noch nie gemacht“, meinte der Stürmer nach der Partie strahlend. Der 28-Jährige sorgte nach 32 Sekunden für den ersten Torjubel in der heimischen Arena. Damit gab der gebürtige Berliner das Signal für ein rasantes und phasenweise hochklassiges Match, in dem Rupprich noch weitere Akzente setzten sollte. Erst einmal aber war es Steve Hanusch, der in der 3. Minute für den nächsten „Knaller“ sorgte und mit dem 2:0 für Stimmung unter den Dresdner Anhängern sorgte.

Doch die Gäste aus dem Sahnpark schüttelten sich nur kurz und fanden mit einem Doppelschlag binnen zwei Minuten zurück ins Spiel. So verkürzte erst Scott Allen zum 1:2 (12.). Im Gegenzug scheiterte Rupprich an Kilar, dafür besorgte auf der anderen Seite Goldhelm Jordan Knackstedt den 2:2-Ausgleich (13.). Nun jubelten die rund 500 mitgereisten rot-weißen Anhänger. Aber nicht lange. Denn Dresdens Top-Scorer Alexander Höller bediente wenig später mit einem super Pass von hinter dem Tor den freistehenden Nick Huard, der nicht lange fackelte und den Puck zur erneuten 4:3-Führung (14.) der Eislöwen im gegnerischen Gehäuse versenkte. Zwei Minuten vor der Pause tauchte Jordan Knackstedt erneut gefährlich vorm Dresdner Tor auf, aber Sebastian Stefaniszin, der diesmal das Vertrauen des Trainers erhalten hatte, verhinderte mit einer tollen Reaktion Schlimmeres. „Er hat wirklich mit einigen guten Paraden geglänzt“, lobte später auch Franz Steer.

So ging es mit dem knappen Vorsprung für die Hausherren zum ersten Pausentee. Auch im zweiten Abschnitt schenkten sich beide Teams erst einmal nichts. Nach einigen Strafzeiten, die aber folgenlos blieben, gelang den Westsachsen der erneute Ausgleich. Das 3:3 (30.) wurde allerdings erst nach Videobeweis anerkannt. Aber die Hausherren hatten ja Steven Rupprich. Nach Pass von Tadas Kumeliauskas brachte er mit seinem zweiten Treffer die Elbestädter wieder mit 4:3 (38.) in Front.

Zu Beginn des Schlussdrittels zappelte der Puck erneut im Crimmitschauer Gehäuse, doch der vermeintliche Treffer von Nick Huars (42.) wurde nach Videobeweis wegen hohem Stock nicht anerkannt. Eine Minute später sorgte ein böses Foul von Jordan Knackstedt an Martin Davidek für große Aufruhr im Stadionrund. Der Übeltäter musste folgerichtig wegen Check gegen Kopf und Nacken mit Spieldauerdisziplinarstrafe zum Duschen gehen. „Das war für uns das Aus in dieser Partie“, gab Gäste-Coach Kim Collins nach dem Abgang seines Top-Scorers zu. Das fällige Fünf-Minuten-Überzahlspiel nutzten die Dresdner, um endgültig die Weichen auf Sieg zu stellen. Das Tor erzielte: Steven Rupprich (45.).

Drei Minuten vor Schluss, als die Gäste ihren Goalie für einen weiteren Feldspieler herausgenommen hatten – kam Rupprich an die Scheibe und zeigte tollen Teamgeist. Nicht er selbst zielte ins leere Tor, sondern schob die Scheibe zum mitgelaufenen Harrison Reed, der sein Comeback nach drei Monaten Pause noch mit einem Tor krönen konnte. „Wir sind alle froh, dass er wieder da ist“, betonte Rupprich nach dem Sieg. Reed, der früher in Crimmitschau gespielt hat, war natürlich happy: „Es ist immer gut, gegen die Eispiraten drei Punkte zu holen. Es war nett, dass Steven den Puck zu mir gepasst hat. Ich bin natürlich noch nicht bei hundert Prozent. Wichtig ist, dass ich das Vertrauen in mein Spiel wieder bekomme, aber das ist ein Prozess“, meinte der Kanadier, den Franz Steer neben Rupprich und Tadas Kumeliauskas gestellt und damit offensichtlich ein gutes Händchen hatte.

Der Eislöwen-Coach verriet anschließend: „Harrison war vor dem Spiel ganz schön nervös, das glaubt man vielleicht gar nicht.“ Steven Rupprich meinte zum Abschluss: „Wir hatten diesmal die bessere Chancenverwertung und einen sauberen Spielaufbau. Durch gute Laufarbeit haben wir den Spielaufbau des Gegners gestört. Ich denke, wir haben die beschissene Phase überstanden und kommen jetzt immer besser in Tritt.“ Das wollen die Elbestädter schon am Dienstag beim nächsten Heimspiel gegen Bad Tölz erneut beweisen. Ob Martin Davidek dann dabei sein kann, ist noch unklar, er klagte nach dem Check wieder über Schwindelgefühle.

Von Astrid Hofmann

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