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Dresdner Eislöwen erzwingen Entscheidungsspiel

Eishockey Dresdner Eislöwen erzwingen Entscheidungsspiel

Bill Stewart klatschte seiner Mannschaft noch auf dem Eis Beifall. Den hatten sich seine Schützlinge nach diesem Playoff-Krimi auch redlich verdient. Mit einer enormen kämpferischen Leistung wendeten die Dresdner Eislöwen den zweiten Match-Puck des ESV Kaufbeuren ab.

Eislöwe Dominik Grafenthin (l.) behauptete nicht nur den Puck gegen Kaufbeurens Simon Schütz, sondern erwies sich als guter Torvorbereiter.

Quelle: Thomas Heide

Dresden. Bill Stewart klatschte seiner Mannschaft noch auf dem Eis Beifall. Den hatten sich seine Schützlinge nach diesem Playoff-Krimi auch redlich verdient. Mit einer enormen kämpferischen Leistung wendeten die Dresdner Eislöwen gestern den zweiten Match-Puck des ESV Kaufbeuren ab, gewannen vor 2600 Zuschauern das sechste Viertelfinalspiel mit 4:3 (0:0, 2:3, 2:0). Mit ihrem ersten Auswärtssieg in der Best-of-seven-Serie glichen die Elbestädter zum 3:3 aus und erzwingen das Entscheidungsspiel, das morgen Abend (19.30 Uhr) in der Energieverbund-Arena steigt.

„Es war ein sehr schwieriges Spiel für uns. Wir standen mit dem Rücken zur Wand, mussten unbedingt gewinnen“, gestand Arturs Kruminsch und fügte hinzu: „Kaufbeuren hat alles abgerufen, aber wir auch. Wir sind natürlich froh, dass wir das Ding zum Schluss gezogen haben. Ich denke, wir konnten in den letzten beiden Spielen sehen, was wir tun müssen, um erfolgreich zu sein. Daran müssen wir jetzt am Dienstag anknüpfen, denn geschenkt wird uns absolut nichts.“

Bill Stewart hat mit seiner Prognose Recht behalten. Der Eislöwen-Coach hatte prophezeit, dass die Serie über sieben Spiele gehen würde. Das war für die Dresdner gestern ein hartes Stück Arbeit, zumal die Vorzeichen alles andere als günstig standen. Neben den Langzeitverletzten Lucas Dumont, Martin Davidek und Sebastian Zauner (Handbruch) fehlte auch „Goldhelm“ Brendan Cook. Vom Verein gab es zwar keine offizielle Meldung, doch der Kanadier soll sich beim letzten Heimspiel durch einen Stockstich von Denis Pfaffengut, der dafür in der 35. Minute nur eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt, eine Rippenverletzung zugezogen haben.

Damit konnten alle anderen Kontingentspieler zum Einsatz kommen. Arturs Kruminsch übernahm den Goldhelm als bester Scorer. Bill Stewart änderte seine beiden ersten Reihen, ließ im ersten Block neben den beiden Finnen Juuso Rajala und Teemu Rinkinen den zuletzt stark auftrumpfenden Dominik Grafenthin stürmen. Diesmal starteten die Dresdner deutlich cleverer als in den bisherigen Auswärtsspielen. Zwar versuchten die Gastgeber, das Geschehen im ersten Drittel an sich zu reißen, doch die Eislöwen standen gut in der Defensive und hatten mit Kevin Nastiuk erneut einen sicheren Rückhalt im Tor. So überstanden die Gäste auch ein 3:5-Unterzahlspiel ohne Gegentreffer. Die größte Chance für die Blau-Weißen hatte Marius Garten im Powerplay in der 18. Minute, aber ESVK-Goalie Stefan Vajs hielt seinen Kasten ebenfalls sauber.

Nach dem torlosen ersten Abschnitt setzten die Eislöwen gleich nach der Pause das erste Ausrufezeichen. Nur 13 Sekunden waren gespielt, als Teemu Rinkinen das 1:0 (21.) erzielte. Doch die Hausherren schlugen nur sechs Minuten später durch ihren Finnen Joona Karevaara zurück. Aber die Dresdner ließen sich nicht aus der Fassung bringen, setzten Kaufbeuren weiter unter Druck. In der 32. Minute netzte Mirko Sacher mit einem Schlagschuss von der blauen Linie zur 2:1-Führung ein. Als Alexander Höller wenig später in die Kühlbox musste, nutzte erneut Karevaara das Überzahlspiel zum 2:2-Ausgleich (35.). Damit nicht genug. Nur eine Minute später markierte Ex-Eislöwe Max Schmidle mit dem 3:2 (36.) sogar die erste Führung für die Joker.

Im Schlussdrittel zeigten die Eislöwen Kämpferqualitäten. Erst überstanden sie ein Unterzahlspiel ohne Gegentreffer, dann gelang Kapitän René Kramer im Powerplay der Ausgleich (48.). Wieder war alles offen. Jetzt lieferten sich beide Teams einen bissigen Schlagabtausch. Dabei konnten sich die Blau-Weißen Vorteile erarbeiten und Teemu Rinkinen, der den Dresdner Torreigen eröffnet hatte, setzte in der 55. Minute mit dem 4:3 den Schlusspunkt. Die Hausherren versuchten anschließend alles, um sich in die Verlängerung zu retten, aber die Eislöwen verteidigten mit „Mann und Maus“.

„Es war auf beiden Seiten Kampf, Kampf, Kampf um jeden Zentimeter“, meinte auch Kapitän René Kramer. Es war wichtig, dass wir uns auch nach dem 2:3 nicht hängengelassen haben. In Spiel sieben kann jetzt alles passieren, aber wir sind bereit.“ Und Alexander Höller sagte überglücklich: „Die Mannschaft hat Charakter gezeigt und wir haben uns in der Serie zurückgekämpft.“ Bill Stewart lobte seine Jungs: „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, sie hat vor allem im letzten Drittel Charakter bewiesen und auch Kevin Nastiuk war wieder sehr stark. Aber Dienstag ist ein anderer Tag.“

Von Astrid Hofmann

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