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Sportbuzzer Sport Regional Dresdens neue Regionaltrainer wollen die Sportkletterer zu Olympia führen
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13:16 11.03.2018
Klettertrainer Johannes Löhle soll zukünftig Dresdens Talente sichten. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Von Dresden nach Tokio sind es rund 9026 km Luftlinie. Dort finden 2020 die Olympischen Sommerspiele statt. Bei diesen Spielen wird Sportklettern erstmals olympisch sein. Im August 2016 hatte dies das Internationale Olympische Komitee beschlossen. Doch nicht nur die Distanz in die japanische Metropole ist nicht zu unterschätzen, sondern auch die nötigen Weichenstellungen auf dem Weg dorthin. Damit der Weg nach Tokio für Dresdens Sportkletterer kürzer wird und sie bei dem Kampf um die Medaillen mitwirken können, werden seit gut zwei Jahren die Grundlagen geschaffen.

Rückblick: Anfang 2017 segnete der Sportausschuss der Stadt Dresden den Antrag der Grünen für eine jährliche Unterstützung des Sportkletterns in Höhe von 35 000 Euro mit 11 von 15 Stimmen ab. Mit den Geldern sollten unter anderem eine Regionaltrainerstelle in Dresden geschaffen und die Teilnahme an nationalen und internationalen Wettkämpfen sowie die Erarbeitung eines Leistungssportkonzeptes durch den Dresdner Bergsportverein unterstützt werden.

Der erste Teil ist nun geschafft. Mit Johannes Löhle und Moritz Neubauer wurden am Mittwochvormittag zwei Regionaltrainer, die sich die eine Stelle teilen, vorgestellt. Löhle ist 25 Jahre alt, in Kassel aufgewachsen und wohnt seit gut drei Jahren in Dresden. Er arbeitet als Kletterroutenbauer in der Boulderhalle Dresden. Er weiß also, welche Routen an der Kletterwand besonders anspruchsvoll sind, und kann so seine zukünftigen Schützlinge darauf einstellen. Der 35-jährige Neubauer arbeitet hauptberuflich als Physiotherapeut der deutschen Nationalmannschaft im Klettern. Damit weiß er sehr genau, welchen Belastungen Kletterer ausgesetzt sind. Ihre Aufgabe soll vor allem die Talentsichtung sein.

Dafür widmet sich das Duo drei Hauptarbeitsfeldern. Zum ersten sollen Dresdens Kletterer an den Eliteschulen des Sports aufgenommen werden, sprich: an Sportgymnasium und Sportoberschule. „Es ist unser Ziel. Wir befinden uns in Gesprächen mit dem LSB (Landessportbund, d. Red.) und dem DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund, d. Red.)“, sagt Löhle, stellt aber zugleich klar: „Es ist unwahrscheinlich, dass bereits für das Schuljahr 2018/2019 eine Aufnahme erfolgt.“ Der zweite große Punkt ist die Erarbeitung eines Sichtungskonzeptes. Damit sollen junge Talente besser gefördert werden, um die Lücke zwischen dem Landeskader und der Sektion Dresden des Deutschen Alpenvereins zu verkleiner. Außerdem wollen Löhle und Neubauer die Landestrainerin Julia Winter in ihrer Arbeit unterstützen.

Die Sportkletterer in Dresden hätten somit deutlich bessere Bedingungen als bisher. Und dass die Bedingungen derzeit nicht besonders gut sind, das zeigt das Beispiel der besten Dresdner Sportkletterin. Johanna Holfeld, die unter anderem zu Dresdens Jugendsportlerin des Jahres vorgeschlagen ist, macht derzeit ihr Abitur und kann nicht wie andere Sportler die schulischen Aktivitäten zurückfahren und mehr trainieren, da sie nicht an der Sportschule ihren Abschluss machen darf. Sie wäre eine Kandidatin für Olympia 2020. Mit einer Teilnahme würde sie die Bergsporttradition in Dresden fortschreiben. Von den rund 104 000 Vereinsmitgliedern, die der Stadtsportbund Dresden derzeit vertritt, sind rund 12 000 in Fußballvereinen organisiert. Bereits auf Platz zwei folgen die Bergsteiger und Sportkletterer mit über 11 000 Mitgliedern. Damit gehört Dresden nach München und Wien zu den weltweit größten Standorten des Berg- und Klettersports.

Weitere Kandidaten für Olympia sind der 17-jährige Julian Radecker und die gleichaltrige Lucia Dörffel. Für beide könnte aber das größte Problem die Wertung werden. Denn bei Olympia wird es nicht wie bei Welt- und Europameisterschaften einzelne Disziplinen geben, sondern nur einen Kombinationswettbewerb aus Speed-Klettern, Bouldern und Lead-Klettern. Bei Speed ist der Name Programm und Geschwindigkeit entscheidend. Beim Bouldern geht es um das Bewältigen möglichst schwerer Bewegungsabläufe. Das Ziel beim Lead-Klettern ist eine Route innerhalb eines festen Zeitlimits zu schaffen.

Ein weiteres Problem ist, dass sich nur je 20 Damen und Herren für Tokio qualifizieren können und pro Nation maximal zwei Personen je Geschlecht mitgenommen werden dürfen. Auch wenn die verbesserte Förderung mit öffentlichen Geldern und die fortschreitende Professionalisierung den Klettersport in Dresden voranbringen: Der Weg nach Tokio bleibt lang und beschwerlich. Doch wenn jemand prädestiniert ist, die richtige Route aufzuzeigen, dann sind es Klettertrainer.

Von Timotheus Eimert

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