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08:35 16.01.2018
Als Anna Seidel in der letzten Kurve den Angriff der Gegnerinnen abwehrt und als Dritte über die Ziellinie stürmt, rasten die Zuschauer in der Energieverbund-Arena fast aus. Quelle: Matthias Rietschel
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Dresden

Als Anna Seidel in der letzten Kurve den Angriff der Gegnerinnen abwehrt und als Dritte über die Ziellinie stürmt, rasten die Zuschauer in der Energieverbund-Arena fast aus. Die Klatschpappen werden schnell und schneller geschlagen, die Anfeuerungsrufe gehen in begeisterten Jubel über. Ja, Dresden macht auch bei dieser Europameisterschaft als Deutschlands Shorttrack-Mekka alle Ehre. Über 5000 Zuschauer erleben an drei Tagen die spannenden Wettkämpfe den Kufenflitzer und tragen die Läufer mit ihrer Begeisterung ins Ziel.

Einziger Wermutstropfen: Die Bilder von diesem Championat werden zwar im Internet verbreitet, das ZDF aber sagt die Berichterstattung kurzfristig ab. „Das war schon traurig, zumal wir im Mai mit den Verantwortlichen sogar unseren Zeitplan abgestimmt hatten“, ärgert sich auch Organisationschef und DESG-Vizepräsident Uwe Rietzke. Dennoch fällt sein Fazit einen Tag nach den Titelkämpfen insgesamt sehr positiv aus: „Trotz des gleichzeitig stattfindenden Ski-Weltcups bewegten sich die Zuschauerzahlen bei uns im Bereich der vergangenen Jahre“, sagt er, gibt aber dennoch zu: „Ideal ist diese Überschneidung natürlich nicht und den einen oder anderen Fan hat uns das schon gekostet.“ Die Stimmung in der Halle sei dennoch grandios gewesen. „Was alle Aktiven besonders begeistert ist das faire Publikum, das nicht nur die eigenen Läuferinnen und Läufer feiert, sondern auch die Leistungen der anderen Sportler honoriert“, weiß Uwe Rietzke.

So wurden gerade die Läufe des holländischen Überfliegers Sjinkie Knegt, der sich mit einem Drei-Strecken-Sieg souverän die EM-Krone sicherte, und der italienischen Dauerbrennerin Arianna Fontana, die zum siebenten Mal EM-Gold gewann, bejubelt. „Das waren olympiawürdige Finals. Ich denke, diese Athleten haben auch in Korea gute Chancen auf Edelmetall“, ist Rietzke überzeugt. Besonders froh ist der Organisationschef, dass sich die Investition in die neuen Hybrid-Banden, die den Sportlern bei Stürzen mehr Sicherheit bieten, ausgezahlt hat: „Gerade die Ungarn und Holländer, die die Teilnahme ihrer ersten Garde davon abhängig gemacht hatten, dass wir dieses Bandensystem installieren, zeigten sich zufrieden. Das System hat sich bewährt, es gab in dieser EM-Woche nur eine kleine Blessur bei einer Läuferin.“

Keine Frage, dass die Dresdner auch in Zukunft große Shorttrack-Events organisieren möchten. Deshalb gab es am Rande der EM Vorgespräche mit Verantwortlichen des internationalen Verbandes ISU. „Wir möchten gern einen Vierjahres-Vertrag abschließen, weil wir langfristig planen müssen. Vor allem auch für die Gewinnung von Sponsoren ist das wichtig“, erläutert Uwe Rietzke, der sich gut vorstellen kann, in den nächsten drei Jahren jeweils wieder einen Weltcup und im Olympia-Jahr dann die EM auszurichten.

Dass die Veranstaltungen nicht nur von den Fans gut angenommen werden, sondern auch von internationalen Medien, bewies das vergangene Wochenende. „Hatten wir bei der ersten EM 2010 rund 90 Berichterstatter, so waren es diesmal über 140“, so Rietzke, der sich in Dresden zwar auch eine WM vorstellen kann, die aber ganz andere strukturelle Dimensionen erfordere. „Zudem findet eine WM immer im März statt und das würde dann mit den Playoffs der DEL2 kollidieren“, gibt Rietzke zu bedenken. Bei den Weltcups könne man dagegen mit einem Termin im Februar planen und dabei gleichzeitig in Zukunft eine Kollision mit dem Ski-Event am Elbufer vermeiden. „Eine Entscheidung über die Zukunft wird aber erst nach den Olympischen Spielen fallen“, so der Organisationschef.

Von Astrid Hofmann

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