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Sport Regional Dresden, ein Ski-Wintermärchen
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17:05 14.01.2018
Es bleiben die Eindrücke eines Weltcup-Wochenendes vor der einzigartigen Stadtkulisse. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Alles war vorbereitet, das Wetter spielte mit. Die erste Athletin ging an die Linie. Die Zuschauer warteten auf den Startschuss. Und dann, pünktlich um 9.50 Uhr, wurde es am Samstag zum ersten Mal richtig laut. Unter großem Jubel wurde die deutsche Langläuferin Hanna Kolb auf die präparierte Strecke geschickt und eröffnete den FIS Ski-Weltcup in Dresden. Was folgte, waren zwei Tage pures Sport-Spektakel, dass sich vor allem Familien mit Kindern nicht entgehen ließen. Wer kein Ticket für einen Platz auf der Tribüne ergattern konnte, stand entlang des Rundkurses, auf der Augustusbrücke oder vor der Videoleinwand im „Winterdorf Bellevue“. Einige Kinder kletterten kurzerhand auf die Bäume vor dem Bellevue-Hotel, um den besten Blick auf die Langläufer zu ergattern.

Langlauf-Weltcup in Dresden am Sonntag

Im mehr als 3000 Personen fassenden Stadion am Königsufer wedelten neben deutschen und sächsischen Fahnen vereinzelt auch schwedische und norwegische Wimpel. Zudem sorgten die Mitglieder eines französischen Fanclubs für gute Stimmung am Streckenrand. Am Samstag, kurz nach 10.30 Uhr, stieg der Lautstärkepegel noch einmal stark an: Der 20-jährige Dresdner Nachwuchs-Sprinter Richard Leupold gab am Wochenende sein Weltcup-Debüt vor der heimischen Stadtkulisse. Auch wenn die deutschen Athletinnen und Athleten letztlich leer ausgingen, zeigte sich das Dresdner Publikum in guter Laune und feierte die strahlenden Sieger, allen voran den Italiener Federico Pellegrino, dem sowohl im Einzel als auch im Team-Sprint der Sieg gelang.

Ergebnisse Damen

Damen, Team-Sprint Freistil

1. Ida Ingemarsdotter/Maja Dahlqvist (Schweden) 13:33,40 Min.; 2. Hanna Falk/Stina Nilsson (Schweden) +0,16 Sek.; 3. Sophie Caldwell/Ida Sargent (USA) +0,23; 4. Hanna Kolb/Sandra Ringwald (Buchenberg/Schonach im Schwarzwald) +2,11; 5. Alenka Cebasek/Vesna Fabjan (Slowenien) +4,46; 6. Katharina Hennig/Elisabeth Schicho (Oberwiesenthal/Ruhpolding) +4,62; 7. Nadine Fähndrich/Laurien van der Graaff (Schweiz) +5,09; 8. Caitlin Patterson/Kikkan Randall (USA) +7,95; 9. Giulia Stürz/Gaia Vuerich (Italien) +10,89; 10. Jessica Yeaton/Barbara Jezersek (Australien) +27,53

Ergebnisse Herren

Herren, Team-Sprint Freistil

1. Dietmar Nöckler/Federico Pellegrino (Italien) 12:18,31 Min.; 2. Emil Jönsson/Teodor Peterson (Schweden) +1,07 Sek.; 3. Andrej Krasnow/Gleb Retiwych (Russland) +1,23; 4. Jovian Hediger/Roman Schaad (Schweiz) +1,45; 5. Kasper Stadaas/Johannes Hoesflot Klaebo (Norwegen) +1,93; 6. Johan Häggström/Karl-Johan Westberg (Schweden) +1,94; 7. Stefan Zelger/Giacomo Gabrielli (Italien) +7,31; 8. Simeon Hamilton/Erik Bjornsen (USA) +14,28; 9. James Clugnet/Andrew Young (Großbritannien) +14,68; 10. Erwan Käser/Roman Furger (Schweiz) +20,93; ... 14. Sebastian Eisenlauer/Thomas Bing (Sonthofen/Dermbach) (Halbfinale); 23. Janosch Brugger/Lukas Groß (Schluchsee/Schwarzenberg)

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) tauschten den Anzug gegen die grünen Jacken der Weltcup-Organisationscrew und gratulierten den Gewinnern. Kretschmers Stellvertreter Martin Dulig (SPD) war ebenfalls bei der Siegerehrung anwesend. Die internationalen Sportler gaben den Zuschauern im Anschluss an die Rennen Autogramme und posierten für Selfies. Dabei stand neben den deutschen Skilangläufern der norwegische Nachwuchs-Star Johannes Klæbo beim Publikum hoch im Kurs.

Die Zuschauer feuerten an diesem Wochenende nicht nur die Sportler auf dem Schnee, sondern auch auf dem Wasser an: Die Insassen eines Ruderbootes, das die Elbe hinunterfuhr, legten unter Beifallsbekundungen der Weltcup-Zuschauer einen Endspurt ein. In Erinnerung bleibt wohl auch der Reiter mit dem Cowboyhut, dessen schwarzes Pferd während des Ski-Rennens mit wallender Mähne das Elbufer entlang galoppierte. Für einen kurzen Moment stahl das elegante Duo den Wintersportlern die Show und zog alle Blicke auf sich.

Terminplan

Montag bis Freitag: Schulsport mit Tobias Angerer

Montag: 9 Uhr: Auftritt deutsche Paralympics-Schülermannschaft

Dienstag: 14 Uhr: Junior City Biathlon mit Lasergewehren (SV Altenberg)

Sonnabend 20.1. : 10 Uhr: Sachsencup – Nachwuchsmeisterschaft für sächsische und tschechische Sportler

Sonntag 21.1.: 10 Uhr: Skifahren für Jedermann

Hinter die Augustusbrücke lockte das kostenfrei zugängliche „Winterdorf Bellevue“ mit zahlreichen Ständen und Buden. Die Besucher wurden mit Glühwein, Lángos, Baumstriezel oder Spezialitäten vom Holzkohlegrill bewirtet. Ein Künstler bearbeitete einen Eisblock mit Meißel und Säge und schuf die Skulptur eines Langläufers, um auf die „Eiswelt Dresden“ aufmerksam zu machen. Am Stand von „Intersport Hübner“ konnte Sportausrüstung anprobiert und getestet werden. Für Kinder stand eine Laserschießanlage bereit, an der die Kleinen ihre Schusspräzision unter Beweis stellen konnten. Am Samstag und Sonntag wurde auch über das Ende des offiziellen Wettkampftages hinaus im beheizten Zelt des anliegenden Augustusgartens am Narrenhäusl zur Musik gefeiert.

So bleiben die Eindrücke eines Weltcup-Wochenendes vor der einzigartigen Stadtkulisse. „Das war eine tolle Veranstaltung für die Sportler, die Besucher und die Stadt insgesamt. Die Bilder, die an diesem Wochenende aus Dresden in viele Länder übertragen wurden, sind eigentlich nicht in Euro zu messen“, befand auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert. „Vor allem freue ich mich, dass die Atmosphäre an der Strecke so großartig war und die Organisation des Events so reibungslos funktioniert hat“, meinte Hilbert.

Langlauf-Weltcup in Dresden am Sonnabend

Auch Oberarzt Alexander Disch zieht eine positive Bilanz. Der Unfallchirurg des Uniklinikums leitete die medizinische Versorgung während der Sportveranstaltung. „Alles in allem ist der Weltcup sehr ruhig und zum Glück ohne größere Zwischenfälle zu Ende gegangen“, erklärte Disch.

Im Hinblick auf die Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025 hat Dresden zumindest seine lebendige Fankultur wieder einmal unter Beweis gestellt. Dirk Hilbert ist sich sicher: „Aus den Erkenntnissen dieses Jahr werden wir hoffentlich 2019 eine noch bessere Veranstaltung machen.“

Von Junes Semmoudi

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