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Sport Regional Dresden Titans setzen auf sehr flexible Spieler
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13:53 31.08.2018
Jörn Müller hofft auf eine erfolgreiche Saison in der Pro B. Quelle: Archiv/Steffen Manig
Dresden

In dreieinhalb Wochen beginnt die neue Saison in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B. Mit sieben neuen Spielern nehmen die Dresden Titans am 22. September beim Aufsteiger in Münster die Serie in der Nordstaffel in Angriff. Zum Stand der Vorbereitung fragten die DNN bei Titans-Geschäftsführer Jörn Müller nach.

Sind die Titans im Plan?

„Die Vorbereitung läuft wie gewünscht – bis auf den Ausrutscher mit dem Letten Kärlis Helmanis, der nach vier Tagen wieder nach Hause geflogen ist. Der als Ersatz eingeflogene Finne Vesa Heinonen hat sich superschnell eingelebt. Das hat gepasst. Ich glaube daher, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt der Saisonvorbereitung sehr zufrieden sein können.“

Warum hat das mit Helmanis nicht hingehauen?

„Der ist Anfang August, an einem Donnerstag, in Berlin angekommen. Ich habe ihn am Flughafen abgeholt, nach Dresden gefahren und ihm die Wohnung gezeigt. Er fand alles super, freute sich, in der ProB spielen zu können. Am Sonntag hat er dann vom Fanclub eine Führung durch Dresden bekommen, rief mich dann am Montagmittag an, er müsste mit mir sprechen. Dann haben wir miteinander geredet und er hat gesagt, er vermisse seine Freundin und hatte Tränen in den Augen. Ich habe ihm geantwortet: ,Okay, ich akzeptiere das, dass du Heimweh hast. Wir haben heute Abend ein Teammeeting, komm doch bitte dahin, dann kannst du die Entscheidung für oder gegen Dresden dem Team mitteilen, damit die Leute nicht denken, dass wir dich rausgeschmissen haben.’ Zu dem Meeting ist er nicht mehr gekommen, sondern um 16 Uhr bereits von Berlin-Tegel nach Riga geflogen. Wir haben dann den Vertrag aufgelöst. Er hat aber Charakter bewiesen und uns den Flugpreis, den wir für den Flug von Riga nach Berlin bezahlt haben, zurückerstattet. Wir sind ohne Kosten aus der Sache raus.“

Wie sind Sie auf den Ersatzmann Heinonen gekommen?

„Er hat die letzten zwei Jahre in Aschersleben gespielt und war mehr oder weniger eine Empfehlung von Robert Kujundzic. Er hat schon mit ihm gespielt und gesagt: ,Das ist genau der Mann, den wir brauchen.’ Er ist 27 Jahre alt, 1,94 Meter groß und kann die Positionen eins, zwei und drei spielen. Er ist also sehr flexibel, hilft uns weiter. Wir haben kurz Gespräche geführt, auch mit seinem Agenten – zwei Tage später ist er bereits in Prag angekommen.

Im ersten Vorbereitungsspiel gegen den Pro-A-Vertreter aus Chemnitz hat die Mannschaft 72:81 verloren. Welche Erkenntnisse konnten sie daraus ziehen?

Nach zwei Wochen Vorbereitung sind Abstimmungsprobleme noch normal. Das hat man bei den ersten beiden Vierteln gesehen, in den Vierteln drei und vier hatte sich das Team schon besser gefangen. Letzte Woche hatten wir noch ein inoffizielles Testspiel gegen Aschersleben (101:71/d. Red.), das haben wir dann schon mit 30 Punkten Vorsprung gewonnen. Wir entwickeln uns.

Wie haben sich die anderen neuen Spieler eingelebt?

Bislang herausragend. Ich habe den Vergleich zur letzten Saison, wo stimmungsmäßig von Anfang an ein wenig der Wurm drin war. Doch das es jetzt so gut läuft, liegt auch daran, dass beispielsweise ein Luka Kamber Janek Schmidkunz von früher kennt, auch Daniel Kirchner kennt Janek. Robert Kujundzic kennt Luka Kamber aus kroatischen Sommer- und Wintercamps. Die Jungs sind sich untereinander nicht ganz fremd. Bei Brandon Watkins haben wir den Vorteil, dass er schon einmal in Deutschland war, er nicht direkt vom College kommt und in Rhöndorf seine Anpassungszeit an Europa hatte. Ich habe – ohne alles über den grünen Klee loben zu wollen – ein außerordentlich gutes Gefühl.

Gegen Chemnitz hat auch Ben Margott mitgespielt. Wer ist das?

Er kommt aus unserem Nachwuchsbereich. Bei Camillo Thieme haben wir entschieden, ihn auch mit 17 schon in unseren Kader aufzunehmen. Ben Margott ist 16, kommt ursprünglich aus Coswig. Ihm haben wir gesagt, dass er erst einmal die Saisonvorbereitung mitmachen kann und in den Testspielen getestet wird. Wenn es schon reichen sollte, kann auch er Teil des Pro-B-Kaders werden. Ansonsten ist er nächstes Jahr ein Kandidat.

Was wird sich mit den neuen Spielern am Spielstil von Trainer Nenad Josipovic ändern?

Der wird sich dahingehend verändern, dass wir die viel flexiblere Leute einsetzen können. Wir haben Leute, die auf der Eins, Zwei und Drei oder auf der Zwei, Drei und Vier eingesetzt werden können. Auch unsere beiden Center Helge Baues und Brandon Watkins können notfalls auf der Drei, Vier und Fünf spielen. Das macht uns viel schwerer ausrechenbar, als das mit Leute wie Malick Fall oder Petar Madunic im letzten Jahr war.

Wie sind Sie zufrieden mit der Einteilung der Dresdner in die Nordstaffel?

Ich bin sehr zufrieden, weil wir weniger gegen Farmteams spielen. Das ist für die Spieler und vermarktungstechnisch günstiger. Wir treffen auf mehr ambitionierte Teams, die in die Pro A wollen. Wir haben zuletzt in Frankfurt gegen die 2. Mannschaft der Skyliners vor 28 Zuschauern gespielt, das wird uns in der Nordstaffel nicht so passieren. Für die Spieler ist es natürlich schöner vor 400 oder 1000 Zuschauern zu spielen.

Zum Auftakt geht es nach Münster, dann kommt Essen, geht es nach Sandersdorf, ehe Oldenburg anreist. Wie gefällt Ihnen das Startprogramm?

Wir haben Münster als hochmotivierten Aufsteiger, der sich in der Pro B aber erst einmal finden muss. Das ist für uns ein relativ guter Zeitpunkt, gegen sie zu spielen. Sie haben zwar Heimspiel, aber es ist ganz klar, dass wir dort punkten wollen. Essen hat sich in der Sommerpause stark verstärkt, der neue Trainer hat sehr, sehr interessante Leute rangeholt. Aber grundsätzlich ist das ein machbares Auftaktprogramm. Eigentlich sollten die ersten vier Spiele uns einen guten Start ermöglichen.

Wie weit ist die Reha von Sebastian Heck vorangeschritten?

Außerordentlich gut. Er steht schon wieder im Mannschaftstraining, nur noch nicht im Direktkontakt. Wir sind optimistisch, dass er Mitte/Ende September wieder ins Vollkontakttraining einsteigen kann. Damit wäre der Heilungsverlauf außerordentlich gut verlaufen, er Mitte Oktober wieder voll einsetzbar. Das hilft uns sehr viel weiter.

Janek Schmidkunz bleibt Kapitän?

Ja, Nenad Josipovic hat das gleich beim ersten Aufeinandertreffen gesagt, dass Janek sein Kapitän bleibt, aber Bryan Nießen zum Co-Kapitän aufsteigt.

Interview: Jochen Leimert

Das nächste öffentliche Testspiel bestreiten die Titans am Sonntag (16 Uhr) in der Sporthalle des Gymnasiums Bürgerwiese gegen den Ligakontrahenten Lok Bernau.

Von DNN

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