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Sport Regional Der verlorene Sieg: Dynamo Dresden verspielt gegen Paderborn ein 2:1
Sportbuzzer Sport Regional Der verlorene Sieg: Dynamo Dresden verspielt gegen Paderborn ein 2:1
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18:23 09.09.2015
Nach dem Abpfiff versucht Trainer Olaf Janßen (vorn in der weißen Jacke), seiner enttäuschten Truppe sofort Trost zu spenden. Nach dem Spielverlauf konnte sich kein Dynamo-Profi über den einen gewonnenen Punkt freuen. Quelle: Dehli-News / Frank Dehlis

Nach einem Eckball konnte Idir Ouali zwar gegen Elias Kachunga retten, aber gegen den artistisch in der Luft liegenden Paderborner Joker Mahir Saglik kam Sebastian Schuppan einen Tick zu spät: Sagliks Seitfallzieher schlug zum 2:2 (0:0)-Endstand im Dynamo-Tor ein. Ein Schock für die Mannschaft von Trainer Olaf Janßen, die das hart umkämpfte Kellerduell lange bestimmt und einen 0:1-Rückstand in eine 2:1-Führung umgedreht hatte.

Ganz nah war die Truppe dem erhofften Befreiungsschlag gewesen, dann wurde es für Janßen doch "ein verkorkster Nachmittag". Noch auf dem Rasen versuchte der 46-Jährige, die Mannschaft aufzurichten, die Sagliks später Streich bis ins Mark getroffen hatte. "Super ärgerlich, wenn du noch so einen dummen Standard gegen dich kriegst. Die wissen selber nicht, wie sie das Ding reingekriegt haben", sprach purer Frust aus Schuppans Worten. Robert Koch steckte der Paderborner Ausgleich wie ein Kloß im Hals: "Es ist schwer, jetzt noch Worte zu finden."

Die Enttäuschung ist verständlich, denn die Gastgeber hätten den Sieg verdient gehabt - auch wenn Paderborns Trainer André Breitenreiter ein "verdientes Unentschieden" gesehen haben wollte, um sogleich doch einzuschränken, dass "die Chancenvorteile bei Dynamo Dresden lagen". Wie glücklich er über den einen Zähler war, mit dem sein Klub den Vier-Punkte-Vorsprung auf die Schwarz-Gelben verteidigte, ließ er noch einmal durchblicken: "Hier werden noch viele Mannschaften straucheln."

Angetrieben von 22 700 der insgesamt 22 763 ins Stadion geströmten Fans, hatten die Gastgeber von Beginn an mehr vom Spiel. Mit dem im Gegensatz zum 1:1 in Düsseldorf in die Startelf gerutschten Tobias Müller und einer vertauschten Flügelzange Koch/Ouali attackierten sie die Ostwestfalen. Eine gefährliche Koch-Flanke auf Zlatko Dedic wurde gerade noch abgefangen (16.), dann schloss der von Spiel zu Spiel besser ins Rollen kommende Koch nach Vorarbeit von Müller und Ouali selbst ab, doch der Ball zischte knapp am Tor vorbei (22.).

Dann hatte Dribbelkönig Ouali zweimal die Führung auf dem Fuß. Erst scheiterte der Franko-Algerier nach Kochs Zuspiel an SCP-Torwart Daniel Lück, der den am Vormittag Vater gewordenen Stammkeeper Lukas Kruse gut vertrat (36.). Dann schoss Ouali vorbei (37.). Auch Dedics Kopfball nach einer Schuppan-Flanke verfehlte sein Ziel (43.). "Wir haben in der ersten Halbzeit schon drei, vier sehr gute Möglichkeiten gehabt. Und wir sind nicht ins offene Messer gelaufen", konnte Janßen bei Halbzeit zufrieden sein - nur eines fehlte seinem Team: ein Tor.

Das fiel erst kurz nach Wiederbeginn, allerdings für die Gäste: Kachunga legte auf Jens Wemmer ab, dessen Flanke Johannes Wurtz mutterseelenallein zum 0:1 verwandelte (47.). "Das war ein harter Schlag für uns, aber wir haben sehr gut reagiert", meinte SGD-Kapitän Romain Brégerie. In der 55. Minute schien sich das 1:1 anzubahnen, doch Schiedsrichter Tobias Christ verwehrte Dedic einen klaren Elfmeter.

Janßen brachte darauf mit Mohamed Amine Aoudia einen frischen Stürmer, der mit seiner ersten Ballberührung Schuppans Freistoß zum 1:1 einköpfte (63.). Sein zweites Saisontor feierte der Algerier überschwänglich und pushte mit beiden Armen das Publikum noch mehr auf. Kopf stand das Stadion dann, als Dedic einen Ball von Christoph Menz aufnahm und die Kugel aus 20 Metern in den Winkel schlenzte (67.). "Bis dato war es ein sehr, sehr gutes Spiel von uns", bilanzierte Janßen, dessen erste Heim-Pflichtpartie aber noch mit einem Dämpfer endete.

Statt das erlösende 3:1 zu erzwingen, zog sich Dynamo nun zu weit zurück. "Da fehlte so ein bisschen der Mut, jeder machte ein Schrittchen weniger", mutmaßte der Trainer. Wie er mochte Robert Koch den Kopf aber nicht lange hängen lassen: "So bitter wie das ist - wir müssen trotzdem wieder aufstehen." Und nun am 30. September in Fürth das Unmögliche möglich machen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.09.2013

Jochen Leimert

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