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Sport Regional DSC-Trainer Waibl fordert mehr Blick auf die Talente
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23:50 09.09.2015
Alexander Waibl Quelle: Lutz Hentschel, Archiv

In der Gerüchteküche werden neben mehreren Italienern jetzt auch der Argentinier Juan Manuel Serramalera (derzeit Trainer bei Frauen-Erstligist Gornicza/Polen) und der ehemalige Schweriner Coach Tore Aleksandersen (derzeit Wroclaw/Polen) aus Norwegen genannt. Kurz nach dem Rücktritt von Guidetti wurde auch der Name von DSC-Trainer Alexander Waibl ins Spiel gebracht, doch der 46-Jährige hatte bislang keine Anfrage des Verbandes und würde ohnehin nicht zur Verfügung stehen.

"Ich bin und bleibe Vereinstrainer und eine Doppelfunktion käme für mich nicht in Betracht, weil das mit meiner Vorstellung von Privatleben nicht kompatibel wäre", betont Waibl, dem aber dennoch die Zukunft des Frauen-Volleyballs und der Nationalmannschaft am Herzen liegt und der sich nicht scheut, seine Gedanken darüber zu äußern: "Ich glaube, dass Volleyball in Deutschland nicht groß genug ist, dass man die A-Nationalmannschaft abgekoppelt vom Nachwuchs betrachten kann. Es gibt vielleicht eine Handvoll an Top-Spielerinnen, dazu ein, zwei Handvoll gute Talente. Bei so geringen Ressourcen sehe ich nur eine Chance, wenn man langfristig denkt und etwas entwickelt. Deshalb sollte man alle Befindlichkeiten beiseitelassen, die Kräfte bündeln und auf eine breite Zusammenarbeit aller setzen."

Waibl will keinesfalls die Arbeit von Giovanni Guidetti schmälern, hebt hervor, dass in der Spitze unter seiner Leitung Hervorragendes geleistet worden sei. Die Verbindung und Verzahnung mit dem Nachwuchs sei dabei aber zu kurz gekommen, findet der DSC-Coach, der deshalb mahnt: "Ein neuer Bundestrainer sollte einen guten Einblick in den deutschen Volleyball einschließlich der Nachwuchsentwicklung haben und auch darauf Einfluss nehmen."

Für Waibl wäre es ein grober Fehler, würde man als Ziel die Qualifikation für die Olympia 2016 ausgeben. "Das halte ich unter den gegebenen Umständen für unrealistisch. Wären wir in Nordamerika, dann wäre es kein Problem, sich zu qualifizieren. Aber in Europa, wo es viele gute Volleyball-Nationen gibt, ist es inzwischen enorm schwer geworden, das zu schaffen. Noch dazu, wo sich derzeit ein Umbruch andeutet. Deshalb sollte man sich langfristig orientieren und schon jetzt die Blickrichtung auf 2020 richten", weiß der Volleyball-Freak, der sich seit vielen Jahren intensiv mit der internationalen Szene beschäftigt. Ob seine Intentionen auch die des DVV sind, wird sich in den nächsten Tagen mit der Präsentation des Guidetti-Nachfolgers zeigen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.02.2015

Astrid Hofmann

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