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Sport Regional DSC-Trainer Alexander Waibl: „Ich bereue es nicht“
Sportbuzzer Sport Regional DSC-Trainer Alexander Waibl: „Ich bereue es nicht“
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10:03 28.09.2016
Alexander Waibl im Gespräch mit der Tschechin Marie Toufarova: Die Verständigung mit seinem Team und dem Betreuerstab war nicht immer problemlos. Quelle: imago
Dresden

Nach nur fünf Monaten ist für Alexander Waibl das Abenteuer als Trainer der tschechischen Nationalmannschaft beendet. Noch vor den letzten beiden EM-Relegationsspielen gegen die Slowakei warf der 48-Jährige am Montag das Handtuch und löste seinen Vertrag mit den Tschechen auf. Im DNN-Interview spricht der DSC-Meistertrainer über die Gründe und worauf er sich jetzt freut.

Frage: Was hat Sie bewogen, nach der 1:3-Niederlage gegen Slowenien diese Entscheidung zu treffen?

Man muss zuerst einmal sagen, dass wir mit den EM-Teilnehmern Weißrussland und Slowenien sehr starke Gegner in der Gruppe hatten und deshalb war die Aufgabe nicht ganz leicht. Der Relegationsplatz war unser Ziel. Mit unserer relativ jungen Mannschaft haben wir das bis zu diesem Spiel gegen Slowenien aber sehr gut gelöst. So war der erste Sieg gegen Slowenien wichtig und dann haben wir auch beim zweiten Spiel gegen Weißrussland alles rauskitzeln müssen und hatten es selbst in der Hand, Platz eins in der Gruppe zu erreichen. Es fehlte also nur noch ein kleiner Schritt. Doch wir haben gegen Slowenien nie zu unserer Leistung gefunden, vor allem emotional haben wir es nicht hinbekommen, und das Ganze hat viel Kraft gekostet. Im Anschluss hatte ich das Gefühl, dass das Team für die letzten beiden Spiele jetzt noch mal einen emotionalen Push, neuen Input braucht, den ich aber nicht geben konnte.

Es wird gemunkelt, dass es ein Zerwürfnis zwischen Ihnen und der Mannschaft gab. Stimmt das?

Das kann ich so nicht bestätigen. Es gilt zumindest nicht für das Gros der Mannschaft. Natürlich ist es klar, wenn man große, ehrgeizige Ziele verfolgt, entsteht Reibung. Und darauf reagiert jeder etwas anders. Aber ich bin mit den meisten Leuten gut hingekommen. Allerdings war für mich auch schon länger klar, dass ich das Engagement nach diesem Sommer beenden werde. Wenn man Familie hat und Trainer eines so ambitionierten und erfolgreichen Vereins wie dem DSC ist, dann war dieses eine Jahr in Ordnung, aber länger muss die Doppelbelastung nicht sein.

Welche Erfahrungen haben Sie bei diesem Engagement gesammelt und bereuen Sie, diese Aufgabe übernommen zu haben?

Ich bereue es nicht und würde es wieder so machen. Bis zum Sonntagabend war es für mich eine super Erfahrung. Ich kam nach der Saison mit dem DSC in ein komplett neues Umfeld, musste mich auf eine ganz andere Situation einstellen. Es war natürlich cool, viel Zeit zum Training zu haben und mit den Spielerinnen sehr intensiv in allen Bereichen zu arbeiten. Das war so, wie ich es mir erhofft hatte. Etwas anders war es mit einigen Rahmenbedingungen. So gab es zum Beispiel mit meinem Stab einige Kommunikationsprobleme, weil die Leute kein Englisch sprechen. Das hat die Zusammenarbeit natürlich nicht gerade erleichtert.

Wie haben Sie in dieser Zeit die Vorbereitung Ihrer Schützlinge beim DSC verfolgt? Wann steigen Sie selbst wieder ein?

Ich habe jeden Tag vom Training einen Videomitschnitt bekommen und mir angeschaut. Danach habe ich stets mit meinem Co-Trainer Michal Masek noch geschrieben oder telefoniert und zum Beispiel über technische Details gesprochen. Auch mit Athletik-Coach Mirco Theurer stand ich in ständigem Kontakt. Ich habe zudem jede Woche den Trainingsplan erstellt. Michal hat alles super umgesetzt. Das war alles unkompliziert, weil er meine Vorstellungen sehr genau kennt und teilt. Auch die Spiele vom ersten Turnier in Karpacz habe ich mir angesehen. Ich bin ab Mittwoch wieder dabei.

Worauf freuen Sie sich jetzt und ist demnächst noch mit weiterer Verstärkung zu rechnen?

Natürlich freue ich mich jetzt zuerst einmal auf Zeit mit meiner Familie. Und ich freue mich sehr auf die Arbeit mit meinem Stab und mit der Mannschaft mit den vielen neuen Spielerinnen. Das ist eine große Motivation. Eine Woche vorm Supercup werden auch die drei tschechischen Nationalspielerinnen ins Training einsteigen. Eine weitere Spielerin im Angriffs- und Diagonalbereich brauchen wir auf jeden Fall noch. Das hängt aber nach wie vor von den finanziellen Möglichkeiten ab.

Von Astrid Hofmann

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