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09:59 10.08.2016
Auf einer Leinwand wurde der Wettkampf aus Rio am Montagabend live in die Gewichtheberhalle des Dresdner SC übertragen. Quelle: Olympia-Stützpunkt Dresden
Dresden

Auch wenn der erhoffte krönende Abschluss in Rio de Janeiro am Montagabend fehlte, in der Gewichtheberhalle in Dresden wurde zu später Stunde dennoch das kleine Feuerwerk gezündet. Eigentlich sollte mit diesen Fontänen das ersehnte Edelmetall von DSC-Wasserspringer Sascha Klein und seinem Berliner Patrick Hausding im Turm-Synchronspringen gefeiert werden. Doch die neunmaligen Europameister und Weltmeister von 2013 verfehlten ihre zweite olympische Medaille nach 2008 um den Hauch von sechs Punkten und belegten den undankbaren vierten Platz. So diente die Fontäne zumindest als kleine Aufmunterung für die beiden traurigen Sportler in Rio und sie bildete zudem den glitzernden Abschluss einer gelungenen Premiere des Dresdner SC, der erstmals in seiner Geschichte zu einem Olympia-Abend Vereinsmitglieder, Gäste aus Politik und Sport sowie auch ehemalige Athleten eingeladen hatte.

Bevor ab 21 Uhr die Entscheidung von Rio über die große Leinwand flimmerte, wurden per Video-Einspieler noch einmal die vier DSC-Olympiateilnehmer Jenny Elbe (Leichtathletik), Tina Punzel, Sascha Klein und Martin Wolfram (Wasserspringen) vorgestellt. Ex-Gewichtheber Marc Huster, selbst zweimal olympischer Silbermedaillengewinner, entlockte auf der Bühne gewohnt kompetent und locker seinen Gesprächspartnern Interessantes zum Thema Sport, Olympia oder Doping. Der Direktor des Leipziger Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT), Ulf Tippelt, machte aus seiner Haltung keinen Hehl: „Die Zulassung der russischen Mannschaft für Rio richtet großen Schaden an der olympischen Idee an. Ich wünsche mir, dass der Antidoping-Kampf in Zukunft auf der ganzen Welt konsequent betrieben wird.“ Was den DSC betrifft, meinte der ehemalige Generalsekretär des Landessportbundes Sachsen: „Dass der Verein vier Olympia-Teilnehmer stellt, zeigt die gute Arbeit, die hier geleistet wird. Ich kann mich an deutlich schlechtere, natürlich aber auch noch bessere Zeiten erinnern.“ Jörg Elbe, Trainer-Vater von Dreispringerin Jenny, verriet: Es gibt keinen Wettkampf, bei dem ich nicht fast vor Aufregung sterbe, wenn meine Tochter dabei ist. Da springe ich immer selbst in Gedanken mit.“

Der ehemalige Wasserspringer Michael Kühne, der 1992 und 1996 an olympischen Spielen teilnahm und mit Jan Hempel 1997 Europameister und 1998 Vizeweltmeister im Turm-Synchronspringen war, fieberte an diesem Abend natürlich besonders mit seinen Nachfolgern mit. „Ich verfolge die Szene noch immer sehr aufmerksam, schaue ab und zu auch in der Springerhalle vorbei“, erzählte der 45-Jährige. Er gab auch zu: „An einige Sprünge, die die heutige Generation zeigt, haben wir noch nicht einmal gedacht.“

Der langjährige DSC-Coach und jetzige Junioren-Bundestrainer Frank Taubert kommentierte dann fachkompetent den Verlauf des Wettkampfes im fernen Brasilien. Sein Fazit nach allen sechs Durchgängen war gewohnt kritisch: „Es ist schon ein wenig schade und traurig, denn es war auf jeden Fall mehr drin. Doch es lag vor allen an den ersten drei Sprüngen, bei denen Sascha und Patrick zu viele Punkte liegenließen. Natürlich ist ein vierter Platz bei Olympia aller Ehren wert, aber sie können es besser. Diesmal fehlte bei ihnen der i-Punkt.“

Vom Olympia-Abend zeigte sich Frank Taubert trotz allem begeistert: „Ich bin seit 52 Jahren beim Verein, aber so etwas gab es bislang nicht. Ich hoffe, dass das Interesse anderer Abteilungen und der Dresdner Sportszene am Wasserspringen noch weiter wächst und das nächste Mal noch mehr Leute kommen, um gemeinsam unsere Sportler anzufeuern“, sagte er.

Von Astrid Hofmann

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