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Sport Regional Beachvolleyballerin Anni Schumacher beendet ihre Karriere
Sportbuzzer Sport Regional Beachvolleyballerin Anni Schumacher beendet ihre Karriere
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09:27 06.09.2017
Anni Schumacher (l.) bildete zuletzt mit Kim Behrens ein erfolgreiches Duo im Sand. Quelle: imago
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Dresden

Anni Schumacher wird auf der Tour fehlen. Die Beachvolleyballerin des Dresdner SSV hat bei den Deutschen Meisterschaften am Timmendorfer Strand zum letzten Mal ihr Können im Sand demonstriert. Mit ihrer Partnerin Kim Behrens vom USC Münster belegte sie den siebenten Platz und beendet nicht nur eine überaus erfolgreiche Saison, sondern sie verabschiedet sich damit aus dem Leistungssport. Viele finden es traurig, denn die 29-Jährige hat die Fans mit ihrer Art, ihrer Spielweise und ihrem Auftreten begeistert. Das sieht auch ihr ehemaliger Trainer Volker Grochau so: „Es ist wirklich schade, aber es ist eine verständliche und klare Entscheidung von ihr. Für mich ist Anni eine Teamplayerin, eine ehrgeizige und ehrliche Athletin, die immer bereit war dazuzulernen und die sehr zielstrebig arbeitet. Auf der Tour mochte man sie auch deshalb, weil sie stets ein Lächeln auf den Lippen hatte.“

Die gebürtige Bad Muskauerin hatte einst das Volleyball-ABC in der Halle gelernt, ging unter anderem auch durch die DSC-Talenteschmiede des VC Olympia Dresden und begann 2001 im Sand zu baggern und zu pritschen. Bereits im Jahr 2006 feierte sie mit Jenny Heinemann Gold bei der deutschen U20-Meisterschaft. Mit Stefanie Hüttermann erreichte sie 2010 bei der EM in Berlin das Achtelfinale, mit der aktuellen deutschen Meisterin Chantal Laboureur holte sie 2012 bei der Studenten-WM in Brasilien Bronze. Mit Jana Köhler gelangen ihr drei Siege in Folge auf der nationalen Smart-Beach-Tour sowie ein neunter Platz beim FIVB Grand Slam in Berlin. Weitere Partnerinnen waren die Dresdnerin Sandra Seyfferth, Lisa Arnholdt und zuletzt Kim Behrens.

Auch wenn Schumacher der große internationale Durchbruch nicht gelang, gehörte sie doch jahrelang zu den besten deutschen Beachvolleyballerinnen. Gerade mit der 24-jährigen Kim Behrens schien sie in dieser Saison eine kongeniale Partnerin gefunden zu haben. Mit ihr feierte sie sowohl auf der Welttour als auch auf europäischer Bühne Erfolge wie nie zuvor. So gelang zum Beispiel im australischen Shepparton (1-Stern-Turnier) erstmals bei der World Tour mit Rang zwei der Sprung aufs Treppchen. Es folgten unter anderen Platz vier in Sydney (2 Sterne) und erneut Rang zwei in Monaco (1 Stern). Dazu kam auf der CEV-Tour ein zweiter Platz beim Masters in Ankara und ein Sieg beim Satellite in Ljubljana.

Umso mehr stellt sich die Frage: Warum der Abschied gerade jetzt? Anni Schumacher nennt dafür einen wesentlichen Grund: „Ich sehe keine Möglichkeit, international auf höherer Ebene zu spielen, mich also dauerhaft mit der Weltspitze zu messen. Da bin ich in den vergangenen Jahren ein Stück weit vom Verband blockiert worden. Ich gehöre nicht zu den geförderten Athleten. Dabei gab es auch wenig Transparenz. Natürlich war das für mich sehr ärgerlich und enttäuschend. Allerdings habe ich den Frust in diesem Jahr schon runtergeschraubt und hatte wohl auch deshalb wieder den Kopf frei“, erklärt sie und fügt an: „Eine weitere Saison auf diesem Niveau würde mich nicht befriedigen, wenn man genau weiß, man könnte eigentlich auch höher spielen. Man sieht ja derzeit auch, dass sogar eine Europameisterin wie Julia Großner plötzlich aus der Förderung fällt. Wie sollte es dann also bei mir weitergehen? Zumal der Verband jetzt alles auf Olympia 2020 und 2024 ausrichtet.“

Ihre Entscheidung habe sie aus alle den Gründen lange genug überdenken können. „Deshalb bin ich mit mir auch absolut im Reinen und kann mich mit einem Lächeln verabschieden“, findet Anni Schumacher. Sie habe viele tolle Erlebnisse an tollen Orten sammeln können. Ein ganz entscheidender Moment sei der Anruf von Jana Köhler gewesen: „Als sie mich 2012 fragte, ob ich ihre Partnerin werden wollte, war das für mich ein wichtiger Schritt, ein Türöffner nach oben.“

Obwohl die Lausitzerin seit drei Jahren in Stuttgart lebt und trainiert, ist sie Dresden treu geblieben. Jahrelang startete sie für den DSC, zuletzt für den Dresdner SSV. „Ich finde es schön, wenn man die Verbindung aufrechterhalten kann und ich bin stets gut unterstützt worden, auch vom sächsischen Volleyballverband“, hebt sie hervor. Jetzt will sie sich ihrer beruflichen Zukunft widmen: „Ich werde mein Psychologie-Studium in Dresden abschließen, im Winter dann meine Diplomarbeit schreiben. Für den Berufseinstieg gibt es schon einige Ideen. Ich bin auch schon freiberuflich für eine Firma im Bereich Coaching im Einsatz.“

Von Astrid Hofmann

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