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Sport Regional Axel Jungk aus Oberbärenburg erlebt zum ersten Mal Olympische Spiele
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09:59 09.02.2018
Axel Jungk springt während eines Weltcup-Rennens in Park City (USA) auf seinen Schlitten. Er will auch in Korea gut starten. Quelle: AP
Dresden

Eigentlich ist Axel Jungk nicht abergläubisch, aber ein bisschen dann doch. Nachdem er vor der vergangenen Winter-Saison von Freundin Michelle Uhrig eine Unterhose geschenkt bekam, auf der Superheld Flash prangt, darf dieses Teil bei keinem Wettkampf fehlen. „Das ist schon mein Glücksbringer“, verriet der in Dresden lebende Skeletonfahrer noch vor der Abreise nach Pyeongchang am vergangenen Wochenende.

Die Wettkampfergebnisse zumindest geben dem 26-Jährigen Recht. Schließlich feierte er mit Flash unterm Rennanzug 2017 mit dem Gewinn des Vizeweltmeistertitels seinen bislang größten Erfolg. Und auch in diesem Winter zeigte die Formkurve beim gebürtigen Zschopauer mit dem ersten Weltcup-Sieg am Königssee, mit dem er in letzter Minute auch noch Gesamtweltcup-Zweiter wurde, deutlich nach oben. Besser hätte die Generalprobe vor seinem Olympia-Debüt nicht laufen können. Allerdings weiß der bodenständige Athlet: „Königssee war eine Heimbahn in Deutschland und nicht Pyeongchang. Da werden die Karten völlig neu gemischt und vor allem hat dann der Koreaner Sungbin Yun, der beim Weltcup-Rennen fehlte, einen großen Heimvorteil.“ Neben dem Favoriten aus dem Gastgeberland hat Jungk vor allem den lettischen Dauerbrenner und zweimaligen olympischen Silbermedaillengewinner Martins Dukurs auf der Rechnung. „Dahinter“, so ist er überzeugt, „streiten sich viele Athleten um Bronze. Natürlich möchte auch ich dabei eine Rolle spielen.“, so hofft Jungk.

Dabei hatte sich der überzeugte Bartträger zuerst auf den Schanzen ausprobiert. Seinen letzten Sprung absolvierte er 2007 in Lauscha. Sein Vorbild war der Japaner Noriaki Kasai, mit dem er sogar einmal trainierte. Die Chancen, den mittlerweile 45-Jährigen im olympischen Dorf zu treffen, stehen sogar ziemlich gut für den Sachsen, schließlich nimmt der ehemalige Skiflugweltmeister als erster Sportler der Welt zum achten Mal an olympischen Winterspielen teil und wird heute sein Land als Fahnenträger bei der Eröffnung ins Stadion führen. Während Kasai noch immer von den Schanzen dieser Welt springt, stieg Axel Jungk 2008 auf den Schlitten um und stürzt sich seither kopfüber die Eiskanäle hinab.

„Der Umstieg war eigentlich unspektakulär“, verrät er grinsend, „mich haben Skeletontrainer gesichtet, ich habe es probiert und bin dabei geblieben.“ Seine Sprungkraft half ihm auch im neuen Metier, seine Stärke ist der Start. Da gehört er zu den Besten der Welt. Seine Sporen in der Bahn musste sich der „schräge Vogel“, wie ihn Bob-Weltmeister und Vereinsgefährte Francesco Friedrich einmal betitelte, erst nach und nach verdienen. Seinen internationalen Einstand erlebte er in der Saison 2011/12 im Europacup und sicherte sich zugleich in jenem Winter Gold bei der Junioren-WM und durfte deshalb dann auch bei der WM der Großen ran. Dabei sprang Platz 22 heraus. Im Winter 2014/15 qualifizierte sich der Erzgebirgler erstmals für das Weltcup-Team, dem er seither stets angehörte.

Nachdem 2016 bei ihm ein zu spät erkannter Wirbelbruch immer wieder Schmerzen im Rücken verursachte, musste er oft Abstriche am Training machen oder die Probleme durch spezielle Übungen versuchen zu minimieren. „Ganz auszuschalten sind die Beschwerden nicht, aber sie behindern mich nicht mehr“, sagt Jungk, der mit Trainer Wolfram Lösch am Stützpunkt in Altenberg letzten Winter auch seine Technik umstellte. Er ließ sich inzwischen auch von Bob-Trainer Gerd Leopold beim Athletik-Training helfen.

Jungk gibt zu, dass er auch schon mal den berühmten Tritt in den Hintern braucht. Er sieht sich als Mensch, der auf „sein Bauch- und Körpergefühl“ vertraut. Und natürlich auf seine Familie und Freunde. Sein Bruder Felix organisiert im heimatlichen Hohndorf seit Jahren die stets in Orange gehüllte Fan-Gemeinde, die über 100 Anhänger zählt und Axel an vielen Bahnen zumindest in Deutschland lautstark unterstützt. „Darauf bin ich megastolz“, bekennt Axel. In Pyeongchang muss er allerdings auf seinen Fan-Club verzichten – zu weit und zu teuer die Anreise. Dafür aber hat er Freundin Michelle Uhrig dabei, denn die 22-jährige Eisschnellläuferin qualifizierte sich überraschend auch für die Spiele.

Von Astrid Hofmann

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