Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Fußball DFL verteilt die TV-Gelder neu
Sportbuzzer Fußball DFL verteilt die TV-Gelder neu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:44 24.11.2016
Ab der Saison 2017/18 steigen die Einnahmen aus der nationalen Vermarktung des deutschen Profifußballs für vier Jahre auf 1,19 Milliarden Euro pro Spielzeit. Quelle: dpa
Frankfurt/Main

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) gab am Donnerstag in Frankfurt am Main bekannt, dass die nationalen Fernseheinnahmen künftig nach vier statt bislang zwei unterschiedlichen Kriterien verteilt werden.

  • Wie ein Verein in den vorangegangenen fünf Jahren sportlich abgeschnitten hat, bleibt nach wie vor der stärkste Faktor und macht in Zukunft 70 Prozent bei der Ausschüttung der Fernsehgelder aus.
  • Weitere 23 Prozent der Gelder werden über eine weitere, gewichtete Fünfjahreswertung auf der Basis einer 36er Rangliste verteilt.
  • Hinzu kommen ab der Saison 2017/18 aber noch das Kriterium „Sportliche Nachhaltigkeit“ (5 Prozent), bei dem die Bundesliga-Zugehörigkeit in einer 20-Jahres-Wertung belohnt wird.
  • Außerdem wird der Einsatz von Spielern unter 23 Jahren berücksichtigt – diese Säule „Nachwuchsförderung“ soll 2 Prozent der Ausschüttung ausmachen.

Die DFL hatte bereits im Juni den bislang werthaltigsten Fernsehvertrag der Bundesliga-Geschichte abgeschlossen. Danach erhalten die deutschen Proficlubs ab der Saison 2017/18 für die Laufzeit von vier Jahren insgesamt 4,64 Milliarden Euro für den Verkauf ihrer nationalen Medienrechte.

Fragen und Antworten zum neuen TV-Schlüssel

Um wie viel Geld geht es?

Es geht um 1,19 Milliarden Euro pro Saison (ab Sommer 2017). Davon werden 70 Prozent immer noch anhand der Fünfjahreswertung verteilt – also rund 833 Millionen Euro. Für die Verteilung von weiteren 60 Millionen Euro (5 Prozent) werden die Erfolge der vergangenen 20 Jahre bewertet. 24 Millionen Euro (2 Prozent) richten sich nach der Nachwuchsförderung. Basis für die restlichen 274 Millionen Euro (23 Prozent) ist die Wettbewerbswertung. Grundsätzlich gilt, wie DFL-Geschäftsführer Christian Seifert sagt: „Jeder bekommt sehr viel mehr als vorher.“ Allein die Summe, die anhand der Fünfjahreswertung verteilt wird, steigt von 690 auf 833 Millionen Euro.

Wer gewinnt?

Die Klubs, die aktuell schwächeln, aber in der Vergangenheit große Erfolge feierten, profitieren von der 20-Jahres-Wertung, etwa Zweitligist 1. FC Kaiserslautern (Meister 1998). Auch die Fraktion „Jugend forscht“ wie der SC Freiburg freut sich über frisches Geld. Durch die Wettbewerbswertung wird der Fluktuation zwischen Bundesliga und 2. Liga Rechnung getragen. Die Top-Klubs behalten durch die starke Gewichtung der Fünfjahreswertung ihren Status quo.

Wer verliert?

Im Kampf um die Milliarden hatten die Zweitligisten auf die Beibehaltung der Verteilung (national) von 80 Prozent an die Bundesliga und 20 Prozent ans Unterhaus bestanden. Wie das Verhältnis nun aussieht, lässt sich erst in Zukunft beantworten. Laut „Simulationen“ der DFL mit vergangenen Spielzeiten bleibt es aber ungefähr bei diesem Verhältnis. Zumindest ihren eigenen Kampf verloren haben die Traditionsvereine, die „weiche“ Faktoren in die Verteilung miteinfließen lassen wollten, etwas das Fanaufkommen in den sozialen Netzwerken. Diesen Plänen erteilte Seifert eine klare Absage.

Wie werden die internationalen Erlöse verteilt?

50 Prozent werden nach einem neuen „DFL-Koeffizienten“ ausgeschüttete, der das Abschneiden in den UEFA-Wettbewerben der vergangenen fünf Spielzeiten bewertet. 25 Prozent werden auf alle 18 Bundesliga-Klubs gleichmäßig verteilt, die weiteren 25 Prozent anhand einer neuen Zehn-Jahres-Wertung ausgeschüttet. Die 2. Liga bekommt statt 1,8 Millionen Euro nun mindestens fünf Millionen Euro pro Saison. Um welche Summen es am Ende geht, wollte und konnte Seifert aufgrund der laufenden Verhandlungen nicht bekanntgeben - so gut wie sicher dürften die 1,19 Milliarden Euro aus der nationalen Vermarktung aber auf 1,5 Milliarden Euro ansteigen.

Von dpa/sid/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!