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Trubel um Scharapowa-Comeback - Wildcard in Stuttgart

Tennis Trubel um Scharapowa-Comeback - Wildcard in Stuttgart

Beim Stuttgarter Tennis-Turnier liegt der Fokus auf Maria Scharapowa. Nach ihrer Dopingsperre kehrt die frühere Nummer eins auf die Tour zurück. Für die 30-jährige Russin beginne nun "das dritte Tennis-Leben", schreibt eine russische Zeitung.

Maria Scharapowa trainiert am ersten Tag nach Ablauf ihrer Dopingsperre.

Quelle: Bernd Weissbrod

Stuttgart. Die Rückkehr von Glamourgirl Maria Scharapowa beherrscht die Tennis-Szene. Nach dem Ende ihrer Dopingsperre zieht die Sport-Ikone das Interesse sofort auf sich und soll als Marke dem Damen-Tennis insgesamt mehr Aufmerksamkeit bringen.

Der positive Dopingtest aus dem vergangenen Jahr macht sie zur kritisch beurteilten Reizfigur. Der Weltstar lockt trotzdem mehr Publikum in die Arenen, dürfte Einschaltquoten erhöhen und Werbepartner erfreuen. Das WTA-Sandplatzturnier in Stuttgart sollen 250 Akkreditierungswünsche erreicht haben. Fernseh-Teams nicht nur aus Russland sind extra für Scharapowa in die baden-württembergische Landeshauptstadt gereist.

Am Mittwoch hatte der Presseauflauf im Vergleich zu den ersten Tagen zugenommen. Rund zwei Dutzend Medienvertreter harrten schon drei Stunden vor dem ersten Match des Tages in der Halle aus, um den Premieren-Auftritt von Scharapowa auf der offiziellen Anlage nicht zu verpassen. Kameras klickten, als die 30-jährige Russin um 9.13 Uhr erstmals den Centre Court des Porsche Grand Prix betrat.

In grauem Top und grau-weiß-gemusterter Leggings absolvierte sie mit ihrem Trainer Sven Groeneveld und einem Hitting Partner vor ihrer Erstrunden-Partie gegen die frühere US-Open-Finalistin Roberta Vinci aus Italien (18.30 Uhr) eine Trainingseinheit. Die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin begann mit einigen Vorhandschlägen und verschwand nach rund einer Stunde wieder in die Katakomben.

Erst am Mittwoch durfte sie wieder offiziell in Erscheinung treten. Bis einschließlich Dienstag war ihr der Zutritt zur offiziellen Anlage verboten gewesen. Deswegen trainierte der Weltstar abgeschirmt von der Öffentlichkeit beim SV Sillenbuch 1892, einem normalen Tennisverein in Stuttgart.

Weil sie keine Weltranglistenposition mehr hat, war Scharapowa für das Sandplatz-Event in Stuttgart auf eine Wildcard angewiesen, die von einigen Profis kritisch beurteilt wurde. Auch bei den Masters-Turnieren in Madrid und Rom darf sie dank der Hilfe der Veranstalter starten. "Das ist deren Geschäft. Sie ist ein Zuschauermagnet, gerade momentan. Die Leute möchten sie wieder sehen", sagte Boris Becker der "Sport Bild".

Mit Spannung wird erwartet, in welcher Form sich die frühere Nummer eins in den ersten Wochen nach ihrer Rückkehr präsentiert. Der Präsident des russischen Tennis-Verbandes Schamil Tarpischtschew und die russische Fed-Cup-Teamchefin Anastasija Myskina gehen davon aus, dass bis zu stabilen Topleistungen einige Zeit vergehen wird. Von mindestens einem halben Jahr sprach Tarpischtschew. "Damit zu rechnen, dass sie in wenigen Monaten zurückkehrt zu den Top 10, ist unrealistisch", sagte er der Zeitung "Sport-Express".

Im Vorjahr war die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin bei den Australian Open positiv auf das Herzmedikament Meldonium getestet worden. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte den Wirkstoff auf die seit 1. Januar 2016 gültige Liste der verbotenen Substanzen gesetzt. Ursprünglich war die Russin für zwei Jahre gesperrt worden. Der Sportgerichtshof CAS verkürzte die Sperre später auf 15 Monate.

Für Scharapowa beginne nun "das dritte Tennis-Leben", schrieb die Zeitung "Kommersant". Der erste Teil ihrer Karriere endete 2008 abrupt mit einer schweren Operation an der rechten Schulter, der zweite Part gipfelte in der Doping-Sperre. Nun nimmt sie Anlauf für ein weiteres Comeback.

dpa

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