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Knifflige Relegation für Tennis-Damen gegen die Ukraine

Tennis Knifflige Relegation für Tennis-Damen gegen die Ukraine

Die Relegationspartie gegen die Ukraine wird für Angelique Kerber und das Fed-Cup-Team alles andere als einfach. Wer am Wochenende in Stuttgart verliert, steigt in die Weltgruppe II ab. Kerber setzt auch auf den Wohlfühlfaktor Stuttgart.

Teamchefin Barbara Rittner (r) setzt auf ihre Spitzenspielerin Angelique Kerber.

Quelle: Kin Cheung

Stuttgart. Die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber wies Kritik an ihrer Form zurück, Bundestrainerin Barbara Rittner verdrehte bei der Frage nach ihrer Zukunft genervt die Augen.

Vor dem kniffligen Relegationsspiel gegen die Ukraine stehen die deutschen Tennis-Damen um Anführerin Kerber angesichts des drohenden Abstiegs kräftig unter Druck. Doch die Nummer eins sorgt sich nicht um ihre Ergebnisse - und die Bundestrainerin macht sich keine Gedanken darüber, wie es nach Ablauf ihres Vertrags Ende des kommenden Jahres für sie weitergeht.

"Mit der Frage bin ich überfordert", sagte Rittner in Stuttgart. Selbst dass sie einen Vertrag bis 2018 unterschrieben habe, habe sie nicht im Kopf. "Jetzt spielen wir erst mal das Wochenende, dann ist das Fed-Cup-Jahr 2017 für uns erst einmal beendet", betonte Rittner.

Wenn es schlecht läuft, endet das Wochenende für das Team um die Weltranglisten-Erste Kerber mit dem Sturz in die Weltgruppe II und einem kräftigen Imageschaden. Nur bei einem Sieg spielt die Auswahl auch im kommenden Jahr sicher um den bedeutenden Mannschaftstitel. Am Samstag und Sonntag wird Rittner vor allem auf ihre Nummer eins Kerber vertrauen, deren Leistungen zuletzt nicht an die sensationellen Auftritte von 2016 heranreichten. Mit dem Finaleinzug in Monterrey bewies sie aufsteigende Form, einen Turniersieg kann sie noch nicht vorweisen. "Wir sprechen von einem hohen Niveau, auf dem es nicht so läuft. Jeder erwartet viel von mir", sagte die Kielerin. "Die Erfahrung hilft mir ein bisschen, den Druck zu vergessen."

Die 43-jährige Rittner lobte Kerber mehrfach, als diese am Mittag auf dem Hauptplatz der Porsche Arena gegen einen Sparringspartner Punkte spielte. Seit 2005 ist die gebürtige Krefelderin Teamchefin und hat das deutsche Damen-Tennis seitdem aus der tiefen Talsohle nach dem Ende der Ära von Steffi Graf geführt. "Ich bin jemand, der mit Herz und Seele diesen Job macht", sagte sie.

Ihre Position innerhalb des Verbands gilt als gefestigt. Die frühere Profispielerin steht für den Aufschwung der deutschen Damen, die Entwicklung des Fed-Cup-Teams ist aber ins Stocken geraten. Schon vor zwölf Monaten musste der Finalist von 2014 in Rumänien in der Relegation ran. Im Februar scheiterten die Deutschen - allerdings ohne Kerber - auf Hawaii an den USA.

In Stuttgart fühlt sich Kerber - ebenso wie ihre Teamkolleginnen - besonders wohl. Direkt im Anschluss wird das bei den Spielerinnen beliebte Heim-Turnier ausgetragen, bei dem diesmal das Comeback von Maria Scharapowa nach der Dopingsperre für Trubel sorgen wird. Lediglich Titelverteidigerin Kerber ist jedoch bislang sicher dabei. Nur eine der Fed-Cup-Spielerinnen wird noch eine Wildcard bekommen.

Wer neben Kerber das zweite Einzel bestreiten wird, ließ Rittner noch offen. Ukraine-Coach Michail Filima rechnete mit Laura Siegemund, der Stuttgart-Finalistin von 2016. Julia Görges hat ihre Probleme mit dem Handgelenk rechtzeitig auskuriert und bewirbt sich ebenfalls um den Platz. Als vierte Spielerin ist die aufstrebende Carina Witthöft nominiert. Die Ukraine wird von der Weltranglisten-13. Jelina Switolina angeführt, gegen die Kerber dreimal in Serie verloren hat.

Viermal sind die Deutschen seit Rittners Amtsantritt abgestiegen, jedes Mal wieder aufgestiegen. Zuletzt mussten sie 2012 den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Diesmal bliebe ein Hintertürchen, weil angedacht ist, die Weltgruppe von acht auf 16 Teams aufzustocken.

dpa

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