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Zwanziger-Aussage zu Katar als "Krebsgeschwür" zulässig

Fußball Zwanziger-Aussage zu Katar als "Krebsgeschwür" zulässig

Als "Krebsgeschwür des Weltfußballs" hatte Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger den Wüstenstaat Katar bezeichnet. Das war von der Meinungsfreiheit noch gedeckt, befinden Düsseldorfer Richter, wollen dies vor dem Urteilsspruch aber noch mal überdenken.

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Theo Zwanziger drohen keine rechtlichen Konsequenzen mehr nach seiner «Krebsgeschwür»-Äußerung.

Quelle: Federico Gambarini

Düsseldorf. Theo Zwanziger wird im Rechtsstreit mit dem Fußballverband von Katar voraussichtlich als Sieger vom Platz gehen. Der frühere DFB-Präsident durfte Katar als "Krebsgeschwür des Weltfußballs" bezeichnen, teilte das Düsseldorfer Landgericht in einer vorläufigen Bewertung mit.

Die Aussage sei vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit noch gedeckt gewesen. Der 70-Jährige habe eine Diskussion über die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar anstoßen wollen. Eine Entscheidung will das Gericht am 19. April verkünden.

"Ich habe nicht eine Sekunde einen Menschen aus Katar beleidigen wollen", beteuerte Zwanziger. Er habe ein System angegriffen und kritisiert, dass sich Katar mit seinem Reichtum solche Vorteile verschaffe. Er habe auch auf Menschenrechtsverletzungen in dem Land hingewiesen.

Bei dem Rechtsstreit geht es um ein Interview Zwanzigers mit dem Hessischen Rundfunk vom 2. Juni 2015. Darin fallen jene Worte, die am Persischen Golf für erhebliche Verstimmung gesorgt haben: "Ich habe immer klar gesagt, dass Katar ein Krebsgeschwür des Weltfußballs ist. Mit dieser Entscheidung hat alles begonnen."

Die Richter kamen während der mündlichen Verhandlung ins Grübeln, nachdem der Anwalt des Fußballverbands von Katar, der frühere CSU-Politiker Peter Gauweiler, auf Zwanzigers Aussage einging, mit der Vergabe an Katar habe alles begonnen. Dies sei eine bewusst unwahre Tatsachenbehauptung, sagte Gauweiler.

Damit werde der Eindruck erweckt, die korrupte FIFA-Welt habe zuvor nicht existiert. Angesichts der verdächtigen Vergabe der WM 2006 an Deutschland habe Zwanziger mit seinen Vorwürfen "eigene Spuren verwischen wollen".

"Das Argument ist gut, wir denken noch mal darüber nach", sagte der Vorsitzende Richter Joachim Matz. Zuvor hatte das Gericht noch kundgetan, es komme nicht darauf an, ob Zwanziger von der Vergabe der WM 2006 habe ablenken wollen.

Zwanziger reagierte erbost auf die Behauptung Gauweilers: Dies sei "unterirdisch". Er habe sich jahrelang für eine Reform des Weltfußballverbands FIFA, eine unabhängige Ethikkommission und für Aufklärung auch der Vorgänge um die Vergabe der WM an Deutschland eingesetzt. Von Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe habe er nichts wissen können.

Dies werde durch jüngste vermeintliche Enthüllungen nicht widerlegt, sondern letztlich bestätigt, sagte Zwanziger. Am Wochenende hatten Medien berichtet, dass auf Dokumenten über eine dubiose 6,7-Millionen-Euro-Zahlung handschriftliche Anmerkungen Zwanzigers entdeckt worden seien.

"Die Schmiergeldteppiche sind erst 2012 bekannt geworden", sagte Zwanziger. Danach habe er sich jahrelang um Aufklärung bemüht. Gauweiler sagte, damit habe Zwanziger soeben gestanden, zum Zeitpunkt des Interviews 2015 bereits gewusst zu haben, dass mit Katar eben nicht "alles begonnen" habe.

Der Fußballverband des Wüstenstaates hatte schon vor Monaten beantragt, dem ehemaligen DFB-Präsidenten die wenig schmeichelhafte Aussage zu verbieten. Es handele sich um eine Kollektivbeleidigung. Nachdem Zwanziger sich geweigert hatte, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen, wurde er verklagt.

dpa

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