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Tuchel zur Wiederansetzung: "Ohnmächtiges Gefühl"

Fußball Tuchel zur Wiederansetzung: "Ohnmächtiges Gefühl"

Nach dem Anschlag auf den Teambus von Borussia Dortmund beklagt BVB-Trainer Thomas Tuchel die schnelle Neuansetzung der Partie gegen Monaco. Die UEFA wehrt sich gegen den Vorwurf, eigenmächtig entschieden zu haben.

Dortmunds Trainer Thomas Tuchel ist sich bewusst, dass es ein mental schweres Spiel werden wird.

Quelle: Federico Gambarini

Dortmund. Borussia Dortmund Trainer Thomas Tuchel hat die schnelle Neuansetzung des Champions-League-Spiels gegen den AS Monaco nur einen Tag nach der Attacke auf den BVB-Mannschaftsbus kritisiert. "Wir hätten uns mehr Zeit gewünscht, damit umzugehen", sagte der Coach im TV-Sender Sky.

In Nyon sei entschieden worden, "wird gleich noch gespielt oder wird am nächsten Tag gespielt, ohne dass das Ausmaß irgendwie klar war", sagte Tuchel weiter und kritisierte damit auch die Europäische Fußball-Union UEFA. "So ist es ein etwas ohnmächtiges Gefühl." Man müsse vor allem den Spielern zugestehen, "heute mit einem mulmigen Gefühl in den Bus zu steigen". Mit der Anstoßzeit und der Vorgeschichte fühle sich "das nicht wie ein Champions-League-Feiertag an".

Auch der frühere BVB-Trainer Jürgen Klopp hat die Entscheidung der UEFA in Frage gestellt. "Ich bin mir ziemlich sicher, wenn einer der Leute, die das entschieden haben, im Bus gesessen hätte, hätten sie die Partie nicht gespielt", sagte Klopp am Donnerstag auf einer Pressekonferenz seines Vereins FC Liverpool.

"Wenn man nicht im Bus sitzt, kann man sich sicher nicht genau vorstellen, wie das war." Sein Ex-Verein habe sich trotzdem hervorragend verhalten. "Ich hab das Spiel gesehen und war sehr stolz auf Borussia Dortmund", lobte Klopp, "wie sie damit umgegangen sind und was für eine Atmosphäre sie erzeugt haben".

Der Coach räumte allerdings ein, er könne beide Seiten verstehen. "Es war zuerst mal schwierig, im engen Spielplan ein Ausweichdatum zu finden. Wann soll man die Partie spielen?", gab der 49-Jährige zu bedenken. "Aber ich denke, jeder hätte Verständnis gehabt, wenn man gesagt hätte: 'Okay, wir spielen nicht, wir finden nächste Woche eine Lösung.'"

Er selbst sei nach dem Vorfall schockiert gewesen und habe sich große Sorgen um seine Freunde gemacht, berichtete Klopp. "Jeder kann sich denken, dass das für mich ein schwerer Moment war", erklärte er. "Ich kenne die Straße genau. Viele meiner Freunde saßen im Bus. (...) Ich hatte wirklich Angst um sie."

Die UEFA hatte indes bereits am Dienstagabend von einer gemeinsamen Entscheidung mit beiden Vereinen und Behörden gesprochen. "Die Anstoßzeit wurde aus logistischen Gründen gewählt, auch damit der AS Monaco noch am selben Abend nach Hause reisen kann, um die Vorbereitung auf sein Ligaspiel am Wochenende nicht zu beeinträchtigen", sagte ein UEFA-Sprecher der "Rheinischen Post" als Reaktion auf Tuchels Kritik.

Tuchel hatte den Spielern freigestellt, am Mittwochabend zu spielen. "Das gebietet der normale Menschenverstand und der Umgang zwischen uns", sagte er. Es sei aber niemand zu ihm gekommen. Es habe nicht mit Professionalismus zu tun, dass sie spielen würden. "Das, was uns gestern widerfahren ist, ist uns als Menschen widerfahren", sagte Tuchel. "Und das steckt uns allen in den Knochen."

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dagegen hält die Entscheidung für die schnelle Neuansetzung für richtig. "Es kann nicht sein, dass man sich einer Gewalt beugt. Und es war organisatorisch gar nicht anders möglich", sagte der Vorstandsvorsitzende des Münchner Fußball-Bundesligisten dem TV-Sender Sky.

Rummenigge zeigte sein Bedauern, dass der BVB die Partie gegen die Franzosen unter dem Eindruck der Ereignisse 2:3 verlor. Der Bayern-Chef betonte indes vor der Partie der Münchner gegen Real Madrid: "Es war ein guter, wichtiger Tag, wie der deutsche Fußball mit den Ereignissen umgegangen ist."

dpa

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