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Politiker kritisieren Fußball-WM in Katar

Fußball Politiker kritisieren Fußball-WM in Katar

Deutsche Politiker gehen auf Distanz zur umstrittenen Fußball-WM 2022 in Katar. In anderen Sportarten wird bereits über Alternativen zu dem Emirat als Gastgeberland nachgedacht.

Volker Kauder ist der Fraktionschef der CDU.

Quelle: Michael Kappeler

Berlin. Nach dem Vorwurf der Terrorunterstützung wird Katar von deutschen Spitzenpolitikern als Gastgeber der WM 2022 mehr denn je infrage gestellt.

"Die Vorwürfe wiegen zu schwer. Die Diskussion über die Austragung der Fußballweltmeisterschaft in Katar muss ernsthaft geführt werden", sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder der "Passauer Neuen Presse".

Es sei kaum vorstellbar, dass in einem Land, aus dem der Terrorismus massiv unterstützt werde, ein WM-Turnier ausgetragen werden könne, so der CDU-Politiker. Das Emirat müsse nun zur Aufklärung beitragen.

Saudi-Arabien und weitere arabische Staaten haben alle diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Sie werfen dem Golf-Emirat unter anderem die Unterstützung von Terrororganisationen vor.

"Die aktuelle Entwicklung ist nur ein weiterer trauriger Beleg dafür, dass Katar als Austragungsort für eine Fußball-WM denkbar ungeeignet ist", sagte Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) der Zeitung "Die Welt". In der "Saarbrücker Zeitung" forderte Roth DFB-Präsident Reinhard Grindel auf, sich als Mitglied des FIFA-Councils für klare Kriterien bei WM-Vergaben einzusetzen. Grindel hatte am Vortag betont, dass er die Situation in Katar mit der Bundesregierung erörtern wolle.

Die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag bemängelte die Zurückhaltung des Weltverbandes in der Debatte. "Insbesondere von der FIFA, hören Sie etwas im Moment? Ich jedenfalls nicht", sagte die SPD-Politikerin im Inforadio des RBB.

"Zum jetzigen Zeitpunkt" könne man sich nur mit Mühe vorstellen, dass "dort ein sportliches Weltereignis stattfinden soll", sagte sie, betonte aber: "Wir dürfen natürlich auch nicht vergessen: Wir sprechen über das Jahr 2022, das ist noch eine Zeit hin."

An eine Verlegung der Fußball-Weltmeisterschaft in fünf Jahren glaubt Freitag jedenfalls nicht. "Das sollte mich jedenfalls sehr wundern", sagte die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag.

Der Welt-Turn-Verband dagegen beschäftigt sich mit Alternativen zur WM 2018 in Doha. "Wir haben einen Plan B ausgearbeitet", sagte Morinari Watanabe, der Präsident des Weltverbandes FIG, als Gast des Turnfests in Berlin. "Aber es ist nicht der Moment, ihn schon zu veröffentlichen", sagte Watanabe, ohne auf Details einzugehen.

Sein Verband sei besorgt wegen der gegenwärtig angespannten politischen Situation in Katar. Für 2018 hat der FIG vom 25. Oktober bis zum 3. November die Turn-WM nach Doha vergeben. "Wir sind wegen der aktuellen Lage täglich in Kontakt zu den Organisatoren der WM", sagte der Japaner, der den Verband seit Oktober 2016 führt.

dpa

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