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Neuer DTM-Chef Berger will mehr Spektakel bei den Rennen

Motorsport Neuer DTM-Chef Berger will mehr Spektakel bei den Rennen

Gerhard Berger will die DTM wieder attraktiver machen. Geht es nach dem neuen Chef der Rennserie, soll es künftig mehr Spektakel geben. Beim Auftakt in Hockenheim könnte er mit Neuerungen überraschen.

DTM-Chef Gerhard Berger: «Reglementsthemen müssen wohl überlegt sein.»

Quelle: Erwin Scheriau/Archiv

Hockenheim. Gerhard Berger steht wieder im Rampenlicht. Als neuer Chef des Deutschen Tourenwagen Masters soll der ehemalige Formel-1-Fahrer das angekratzte Image der Serie aufpolieren. Am ersten Mai-Wochenende startet die DTM traditionell mit den Rennen auf dem Hockenheimring.

Woran die Fans dann erkennen werden, dass der 57-Jährige der neue Chef ist, wollte Berger im Interview der Deutschen Presse-Agentur allerdings noch nicht verraten.

Wann und wie wird der Fan merken, dass Gerhard Berger nun der neue Chef im Deutschen Tourenwagen Masters ist? 

Gerhard Berger: Ich hoffe, das hat er schon gemerkt. Es gibt mehrere Phasen. Jetzt gilt es zu schauen, wo man kurzfristig Einfluss nehmen und die ein oder andere Verbesserung anbringen kann. Reglementsthemen müssen wohl überlegt sein. Hier hat die DTM in der Vergangenheit schon vieles richtig gemacht. Deswegen muss man behutsam an die Themen rangehen und sich gut überlegen, bevor man einen konkreten Vorschlag macht. Das ist eher mittelfristig zu sehen, also 2018, 2019.

Wird es beim Auftakt in Hockenheim etwas geben, was auf Sie zurückzuführen ist? 

Berger: Vielleicht schon die ein oder andere Sache. Schaun' wir mal.

Konkreter wollen Sie noch nicht werden?

Berger: Nein.

Wer hat gefragt, ob Sie den langjährigen Chef Hans Werner Aufrecht beerben wollen?

Berger: Man hat mich nicht gefragt, ob ich den Hans Werner Aufrecht beerben will. Man hat mich gefragt, ob ich an dieser Aufgabe interessiert wäre. Das waren die drei Hersteller.

Die meisten Entscheidungen, die diese Saison betreffen, standen bereits fest, als Sie die Aufgabe übernommen haben. Haben Sie die Befürchtung, dass Sie gelobt oder kritisiert werden für etwas, für das Sie gar nichts können?

Berger: Das ist egal. In dem Moment, wo ich mich für die DTM entschieden habe, gehöre ich dazu. An den guten und schlechten Tagen.

Was halten Sie von den Regeländerungen für diese Saison? Es gibt zwei gleich lange Rennen, die Autos haben etwas mehr Leistung, Heizdecken für die Reifen sind verboten, beim Boxenstopp sind weniger Mechaniker erlaubt.

Berger: Das ist die richtige Richtung. Aber man muss die ersten zwei Rennen abwarten, bevor man sagen kann, was wirklich funktioniert.

Ihr Neffe Lucas Auer fährt für Mercedes, in den vergangenen Jahren waren Sie noch Beobachter. Was sind die Stärken der DTM?

Berger: Deutschland ist ein extrem starkes Tourenwagenland. Das ist eine Stärke der DTM, dass sie diese Fangemeinschaft hinter sich hat. Zudem hat man die drei Premiumhersteller in dieser Serie. Gut und durchdacht ist auch das technische Konzept der Serie. Da ist schon viel Gehirnschmalz drin.

Worüber haben Sie sich als Beobachter am häufigsten geärgert?

Berger: Ich glaube, dass die Rennen noch etwas spektakulärer sein könnten. Wie wir das erreichen wollen, kann ich noch nicht genau sagen. Da müssen wir noch ein bisschen denken.

Was halten Sie davon, dass es nur 18 Fahrzeuge gibt?

Berger: Das ist die untere Grenze. Ich würde lieber mehr sehen. Es ist okay. Aber hoffentlich sind wir in der Lage, zukünftig wieder mehr Autos an den Start zu bringen.

Wie groß sollte das Starterfeld am besten sein?

Berger: Ich hätte am liebsten 60 Autos ... Spaß beiseite: Die heutigen Dimensionen der Rennstrecken vertragen ein großes Starterfeld. Sonst verliert man sich da. Mehr Autos wären besser. Eine Zahl Mitte 20 wäre ideal.

Welche Art Fahrer wünschen Sie sich in der DTM?

Berger: Genau die, die wir haben. Das Feld ist richtig konkurrenzfähig und ausgeglichen. Das sieht man ja auch, wenn Formel-1-Leute kommen. Ich glaube auch, dass die Persönlichkeiten da sind. Vielleicht muss man sie beim einen oder anderen Fahrer noch ein bisschen mehr herausarbeiten.

Dass sich Fahrer aus der Formel 1 schwer tun in der DTM und umgekehrt ebenso - woran liegt das?

Berger: Die DTM-Autos haben einen sehr schmalen Grenzbereich und ertragen es nicht, wenn man sie darüber hinaus bewegt. In der Formel 1 ist man gewohnt, richtig auf die Zähne zu beißen. In den Klassen drunter macht man die Autos langsamer, wenn man über die Grenze geht. Ein Formel-1-Fahrer tut sich schwer, diese Disziplin an den Tag zu legen: Bis hier, aber nicht weiter. Umgekehrt muss man in der Formel 1 über die Grenze gehen und das ist neu für die Fahrer.

Wie dringlich wollen sie sich um den auslaufenden TV-Vertrag mit der ARD kümmern?

Berger: TV ist ganz wesentlich und die ARD ist ein perfekter Partner. Eine Million Zuschauer, das muss man erst mal hinbekommen. Die Formel 1 hatte in Melbourne glaube ich 2,2 Millionen. Da ist eine Million schon eine ganze Menge Holz. Ich würde mich sehr wohl fühlen, wenn wir mit der ARD einen guten Weg für die Zukunft finden können.

ZUR PERSON: Gerhard Berger (57) kennt den Motorsport aus zahlreichen Perspektiven. In der Formel 1 holte er zehn Siege. Bei BMW Williams war der Österreicher Motorsportchef. Die DTM beobachtet er seit zwei Jahren intensiv - sein Neffe Lucas Auer fährt seit 2015 für Mercedes.

dpa

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