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Löw macht Kruse Hoffnungen auf Comeback

Fußball Löw macht Kruse Hoffnungen auf Comeback

Vor einem Jahr war die Nationalmannschaftskarriere von Max Kruse praktisch beendet. Von der Öffentlichkeit geächtet, vom Bundestrainer verbannt. Nichts ging mehr für Kruse. Nach seinen vielen Treffern für Werder könnte sich das zumindest für diesen Sommer wieder ändern.

Bremen-Stürmer Max Kruse ist wieder auf der Liste von Bundestrainer Joachim Löw.

Quelle: Armin Weigel

Bremen. Die besondere Konstellation mit Confederations Cup und U21-EM könnte dem formstarken Angreifer Max Kruse rund ein Jahr nach seiner Verbannung ein unverhofftes Comeback in der Nationalmannschaft bescheren.

Bundestrainer Joachim Löw macht Werder Bremens Torjäger nach dessen Vier-Tore-Gala in Ingolstadt Hoffnungen auf weitere Auftritte im Deutschland-Trikot. Der 29-Jährige sei "eine Option" für den Confed Cup im Juni, sagte Löw der "Bild"-Zeitung und dem "Kicker".

"In dieser Form kann er wertvoll sein für uns", fügte der Bundestrainer hinzu. Nach mehreren privaten Eskapaden hatte Löw den Angreifer im März 2016 aus dem DFB-Kader gestrichen und seither nicht mehr berücksichtigt. Kruse galt schon als Ex-Nationalspieler.

Auch Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff gibt Kruse wieder Chancen. "Man sollte junge Leute für einen Fehler nichts lebenslang bestrafen. Entscheidend ist die sportliche Leistung", sagte er am Montag in Mexiko am Rande einer Berufsschulen-Eröffnung, die der Deutsche Fußball-Bund finanziell unterstützt hat.

"Max hat sich zum wiederholten Male unprofessionell verhalten. Das akzeptiere ich nicht", erklärte der Bundestrainer die Suspendierung damals. "Ich möchte Spieler, die sich auf den Fußball und die EM konzentrieren, auch zwischen den Spielen." Kruses Denkzettel diente Löw damals aber auch als Mahnung an den Rest des DFB-Teams.

Die Tür zur Nationalmannschaft schien zu für Kruse, zumal der Angreifer beim VfL Wolfsburg und auch in den ersten Wochen nach seinem Wechsel zu Werder Bremen sportlich nicht überzeugen konnte. Doch seit einigen Wochen ist Kruse der auffälligste Garant des Bremer Aufschwungs und mit 13 Treffern inzwischen drittbester deutscher Torschütze der Bundesliga hinter Timo Werner (17) und Mario Gomez (14). Dieses Duo gehört auch zu Löws engem Spielerkreis.

Auch dem Bundestrainer ist Kruses Aufschwung nicht entgangen. Zumal Löw für den Sommer mit dem Confed Cup in Russland und der fast zeitgleichen U21-EM in Polen ein ganz besonderes Personalpuzzle zu lösen hat. Löw geht es bei seinen Entscheidungen nur um eins: die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Russland. Dem großen Ziel Titelverteidigung ordnet er alles unter, das hat er zuletzt nach dem EM-Qualifikationsspiel in Baku erneut deutlich gemacht. "Am Ende ist alles bei uns in der Mission, die wir angehen, auf eine Vision ausgerichtet, das ist die WM 2018", bekräftigte Löw zuletzt.

Für die Titelverteidigung will Löw einigen seiner zuletzt so stark belasteten Weltmeistern nach dieser Saison eine Turnierpause gönnen. Leistungsträger wie Sami Khedira, Toni Kroos oder Thomas Müller sollen im Sommer die Beine hochlegen können, um ein Jahr später beim WM-Turnier im Vollbesitz ihrer Kräfte zu sein.

Und genau deshalb sind auch die Chancen von Kruse gestiegen, in den DFB-Kader zurückzukehren. Für die große Aufgabe bei der WM in Russland dürfte der Werder-Stürmer - Stand jetzt - allen Treffern zum Trotz eher nicht infrage kommen. Doch in diesem Sommer könnte ein spielstarker und treffsicherer Kruse dem DFB helfen, beim ungeliebten Confed Cup eine vernünftige Visitenkarte abzugeben.

"Max Kruse hat eine gute Übersicht, geht weite Wege in die Spitze", lobte Löw den Werder-Profi - und er fügte hinzu: "Für mich hat er sich nie aus der Nationalmannschaft verabschiedet." Auch Bremens Trainer Alexander Nouri sieht Kruse wieder reif für das Nationalteam. "Er liefert Woche für Woche viele Argumente, aber am Ende muss der Bundestrainer entscheiden", sagte Nouri.

Und was sagt Kruse selbst? Der Bremer gab sich auch nach seiner bärenstarken Vorstellung in Ingolstadt, die Löw-Assistent Thomas Schneider und Trainer-Hospitant Miroslav Klose auf der Tribüne verfolgten, zurückhaltend. "Bis jetzt gehe ich davon aus, dass ich Urlaub habe." Wenn Löw ruft, dürfte Kruse aber gerne umplanen.

dpa

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