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"Einer der ganz Großen des Weltfußballs": Alonso tritt ab

Fußball "Einer der ganz Großen des Weltfußballs": Alonso tritt ab

Er war Welt- und Europameister, triumphierte mit dem FC Liverpool und Real Madrid in der Champions League: Nach dieser Saison beendet Bayern-Star Xabi Alonso seine großartige Profi-Karriere. Eine Sehnsucht treibt ihn für die letzten Tage der Laufbahn an.

Xabi Alonso beendet seine Fußballer-Karriere im Sommer.

Quelle: Andreas Gebert

München. Die Abschiedsworte von Xabi Alonso waren voller Gefühl und Dankbarkeit. "Ich habe es gelebt, ich habe es geliebt. Leb wohl, wunderschönes Spiel", erklärte der Welt- und Europameister Xabi Alonso, als er das Ende seiner ruhmreichen Karriere für diesen Sommer verkündete.

Maximal 18 Spiele stehen für den hochdekorierten 35-Jährigen noch an - am liebsten würde er am 3. Juni nach dem Finale in Cardiff mit seinem dritten Champions-League-Triumph abtreten. "Das wäre ein Traum für mich", sagte Alonso. Als erst zweiter Profi nach Clarence Seedorf will der Spanier den Henkelpott mit seinem dritten Verein gewinnen.

Die Abschiedsankündigung von Alonso, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, überraschte nicht. Doch leicht fiel dem Basken die Entscheidung nach einer Laufbahn voller Titel und mit "Clubs voller Charisma" keineswegs. "Ich wollte meine Karriere auf dem höchsten Niveau beenden. Und bei Bayern zu spielen, ist das höchste Niveau auf der Welt", erklärte der Fußballprofi mit der weltmännischen Art im Internet-TV des FC Bayern. Nach Kapitän Philipp Lahm ist Alonso der zweite Leistungsträger der Münchner, der nach der Saison aufhört.

"Der FC Bayern bedankt sich bei einem großartigen Spieler und Menschen, der den FC Bayern auf und neben dem Platz hervorragend vertreten hat", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Xabi Alonso ist einer der ganz Großen des Weltfußballs. Er hat in seiner Karriere alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Er ist darüber hinaus eine herausragende Persönlichkeit, ein Gentleman des Fußballs."

Im Sommer 2014 wurde Alonso nach dem Königsklassen-Erfolg mit Real Madrid von Pep Guardiola nach München geholt, wo er zwei Meistertitel und einen Pokalsieg bejubelte. Außer mit Madrid feierte er 2005 in einem Jahrhundert-Finale mit dem FC Liverpool nach dramatischer Aufholjagd und Elfmeterschießen gegen den AC Mailand mit Trainer Carlo Ancelotti seinen ersten Titel in der Champions League. Mit dem spanischen Nationalteam triumphierte der 114-malige Auswahlspieler im Jahr 2010 als Weltmeister; 2008 und 2012 wurde er Europameister.

"Ich hätte nie gedacht, so eine großartige Karriere zu haben, und ich hoffe, es kommt noch was dazu", sagte Alonso, der in zweieinhalb Jahren in München bemerkenswert gut Deutsch lernte. "Normalerweise gehe ich nach der Karriere zurück nach Spanien, aber ich fühle mich auch in Bayern, wie in meiner Heimat", sagte der Mann aus einer Fußballfamilie: Vater und ein Bruder haben jeweils eine Vita als Profi, ein anderer Bruder hat eine als Schiedsrichter.

Beim FC Bayern haben sie genug erlesenes Personal, um den Abgang Alonsos aufzufangen. Dem "fantastischen" Joshua Kimmich prophezeite Alonso selbst schon eine "große Zukunft" beim FC Bayern. Thiago, Javi Martínez, Arturo Vidal, Renato Sanches oder der Hoffenheimer Neuzugang Sebastian Rudy eröffnen Bayern-Coach Ancelotti zahlreiche Optionen. Ohnehin gab es immer wieder Kritik am Tempo von Alonso, dessen strategische Fähigkeiten und Passkünste unbestritten sind.

Was Alonso nach der aktiven Laufbahn macht, lässt er seit geraumer Zeit offen. "Natürlich gibt es etwas in meinem Kopf", hatte er im Wintertrainingslager in Katar erklärt. Eine Zukunft als Trainer ist bei dem Mittelfeldlenker, der unter Ancelotti, Guardiola, José Mourinho oder Rafael Benítez arbeitete, bestens vorstellbar.

"Du musst eine andere Passion finden, dir diese Leidenschaft, die du für den Fußball hattest, bewahren und anders ausleben als in den letzten 15, 20 Jahren", sagte Alonso einmal in einem "FAZ"-Interview. Erst einmal will der Vater eines Sohnes und zweier Töchter aber nun die freie Zeit genießen, die er in seiner 1999 bei Real Sociedad San Sebastian begonnenen Karriere nicht hatte.

dpa

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