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Dortmund sehnt sich nach Ruhe - Zorc: Trainersuche ohne Eile

Fußball Dortmund sehnt sich nach Ruhe - Zorc: Trainersuche ohne Eile

Der BVB sehnt nach der Trennung von Thomas Tuchel mehr Ruhe herbei. Das ist ein wichtiges Kriterium bei der Suche nach einem Nachfolger. Als Favorit gilt weiterhin Lucien Favre. Auch die Zukunft von Tuchel sorgt für Spekulationen.

Laut Michael Zorc will sich der BVB nicht unter Druck setzen.

Quelle: Guido Kirchner

Dortmund. Der Rosenkrieg zwischen Borussia Dortmund und Thomas Tuchel verliert an Schärfe. Nach langer, schlagzeilenträchtiger Auseinandersetzung und der am Dienstag verkündeten Scheidung intensivieren sowohl der Bundesligist als auch der Fußball-Lehrer die Suche nach einem neuen Partner.

Michael Zorc sieht keinen Grund zur Eile. "Wir müssen uns dabei nicht unter Druck setzen. Es geht darum, die bestmögliche Lösung - und nicht die schnellste - für den BVB zu finden", kommentierte der BVB-Sportdirektor das Trainer-Scouting.

Im Stellenprofil, das Zorc in einem "Kicker"-Interview beschrieb, kommt der Wunsch der Borussia nach mehr Ruhe zum Ausdruck. "Wichtig ist uns immer, dass sich der Trainer komplett auf den BVB einlässt und mit uns gleichgerichtet die Strategie entwickelt. Wichtig ist uns auch, dass wir mit einer Sprache sprechen." Das soll zur Verbesserung des zuletzt beschädigten Rufs beitragen: "Der Eindruck, den wir in den vergangenen Monaten in der Öffentlichkeit gemacht haben, war untypisch für uns. Borussia Dortmund war jahrelang ein Hort der Ruhe."

Prinzipiell sei der Verein bereit, eine Ablösesumme für den Tuchel-Nachfolger zu zahlen. "Das würde ich nicht komplett ausschließen", sagte Zorc. Medienberichte, wonach sich der BVB um die Freigabe des in Nizza vertraglich bis 2019 gebundenen Lucien Favre bemüht, wollte er aber nicht bestätigen: "Wir kommentieren keine Namen."

Den Dortmundern stehen bei dieser Personalie offenbar schwierige Verhandlungen bevor. Wie französische Zeitungen berichten, ist dem Tabellen-Dritten Nizza in Eduardo Berizzo (Celta Vigo) ein möglicher Favre-Nachfolger abgesprungen. Deshalb sei der Club derzeit zu keinem Gespräch bereit. Der frühe Vorbereitungsstart der Mannschaft in knapp drei Wochen könnte den Favre-Wechsel zusätzlich erschweren. Deshalb macht es für die Borussia Sinn, auch weitere Kandidaten ins Auge zu fassen. Peter Stöger (1. FC Köln/Vertrag bis 2020) und Peter Bosz (Ajax Amsterdam/2019) gelten als Optionen.

Nicht minder groß ist das öffentliche Interesse an der Zukunft von Tuchel. Auf anhaltende Spekulationen über ein Interesse der Leverkusener reagierte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler mit einem kurzen Statement: "Es gibt keinen neuen Stand".

Dem Vernehmen nach wird vereinsintern kontrovers darüber diskutiert, ob eine Verpflichtung eines so eigenwilligen Trainers Sinn macht. Nach der schwierigen zweieinhalbjähriger Amtszeit des im März beurlaubten Roger Schmidt favorisieren einige Clubvertreter offenbar eine eher pflegeleichtere Variante.

Es gilt als wahrscheinlich, dass sich der BVB nicht nur nach einem Trainer, sondern auch nach einem neuen Torjäger umsehen muss. Allerdings dementierte Zorc zum wiederholten Mal Meldungen, wonach der Abgang von Pierre-Emerick Aubameyang bereits beschlossene Sache sei: "Uns liegt Stand heute kein einziges Angebot von irgendeinem Club auf dieser Welt vor."

Gleichwohl bestätigte der Sportdirektor, dass der Bundesliga- Torschützenkönig einen Vereinswechsel erwägt: "Natürlich wissen wir aus vielen Gesprächen, dass sich Auba ernsthaft mit seiner Zukunft beschäftigt. Ihm stellt sich jetzt auch wegen seines Alters die Frage, ob er noch einmal etwas Neues machen will. In gut zwei Wochen wird er 28." Dem Torjäger liegen angeblich Angebote aus China, von Paris Saint-Germain und vom AC Mailand vor.

Die Borussia befindet sich in einer guten Verhandlungsposition. Der Vertrag des im Sommer 2013 für 14 Millionen Euro vom AS St. Etienne verpflichteten Gabuners läuft noch bis 2020. Die Schmerzgrenze des Revierclubs soll bei rund 70 Millionen Euro liegen. Liga-Bestwert war der 75 Millionen Euro teure Transfer des einstigen Wolfsburgers Kevin De Bruyne zu Manchester City im August 2015.

dpa

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