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DFB startet "Leuchtturmprojekt" EM 2024

Fußball DFB startet "Leuchtturmprojekt" EM 2024

Der Deutsche Fußball-Bund hat seine Bewerbung um die EM 2024 offiziell gemacht. Nun geht es erst mal vor allem um die Frage, welche Arenen für das Kontinentalturnier infrage kommen.

DFB-Präsident Reinhard Grindel: «Wir werden eine erstklassige Bewerbung einreichen.»

Quelle: Guido Kirchner

Frankfurt/Main. Der Deutsche Fußball-Bund hat den offiziellen Startschuss für sein EM-Projekt 2024 gegeben - und hofft nach dem Trubel um die skandalumwitterte WM-Vergabe 2006 wieder auf positivere Nachrichten.

Im Falle eines Zuschlags durch die Europäische Fußball-Union (UEFA) könne das Kontinentalturnier in sieben Jahren zu einem "Leuchtturmprojekt" für den deutschen Fußball werden, urteilte DFB-Präsident Reinhard Grindel beinahe euphorisch.

Der frühere CDU-Politiker versprach einen "transparenten Prozess" - und bat obendrein die Antikorruptionsorganisation Transparency International, das Ganze zu begleiten. Der Interessenverband hatte sich in der Vergangenheit mehrfach kritisch zum Umgang des DFB mit der schwelenden Affäre um die Heim-WM 2006 geäußert. In dem Skandal um dubiose Geldflüsse sind nach wie vor jede Menge Fragen offen.

Deutschland gilt dennoch als Favorit auf die Gastgeberrolle bei der EM 2024. "Ich werde mich auf internationaler Ebene mit aller Kraft dafür einsetzen, dass wir mit unseren starken Argumenten überzeugen und nach 1988 wieder eine Europameisterschaft ausrichten können", sagte Grindel, nachdem das DFB-Präsidium die EM-Bewerbung am Freitag auf einer Sitzung final beschlossen hatte.

Bayer Leverkusens Trainer Roger Schmidt zeigte sich hoffnungsfroh: "Für uns Fußball-Fans ist das Turnier fantastisch. Es ist eine gute Gelegenheit, sich als Land zu präsentieren."

Dass sich der DFB um das Turnier bewerben werde, hatte Grindels Vorgänger Wolfgang Niersbach bereits im Oktober 2013 öffentlich gemacht. Mit der offiziellen Interessenserklärung, die bis Anfang März bei der UEFA eingereicht werden soll, startet nun auch ein deutschlandweites Stadioncasting: Insgesamt sucht der DFB zehn Arenen beziehungsweise Spielorte für die Europameisterschaft.

Die erste Bewerbungsfrist dafür endet am 17. Februar, Mindestvoraussetzung ist eine Sitzplatzkapazität von 30 000 Plätzen. Am 15. September 2017 will der Verband dann entscheiden, mit welchen Arenen er in die letzte Bewerbungsphase geht. Die Auswahl ist angesichts der Dichte an modernen Stadien in der Bundesrepublik groß. "Wir haben in Deutschland die Stadien, wir haben die Infrastruktur und wir haben das Knowhow", sagte Grindel.

Trotz der Favoritenrolle ist alles andere als sicher, ob der DFB bei der UEFA-Exekutivkomiteesitzung im September 2018 auch tatsächlich den Zuschlag für das Turnier 2024 bekommt. Das Exekutivkomitee hatte zuletzt nämlich auch gemeinsame Kandidaturen mehrerer Verbände erlaubt, was beispielsweise den Weg für eine angedachte Kandidatur mehrerer skandinavischer Länder frei machen würde.

Die nächste EM findet 2020 in 13 europäischen Ländern statt. In München werden dabei drei Gruppenpartien und ein Viertelfinale ausgetragen. Beide Halbfinals und das Endspiel steigen im Londoner Wembley-Stadion - für den deutschen Verband ist das Turnier dagegen nur ein Vorspiel für ein erhofftes Sommermärchen vier Jahre später.

dpa

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