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Alonso lobt Kronprinzen: "Josh hat eine große Zukunft"

Fußball Alonso lobt Kronprinzen: "Josh hat eine große Zukunft"

Was für ein Fußballjahr liegt hinter Joshua Kimmich. Als Neuzugang aus der 2. Liga trumpfte der Youngster bei den Bayern-Stars und später bei der EM groß auf. Nicht nur Routinier Xabi Alonso prophezeit ihm eine glänzende Zukunft. Da hilft sogar Bankerfahrung.

Der Vertrag von Xabi Alonso beim FC Bayern München läuft am Saisonende aus.

Quelle: Andreas Gebert

Doha. Senkrechtstarter Joshua Kimmich lachte, als Altstar Xabi Alonso die große Lobeshymne auf den möglichen Nachfolger anstimmte.

"Josh ist fantastisch. Er spielt auf jeder Position sehr gut. Er wird sicher eine große Zukunft in diesem Club für viele, viele Jahre haben", rühmte der 35-jährige Alonso im Trainingslager in Katar den 21-jährigen Kimmich. Aktuell konkurrieren die beiden beim FC Bayern um einen Platz im defensiven Mittelfeld. Anders als Spezialist Alonso kann Allrounder Kimmich aber auch auf andere Positionen ausweichen - und allzu lange wird ihre gemeinsame Münchner Zeit nicht mehr dauern.

Der hochdekorierte zweimalige Champions-League-Sieger Alonso lässt offen, ob er seine große Karriere über das Vertragsende hinaus fortsetzt. Eine "Deadline" gibt es nicht, er will nach seinem "Gefühl" entscheiden. Noch kann er trotz eigener Tempo-Defizite als Stratege dirigieren, kann Räume durch herausragende Diagonalpässe öffnen, kann mit seiner Erfahrung ein Erfolgsfaktor sein.

"Man kann sehr viel von ihm lernen", sagte Kimmich - und scherzte dabei über seine jüngste Reservistenerfahrung. "Das ist der einzige Vorteil, wenn man auf der Bank sitzt. Man sieht, wie er sich nach Fehlern verhält. Er kann das sofort abhaken und spielt den nächsten Ball wieder als Risikopass", beschrieb der elfmalige Nationalspieler. Ein junger Spieler hole sich da dann doch eher wieder Vertrauen durch ein paar Sicherheitsbälle.

Beide Mittelfeldakteure kamen im bisherigen Saisonverlauf ähnlich oft zum Einsatz, wenngleich Kimmichs Aufstieg gegen Ende eines furiosen Jahres 2016 etwas an Tempo verlor. Dreimal kam er zuletzt nur als Einwechselspieler in der Schlussphase zum Zug.

"Klar ist es langfristig mein Ziel, bei Bayern im Mittelfeld meine Spiele zu bekommen. Beim DFB spiele ich aber auch sehr gerne rechts hinten", schilderte es der Jung-Nationalspieler. "Ich spiele jede Position gerne, so lange ich auf dem Platz stehe." Beim Training am Freitag zählte Kimmich bei einer Übung wie Philipp Lahm und Rafinha zu den Flankengeber vom rechten Flügel.

Nach seiner Premierensaison mit dem Double und der EM als Highlight erlebt Kimmich eine ganz andere zweite Spielzeit im Weltstarreich des FC Bayern. "In der ersten Saison hat eigentlich niemand was von mir erwartet. Ich bin als Zweitligaspieler gekommen und jeder hat gedacht, dass ich wie viele andere junge Spieler scheitern werde. Es war ein Vorteil, dass ich nur überraschen konnte", sagte Kimmich, der unter Pep Guardiola als "süßer, süßer Junge" mehr und mehr ins Rampenlicht rückte.

Seine Einsatzbilanz ist auch unter Carlo Ancelotti beachtlich: In 20 von 25 Spielen durfte Kimmich bis zur Winterpause ran. In der Vorsaison waren es nach damals einem Liga-Spieltag mehr 17 Partien. Dazu durfte Kimmich sich endlich als Münchner Torschütze feiern lassen. "Ich freue mich, wie das letzte Jahr verlaufen ist. Daran möchte ich anknüpfen und jeden Tag Vollgas geben", sagte der Youngster, für den die Bayern vor anderthalb Jahren geschätzte sieben Millionen Euro bezahlten.

Bis zum 30. Juni 2020 läuft Kimmichs Vertrag bei den Münchnern. Dann wird Alonso vermutlich längst seine zweite Karriere gestartet haben. Der Spanier liebäugelte schon mit einer Trainer-Laufbahn, in Doha mochte er darüber nicht sprechen. "Gerade habe ich den Plan, Spieler zu sein. Was in der Zukunft ist, werden wir sehen. Aber natürlich gibt es etwas in meinem Kopf", sagte der 35-Jährige. Erst einmal geht es für den honorigen Alonso aber darum, als zweiter Profi nach Clarence Seedorf nach den Erfolgen mit dem FC Liverpool und mit Real Madrid mit seinem dritten Verein in der Champions League zu triumphieren.

dpa

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