Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Zwei Pietsch-Siege beim Aufgalopp in Dresden-Seidnitz

Reitsport Zwei Pietsch-Siege beim Aufgalopp in Dresden-Seidnitz

Mit einem zufriedenen Lächeln verließ Alexander Pietsch am Sonnabend seine alte Heimat. Der 44-jährige Jockey konnte beim Saisonauftakt auf der Galopprennbahn in Seidnitz als einziger Reiter zwei Siege feiern. Zufriedene Gesichter gab es auch bei den Verantwortlichen des Dresdner Rennvereins.


Quelle: M. Rietschel

Dresden. Mit einem zufriedenen Lächeln verließ Alexander Pietsch am Sonnabend seine alte Heimat. Der 44-jährige Jockey konnte beim Saisonauftakt auf der Galopprennbahn in Seidnitz als einziger Reiter zwei Siege feiern. Der gebürtige Dresdner, der schon 1992 Sachsen verließ und jetzt seit vielen Jahren in der Kölner Gegend wohnt, gehört mittlerweile zu den Großen seiner Zunft. Nach dem erstmaligen Gewinn des Championats 2015 konnte er Anfang Februar in Belgien das nächste Highlight seiner Karriere feiern. Er stieg mit dem 1000. Sieg im Sattel in den Olymp der Reiter auf. Damit ist er nach dem Berliner Egon Czaplewski übrigens erst der zweite Jockey aus dem Osten, der diese magische Zahl erreichte.

„Mir ist das erst auf der Heimreise im Auto so richtig bewusst geworden. Da gab es kurz einen emotionalen Moment“, verrät Pietsch, der es nach dem Championat eigentlich etwas ruhiger angehen wollte, aber jetzt schon wieder „Blut geleckt“ hat. Denn er führt im Moment die deutsche Bestenliste mit 18 Treffern (nach den Siegen in Dresden gewann er auch gestern in Köln ein Rennen) an. „Da nimmt man dann doch wieder jeden Ritt an, weil man ja vorn bleiben möchte“, gibt er zu und zeigt, dass auch im „fortgeschrittenen“ Alter der Ehrgeiz nicht weniger wird.

Dabei zehrt er natürlich von seiner jahrelangen Erfahrung, wie sich auch in Seidnitz zeigte. Als im vorletzten Rennen der fünfjährige Wallach Shabraque fast uneinholbar mit vielen Längen führte, blieb Alexander Pietsch auf der vierjährigen Stute Baby Love ganz ruhig. „Das Tempogefühl ist für einen Jockey ganz wichtig. Das lernt man mit der Zeit. Mit den Erfolgen wird man ruhiger. Früher bin ich oft viel zu verbissen gewesen“, so der Ex-Dresdner, der das Rennen mit einem souveränen Endspurt noch für sich entschied.

Den zweiten Sieg landete er anschließend mit der ebenfalls vom Hoppegartener Trainer betreuten Stute Gonora. Gerade auf seiner ehemaligen Heimbahn freut er sich, wenn es mit Erfolgen so gut klappt. „Hier bin ich groß geworden, kenne viele Leute. Das ist schon noch etwas Besonderes“, findet Pietsch. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht, auch wenn sich „ein paar Verschleißerscheinungen einstellen“, wie er zugibt und es nicht mehr so leicht sei, Gewicht und Fitness im grünen Bereich zu halten. „Solange die Gesundheit mitspielt, steige ich noch nicht aus dem Sattel“, verspricht er.

Neben dem ehemaligen Seidnitzer trumpften aber beim Aufgalopp auch die aktuellen Lokalmatadoren auf. Nachdem der siebenmalige Champion Andrasch Starke das erste Rennen für seinen Arbeitgeber Peter Schiergen mit Drakenberg gewonnen hatte, gingen die folgenden beiden an zwei Pferde aus dem Stall von Trainer Stefan Richter. Nach dem Erfolg von Zazoulino feierte der 76:10-Außenseiter Be My Star einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Damit hat der 37-jährige Trainer fünf Jahreserfolge auf seinem Konto.

Jeweils ihren zweiten Saisontreffer feierten Claudia Barsig mit Christo und Lutz Pyritz mit dem 72:10 gewetteten Isongo. Im Hauptrennen, dem mit 8750 Euro dotierten Wettstar-Cup über 1200 m ließ Top-Favorit Lovelett unter Champion Filip Minarik nichts anbrennen. Trainer Michael Figge, der extra aus München angereist war, zeigte sich erleichtert: „Natürlich waren wir klare Favoriten. Dennoch herrschte ein wenig Anspannung, ob die dreijährige Stute das auch verwandelt, denn es war ihr erster Jahresstart.

Zufriedene Gesichter gab es auch bei den Verantwortlichen des Dresdner Rennvereins. „Es war ein hervorragender Renntag bei super Wetter und mit 7600 Besuchern. Das neue Catering-Konzept wurde gut angenommen und unsere Trainer haben mit vier Siegen gezeigt, dass ihre Stallform stimmt“, zog Präsident Michael Becker ein positives Fazit. Einziger kleiner Wermutstropfen: Am Toto wurden insgesamt nur 125 341,87 Euro verwettet. „Das lag hauptsächlich an den Außenwetten“, so Becker. Zudem schlug auch ein Rückzahler im ersten Rennen mit rund 7000 Euro negativ zu Buche.

Von Astrid Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr