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Weltmeisterin Pauline Schäfer turnt in Dresden

Kunstturnen Weltmeisterin Pauline Schäfer turnt in Dresden

Beim Medientermin auf dem Dach eines der Flügelbauten des Coselpalais posierte die frisch gebackene Balken-Weltmeisterin aus Chemnitz am Dienstag nur für die Fotografen, am 11. November wird Pauline Schäfer beim Bundesliga-Finale in der Dresdner Margon-Arena aber ihre sächsischen Fans verzaubern.

Pauline Schäfer (r.) warb am Dienstagnachmittag im Coselpalais gemeinsam mit DSC-Kapitän Julia Vietor für das Bundesliga-Finale am 11. November in der Margon-Arena.
 

Quelle: Matthias Rietschel

Dresden.  Pauline Schäfer ist in diesen Tagen eine viel gefragte junge Frau. Kein Wunder, schließlich sind seit dem überraschenden Triumph der Chemnitzer Turnerin bei der Weltmeisterschaft im kanadischen Montreal noch nicht einmal zehn Tage vergangen. Seither absolviert die frischgebackene Weltmeisterin am Schwebebalken einen wahren Medien- und Ehrungsmarathon.

„Zum Trainieren bin ich zuletzt wirklich kaum gekommen und zum Durchatmen auch nicht, um meinen Erfolg zu verarbeiten. Das wird sicher erst in nächster Zeit kommen“, gab die 20-Jährige am Dienstag im Dresdner Coselpalais mit einem Lächeln zu. Diesen Termin in Dresden, zu dem der DSC geladen hatte, nahm der Schützling von Erfolgstrainerin Gabriele Frehse trotzdem besonders gern wahr, denn am 11. November wird sich Pauline Schäfer erstmals in ihrer Karriere den Fans in der sächsischen Landeshauptstadt live präsentieren. Beim Final-Wettkampf der Turn-Bundesliga in der Margon-Arena kämpft sie mit der TG Karlsruhe-Söllingen um den deutschen Mannschaftsmeistertitel.

Schärfste Konkurrentinnen sind dabei ihre Nationalmannschaftsgefährtinnen Elisabeth Seitz und WM-Bronzemedaillengewinnerin Tabea Alt, die nach dem zweiten Wettbewerb am vergangenen Wochenende mit dem MTV Stuttgart in Führung liegen. Für die heimische DSC-Riege um Mannschaftskapitän Julia Vietor geht es dabei in der 2. Bundesliga um den Aufstieg. Derzeit liegen die Schützlinge von Trainer Tom Kroker hinter Ulm auf dem zweiten Platz.

Nicht nur die DSC-Damen freuen sich auf dieses „Heimspiel“, das es zuletzt übrigens 1999 gab. Auch Pauline Schäfer sieht es als „Auftritt vor ihrer Haustür“. Sie erzählt: „Viele Freunde und Fans haben mich zuletzt immer gefragt, wann wir denn einmal in der Nähe zu erleben sind. Jetzt ist die Gelegenheit und ich habe schon viele Anfragen nach Karten für den Wettkampf.“

Auch wenn die fast schüchtern wirkende gebürtige Saarländerin gesteht, dass sie auch froh ist, wenn wieder der normale Trainingsalltag einzieht, sieht sie in der gestiegenen Aufmerksamkeit auch viel Positives: „Das ist gut für das deutsche Turnen und ich hoffe, dass wir damit noch mehr Interesse für unsere Sportart wecken.“ Schäfer, deren vier Jahre jüngere Schwester Helene auch in Chemnitz trainiert, hatte übrigens schon vor zwei Jahren eine erste Anfrage vom Playboy. Damals habe sie aber abgelehnt, sagt die hübsche Athletin.

Ein besonderes Geheimnis für den derzeitigen Erfolg der deutschen Turnerinnen sieht sie nicht: „Das Umfeld stimmt, wir arbeiten hart und haben Mädels, die immer besser und besser werden wollen.“ Zumindest beendete Pauline Schäfer eine 30 Jahre währende Durststrecke, denn Dörte Thümmler hatte 1987 für die DDR das letzte WM-Gold einer deutschen Athletin – damals am Stufenbarren – gewonnen.

„Ich denke mit Gold und Bronze haben wir ein Zeichen gesetzt und es wird jetzt nicht wieder 30 Jahre bis zum nächsten Erfolg dauern“, ist sie überzeugt. „Ich habe ja auch noch einiges vor“, fügt sie ganz leise noch an. Die nächsten Olympischen Spiele sind ihr großes Ziel, doch sie betont: „Es ist hilfreich, immer erst einmal in kleinen Schritten zu denken.“ Dabei hat die Freundin des Chemnitzer Turners Andreas Bretschneider durchaus auch schon ihre weitere Zukunft im Blick. Weil sie wegen des hohen Trainingspensums vor zwei Jahren „nur“ den Realschulabschluss ablegte, holt sie jetzt per Abendschule ihr Abitur nach. „Damit mir später mehr berufliche Möglichkeiten offenstehen“, begründet sie den zusätzlichen Aufwand, der ihren Tag selten vor 22 Uhr enden lässt. Dass sie dennoch auch in der Turnhalle weiter kreativ sein will, beweist, dass sie gemeinsam mit ihrer Trainerin schon wieder an einem Nachfolgeelement des nach ihr benannten „Schäfer-Saltos“ tüftelt. „Das bleibt aber noch ein Geheimnis und braucht sicher auch noch einige Zeit“, will sie noch nichts verraten. Beim Bundesliga-Wettkampf am 11. November will sie aber zumindest ihren „Schäfer-Salto“ dem Publikum auf jeden Fall zeigen.

Tickets für das Bundesliga-Finale online über: www.dsc1898.de und Vorverkauf bei Firma Reservix.

Von Astrid Hofmann

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