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Waibl: „Der Schlüssel ist eine neue, größere Halle“

Interview Waibl: „Der Schlüssel ist eine neue, größere Halle“

Ein „Feier-Biest“ war Alexander Waibl noch nie. Der 48-jährige gebürtige Schwabe hat bislang alle Erfolge mit seinen DSC-Volleyballerinnen – und da kommen nunmehr drei Meistertitel, zwei Pokalsiege und ein Europapokal-Erfolg zusammen – eher still genossen. So auch am Montag.

Alexander Waibl

Quelle: Matthias Rietschel

Dresden. Ein „Feier-Biest“ war Alexander Waibl noch nie. Der 48-jährige gebürtige Schwabe hat bislang alle Erfolge mit seinen DSC-Volleyballerinnen – und da kommen nunmehr drei Meistertitel, zwei Pokalsiege und ein Europapokal-Erfolg zusammen – eher still genossen. So auch am Montag. Nachdem der Trainer mit seinen Damen das Double perfekt gemacht hat, sieht man ihn nur verhalten lächeln. Bevor er nach Hause zu seiner Familie fährt, um ganz in Ruhe den Erfolg zu feiern, nimmt er sich ganz entspannt Zeit für ein Interview mit den DNN.

Wie fühlen Sie sich nach diesem erneuten Triumph?

Alexander Waibl: Einfach nur leer und absolut platt. Es war eine lange Saison und eine anstrengende Finalserie.

Zwischen den Spielerinnen von Dresden und Stuttgart flogen zuletzt nicht nur auf dem Feld die Fetzen und Stuttgarts Trainer Guillermo Hernandez hatte Ihnen den Glückwunsch verweigert. Sind die Wogen inzwischen geglättet?

Wie das bei den Spielerinnen ist, weiß ich nicht. Doch mit Guillermo bin ich absolut im Reinen. Er hat mich später in der Halle noch umarmt. Wir sind sicher beide emotionale Typen, die da auch einmal übers Ziel hinausschießen. Aber nach dem Spiel sollte alles wieder gut sein.

Sie haben mit Ihrer Mannschaft den Titel-Hattrick geschafft und das Double geholt. Wie fällt Ihr Saisonfazit aus?

Besonders gefreut hat mich der Pokalsieg nach so langer Zeit und vor so einer Wahnsinnskulisse in Mannheim. Aber auch der Meistertitel ist schön, denn darum geht es ja eigentlich in der ganzen Saison. Darauf arbeitet man hin. Wichtig ist, dass wir damit die direkte Qualifikation für die Champions League geschafft haben. Natürlich war auch das Erreichen der Top-12 in der Königsklasse ein Erfolg. Mehr kann man in einer Saison nicht erreichen. Es ist schon etwas Besonderes. Wenn man so lange wie ich bei einem Verein ist, dann zählt vor allem auch die Konstanz.

Was waren in dieser Saison die Grundlagen für den Erfolg?

Da gibt es viele Bausteine. Ein wichtiger ist die Betreuung seitens des Vereins, der in die Struktur investiert. Da gehört auch die gesamte medizinische Abteilung dazu. Außerdem konnten wir einige Leistungsträgerinnen wie Michelle Bartsch, Laura Dijkema oder Kristina Mikhailenko halten und insgesamt wieder eine konkurrenzfähige Mannschaft, die auf mehreren Positionen gut besetzt war, zusammenbekommen. Auf jeden Fall hat sich nach dem Weggang von Molly Kreklow bewährt, dass wir auf Laura Dijkema gesetzt haben.

Bisher hat lediglich Katharina Schwabe ihren Vertrag verlängert. Wie sieht es mit anderen Spielerinnen aus?

Wir müssen jetzt sehen, dass wir in den nächsten zwei Wochen einige Abschlüsse hinbekommen. Wir sind da leider noch nicht sonderlich weit. Natürlich wissen wir, dass wir einige nicht halten können und dass vielleicht die eine oder andere auch über berufliche Perspektiven nachdenkt. Jede einzelne Spielerin muss für sich entscheiden, wie es weitergeht. Denn wir wollen ja auch in der nächsten Saison wieder neue Ziele ansteuern.

Die Devise des DSC hieß zuletzt immer, weiter wachsen zu wollen. Wie sehen Sie das in der Zukunft?

Wir sind mit den Rahmenbedingungen am Limit angelangt, solange wir die Margon Arena als Spielstätte haben. Da sind uns in punkto Zuschauer und auch bei den Bedingungen für Sponsoren Grenzen gesetzt. Wenn wir uns nicht strukturell weiterentwickeln, wird es nicht vorwärts, sondern zurückgehen, werden uns andere den Rang ablaufen. Man hat in der Stuttgarter Porsche-Arena gesehen, was in unserer Sportart möglich ist. Das heißt, eine neue größere Halle ist der Schlüssel.

Was würden Sie nach dieser langen Saison jetzt am liebsten machen?

Im Garten herumspazieren, Sohn Mika ausfahren und Zeit mit meiner Frau verbringen.

Aber als neuer Nationaltrainer der tschechischen Volleyballerinnen ruft die nächste Pflicht ...

Ja, es geht in dieser Woche schon los. Ich fahre nach Tschechien und werde mich mit der Mannschaft auf die World-Grand-Prix-Spiele der Gruppe II, die Anfang Juni in Polen starten, vorbereiten.

Von Astrid Hofmann

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