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Verhandlung gegen den mutmaßlichen Mörder der Tante von Dynamo-Profi Marc Wachs

Prozess-Auftakt in Wiesbaden Verhandlung gegen den mutmaßlichen Mörder der Tante von Dynamo-Profi Marc Wachs

Für Dynamo-Profi Marc Wachs wird es ein schwerer Tag, wenn morgen am Landgericht Wiesbaden der Prozess gegen den Mann beginnt, der kurz vor Weihnachten auf seine Tante, seinen Onkel und ihn selbst geschossen haben soll.

Marc Wachs kehrte im Februar nach Dresden und ins Training zurück. Von der Schreckenstat im Dezember ist er noch gezeichnet.

Quelle: imago sportfotodienst

Dresden. Für Dynamo-Profi Marc Wachs wird es ein schwerer Tag, wenn morgen am Landgericht Wiesbaden der Prozess gegen den Mann beginnt, der kurz vor Weihnachten auf seine Tante, seinen Onkel und ihn selbst geschossen haben soll. Bei einem Überfall auf den Kiosk seiner Tante Manuela im Wiesbadener Ortsteil Biebrich kam die Inhaberin ums Leben, ihr Mann Bodo und ihr Neffe überlebten schwer verletzt. Angeklagt ist ein 26 Jahre alter Wiesbadener, der schon wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz auffällig wurde und ganz in der Nähe des Tatortes wohnte.

Er soll am 20. Dezember gegen 8.30 Uhr in Jeans und Parka den Kiosk an der Ecke Rathausstraße/Armenruhstraße betreten haben, mit einem Rucksack auf dem Rücken und vermummt mit einem Schal. Ohne Vorwarnung soll der Täter der gerade vom Bäcker gekommenen Ladenbesitzerin aus einer Entfernung von zehn bis 50 Zentimetern mit einem Revolver in den Kopf geschossen haben. Der Ehemann der 59-Jährigen habe eine Kugel in den Rücken bekommen, als sich der 63-Jährige über seine tödlich getroffene und am Boden liegende Frau beugte, heißt es.

Marc Wachs wurde ebenfalls schwer verletzt, denn eine Kugel traf ihn nahe der Halsschlagader, wobei das Projektil nahe der Wirbelsäule feststeckte. Er musste notoperiert werden, erholte sich aber körperlich von der Verletzung. Mitte Februar kehrte er nach Dresden zurück und konnte am 21. Februar das Training bei Dynamo wieder aufnehmen, doch bis zum Ende der Saison kam der Ersatzspieler nicht mehr in einem Zweitliga-Punktspiel zum Einsatz. Fitnesstrainer Tobias Lange und der Sportwissenschaftler Jacob Wolf betreuten den 21-Jährigen intensiv.

Dynamo hatte der Familie des erst im Sommer 2016 von Mainz 05 verpflichteten Linksverteidigers sofort nach der Schreckensnachricht alle Unterstützung signalisiert und Wachs versichert, dass er sich alle Zeit nehmen könne, die er brauche, um das Geschehene zu verarbeiten. Die Mitspieler grüßten ihn zu Weihnachten per Facebook und auch mit einem Banner aus dem Trainingslager Mitte Januar in Marbella. Eine moralische Hilfe, die Wachs Halt gab. Bei seiner Rückkehr nach Dresden meldete er sich auch einmal öffentlich zu Wort und sagte: „Ich möchte mich bei allen Menschen bedanken, die mich in den zurückliegenden Wochen unterstützt haben. Ein großer Dank geht auch an die Mannschaft, den Verein und im Speziellen an Ralf Minge, der sich sehr intensiv um mich gekümmert hat.“

Ab morgen muss sich der Angeklagte nun vor Gericht wegen Mordes und versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die Auswertung von Zeugenaussagen und Videomaterial aus Kameras im Umfeld des Laden, vor allem aber die Sicherung von DNA-Spuren am Tatort hatten am 23. Dezember zu seiner Verhaftung geführt. Beamte nahmen ihn vor seiner Wohnung fest. Auch die mutmaßliche Tatwaffe konnte durch die Kriminalpolizei sichergestellt werden. Über sein Motiv ist bisher nicht viel bekannt. Bei einer Vernehmung soll er der Polizei gesagt haben, es habe sich um einen Raubüberfall gehandelt. Viel Beute war in dem kleinen Kiosk mit Lotto-Annahmestelle aber von vornherein nicht zu machen.

Von Jochen Leimert

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