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VC-Sportdirektor Sven Dörendahl: „Wir wollen einen neuen Angriff starten“

Volleyball VC-Sportdirektor Sven Dörendahl: „Wir wollen einen neuen Angriff starten“

Die Enttäuschung sitzt noch immer tief. Nach nur einem Jahr müssen die Volleyballer des VC Dresden wieder aus der 2. Bundesliga absteigen. Sportdirektor Sven Dörendahl spricht im DNN-Interview über komische Gefühle, mögliche Versäumnisse und vergebliche Hoffnungen. Aber der 43-Jährige wagt auch schon den Blick in die Zukunft.

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Sven Dörendahl

Quelle: Alexander Bley

Dresden.  Die Enttäuschung sitzt noch immer tief. Nach nur einem Jahr müssen die Volleyballer des VC Dresden wieder aus der 2. Bundesliga absteigen. Sportdirektor Sven Dörendahl spricht im DNN-Interview über komische Gefühle, mögliche Versäumnisse und vergebliche Hoffnungen. Aber der 43-Jährige wagt auch schon den Blick in die Zukunft.

Frage: In der Badischen Zeitung werden in einem Spielbericht unter der Überschrift „Sieg über Freiburg verhilft Leipzig zum Klassenerhalt“ einige Details zum überraschenden 3:1-Erfolg der L.E. Volleys gegen die Breisgauer veröffentlicht. So reisten die Gäste ohne ihren Spielertrainer Wolfgang Beck an und „experimentierten“ gleich auf mehreren Positionen. Zudem erklärte Interimscoach Jakob Schönhagen, dass sich Leipzig völlig zu Recht den Klassenerhalt gesichert habe und in diese Liga gehöre. Welche Gefühle weckt dieser Artikel bei Ihnen?

Sven Dörendahl: Da ist einiges sehr ungünstig formuliert und könnte Raum für Vermutungen bieten. Mag sein, dass da ein fader Beigeschmack bleibt. Auch die Mainzer haben nach einer vierwöchigen Spielpause gegen Grafing wahrscheinlich nicht noch einmal hundert Prozent Leistung abrufen können. Das ist sicher alles sehr bitter für uns. Aber Spekulationen hin oder her – dass wir überhaupt in solch eine Situation kommen konnten, ist unsere eigene Schuld.

Hätten Sie vor der Saison vermutet, dass man mit zehn Siegen und 31 Punkten absteigen könnte?

Nein, keinesfalls. In den letzten Jahren reichten um die zwanzig Punkte jeweils zum Klassenverbleib. Diese Saison verlief sehr extrem, einige Mannschaften hatten eine schwierige Anfangsphase oder Verletzungsausfälle, kamen aber dann später in Schwung. Alles wurde unheimlich eng. Wir haben in einigen anderen Spielen Sätze liegenlassen, die uns am Ende fehlten.

Lag es daran, dass der VC mit so einer jungen Mannschaft antrat oder wo sehen Sie eventuell die Ursachen?

Ich denke, dass man es trotz allem mit einer solchen Mannschaft schaffen kann, auch wenn es schwierig ist. Wir müssen jetzt alles genau analysieren. Ich denke, dass wir leistungsmäßig in der Rückrunde nicht das gezeigt haben, was man erhofft hat. Da müssen wir alle in uns gehen und feststellen, dass wir an der einen oder anderen Stelle nicht einhundert Prozent gegeben haben. Da muss Klartext geredet werden, damit wir es in der neuen Saison besser machen können.

Werden Sie gemeinsam mit Trainer Marco Donat, der noch einen laufenden Vertrag besitzt, alle Spieler halten können?

Natürlich ist uns klar, dass dies schwierig werden könnte. Denn unsere finanziellen Mittel sind leider nach wie vor begrenzt und neue Sponsoren zu finden, hat sich trotz unseres Projektes als schwierig erwiesen. Da kann ich also nur an die Ehre der Jungs appellieren, dass wir den sofortigen Wiederaufstieg schaffen wollen.

Welche Schwierigkeiten meinen Sie hinsichtlich des Projektes?

Viele Leute wollen immer einheimische Spieler, möglichst Eigengewächse sehen. Nun haben wir das zu unserem Projekt gemacht, aber die Sponsoren rennen uns keinesfalls die Türen ein. Wollen wir aber Talente wie zum Beispiel Lukas Maase auf längere Sicht bei uns halten, brauchen wir mehr Geld. Man hat schon in der Saison gesehen, dass der eine oder andere Begehrlichkeiten bei den Konkurrenten weckt. Da bin ich schon etwas enttäuscht, dass nicht mehr Unterstützer unseren Weg honorieren. Sicher müssen wir da aber auch noch selbst mehr aktiv werden.

Gibt es schon feststehende Abgänge?

Nur Klaus Kunert, der seine Laufbahn beenden will. Allerdings liebäugelt dazu Richard Peemüller mit der Konzentration auf Beachvolleyball, würde dann eventuell in Richtung Stuttgart abwandern.

Wie geht es mit dem VC weiter, welche positiven Dinge nehmen Sie aus dieser Zweitliga-Saison mit?

Wir haben so viel aufgebaut, zum Beispiel weiter in unser Nachwuchsleistungszentrum investiert, das soll auch so bleiben. Zudem konnten wir die Strukturen weiterentwickeln, eine Geschäftsstelle eröffnen, einen Teammanager installieren. Auf diesem Weg wollen wir weitermachen, also nichts zurückschrauben, sondern ganz im Gegenteil. Wir wollen einen festen Physiotherapeuten holen, den Trainingsumfang sogar erhöhen. Wir wollen nach vorn schauen und einen neuen Angriff auf die zweite Liga starten.

Von Astrid Hofmann

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