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Sportförderung wird aufgestockt, Eislaufen wird teurer

Neue Richtlinien Sportförderung wird aufgestockt, Eislaufen wird teurer

Die Förderung des Vereinssports in Dresden soll vereinfacht, das Ehrenamt gestärkt und Vereine mit einem hohen Anteil Sporttreibender im Alter von 50 plus begünstigt werden – unter diesen Prämissen stehen die neue Sportförderrichtlinie und die neue Sportstättengebührensatzung der Landeshauptstadt.

Eislaufen in Dresden wird teurer.

Quelle: dpa

Dresden. Die Förderung des Vereinssports in Dresden soll vereinfacht, das Ehrenamt gestärkt und Vereine mit einem hohen Anteil Sporttreibender im Alter von 50 plus begünstigt werden – unter diesen Prämissen stehen die neue Sportförderrichtlinie und die neue Sportstättengebührensatzung der Landeshauptstadt. Am Mittwoch stellte Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) die neuen Regelungen gemeinsam mit Ralf Gabriel, dem Leiter des Eigenbetriebes Sportstätten, im Rathaus vor. Nach ihren Vorstellungen sollen die neuen Bestimmungen ab dem 1. Juli treten. Ihr Entwurf bringt aber nicht nur Vorteile, sondern auch höhere Gebühren und Entgelte für die Nutzung städtischer Sportanlagen durch Vereinsmitglieder und Privatpersonen mit sich.

Notwendig wurden die Neuregelungen durch die Gründung der Dresdner Bäder GmbH 2013, den Umsatzsteueranwendungserlass aus dem gleichen Jahr, eine seit zehn Jahren ausgebliebene Anpassung der Gebühren und Entgelte sowie durch einen Auftrag des Stadtrates.

Die neue Richtlinie, die die direkte Sportförderung regelt, soll unter anderem eine Steuerersparnis von 450.000 Euro im Jahr bringen. Unterlagen die bisherigen Zuschüsse zur Sportförderung und der von den Vereinen an den Eigenbetrieb zu entrichtende Eigenanteil komplett der Umsatzsteuerpflicht, so fällt er künftig nur noch auf die ermäßigten Gebühren seitens der Vereine an. Das Loch im Etat des Eigenbetriebes gleicht die Stadt aus, ohne das auf den Verlustausgleich Umsatzsteuer anfällt. Eine frohe Botschaft – nur nicht für den Bundesfinanzminister: „Die Vereine freuen sich, Schäuble nicht, aber er wird damit leben können“, sagte Lames.

Von der neuen Förderrichtlinie sollen vor allem Vereine mit einer hohen Mitgliederzahl aus der Altersgruppe 50 plus profitieren. Konnten bisher vor allem Vereine mit vielen Kindern und Jugendlichen höhere Förderung beantragen, so können dies nun auch Vereine tun, die anstatt vieler Jugendlicher viele Seniorensportler in ihren Reihen haben. „Damit tragen wir den Veränderungen, die wir in der Gesellschaft haben, Rechnung“, begründete Lames die Neuerung. Die neuen Tarifgruppen brächten mehr Vereine in den Genuss höherer Ermäßigungen, versicherte der Sportbürgermeister. Etwa 100 der 400 Vereine könnten davon profitieren. In der Summe werde die Sportförderung höher ausfallen: „Wir nehmen etwa 500.000 Euro jährlich mehr in die Hand“, so Lames. Für 2017 seien 4,4 Millionen Euro an direkter Sportförderung vorgesehen, samt indirekter sind es 12 Millionen.

Dass zugleich die Gebühren und Entgelte angehoben wurden, verteidigte Gabriel mit der lange aufgeschobenen Anpassung. Seit der letzten Erhöhung vor zehn Jahren „sind beispielsweise die Energiekosten explodiert“. Die Anhebung beschrieb er als „maßvoll“, allerdings seien die Anpassungen im Bereich Eissport schmerzhafter, denn dort entfallen zusätzliche Zuschüsse für die Eiszeitennutzung, die acht Eissportvereine werden anderen Sportvereinen gleichgestellt. Mit den nun anfallenden höheren Gebühren bzw. Entgelten liege man im Bereich Eishallennutzung aber im überregionalen Vergleich noch immer am untersten Rand, versicherte Gabriel. Nur unterm Hallendach von Jonsdorf sei Eislaufen bundesweit noch preiswerter als in der Energieverbund-Arena. Für das öffentliche Eislaufen in Dresden heißt das konkret, dass eine Einzelkarte für zwei Stunden statt 3,50 Euro künftig 4,50 Euro, die Zehnerkarte statt 31,50 Euro nun 40,50 Euro kosten wird.

Neu im Förderkatalog ist eine Ehrenamtspauschale, mit der die Vereine bei der Bewältigung ihrer Verwaltungsaufgaben entlastet werden sollen. Außerdem will der Eigenbetrieb auf Wunsch Vereinen die Projektsteuerung bei Bauvorhaben anbieten: „Da wollen wir selber wieder Verantwortung übernehmen“, strich Gabriel heraus. Leichter möglich soll auch die Gewährung von Stipendien an Spitzenathleten werden, von denen es bislang zwei für die Top-Kanuten Steffi Kriegerstein und Tom Liebscher gibt. In der alten Sportförderrichtlinie waren sie gar nicht vorgesehen. Künftig können jetzt insgesamt bis zu fünf Stipendien zu je 12.000 Euro aufgelegt werden. Zugeteilt werden sie dem Konzept nach durch eine Jury.

Kritisch sehen den Entwurf die Grünen und der Stadtsportbund. Die Grünen fürchten Nachteile für den Schwimmsport, weil die Vergabe der Hallennutzungszeiten und die Förderung der Vereine an die Bäder GmbH übertragen werden sollen. Dem sportpolitischen Sprecher Torsten Schulze geht auch die Förderung von Migranten nicht weit genug: „Andere Städte machen in dem Bereich deutlich mehr.“ Der Stadtsportbund sieht auch noch Diskussionsbedarf, denn sein seit 2011 erfolgreiches Projekt im Bereich Kinder- und Jugendsport, mit dem der SSB Trainermischfinanzierungen, Veranstaltungen und Übungsleiterausbildung bei den Vereinen flexibel unterstützen konnte, sei kein Bestandteil der neuen Richtlinie. Auch die Abschaffung der Förderung des Rehabilitationssports wolle man nicht hinnehmen.

Von Jochen Leimert

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