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Sieben Gründe für den Titans-Abstieg

Basketball Sieben Gründe für den Titans-Abstieg

Es sollte der Schritt in eine hoffnungsvolle Zukunft werden, doch am Ende wurde es ein Reinfall – das Abenteuer Pro A ging für die Dresden Titans gründlich in die Hose. Nur zwei Siege in 26 bisher absolvierten Spielen sind kein Ruhmesblatt – zuviel ging für den Neuling in seiner Premierensaison daneben. Wir nennen sieben Gründe dafür.

Ricky Alonzo Price, Helge Baues, Joseph Bertrand und Sebastian Heck (v.l.n.r.) sind enttäuscht.

Quelle: soccerfoto

Dresden. Es hat sich lange abgezeichnet, seit der 73:85-Heimniederlage am vergangenen Sonntag gegen Baunach steht es auch rechnerisch fest: Die Dresden Titans müssen nach nur einem Jahr in der 2. Basketball-Bundesliga Pro A den bitteren Gang zurück in die Pro B antreten. Der Aufsteiger tanzte nur eine Saison in der zweithöchsten Spielklasse, weil von Anfang an eine Menge schief lief. Im Folgenden seien hier noch einmal die wichtigsten Gründe für das Scheitern genannt.

Transferflops

Der deutlich höhere finanzielle Aufwand in der Pro A ließ keine großen Sprünge zu. Stars konnten nicht verpflichtet werden, dennoch hatte die Spielbetriebs GmbH auch mit ihren preiswerteren Neuverpflichtungen wenig Glück. Nur Helge Baues und Ricky Alonzo Price Jr. konnten über einen längeren Zeitraum überzeugen. Jervon Pressley und Jussuf El Domiaty blieben – auch aufgrund von Verletzungen – klar unter den Erwartungen. Der von Beginn an als Ergänzungsspieler gedachte Sebastian Heck durfte nur wenig ran und trat dann auch kaum in Erscheinung. Die später nachverpflichteten Akteure Joseph Bertrand, Jeremy Dunbar und Marqueze Coleman sowie die Kurzzeit-Aushilfe Tafari Toney konnten das Ruder auch nicht herumreißen. Vor allem von einem aus der Bundesliga gekommenen Spieler wie dem Guard-Forward Dunbar hatte man sich mehr versprochen. Coleman zeigte große Anpassungsprobleme an die europäische Spielweise, verletzte sich schnell wie auch Bertrand.

Verletzungspech

Besonders der lange Ausfall von Center Pressley schmerzte. Der von Aufstiegstrainer Steven Clauss noch als kommender Publikumsliebling und Showman angekündigte US-Amerikaner fehlte wegen eines lädierten Knöchels fast die gesamte Hinrunde und konnte unterm Korb nicht ersetzt werden. Auch El Domiaty kam wegen kleinerer Handicaps nicht in Schwung. Bertrand brach sich schon im ersten Training einen Zeh, Coleman quälte sich mit einem angeknacksten Schultergelenk, bis es nicht mehr ging. Obendrein erwischte es Center David Sturner, der zuletzt wegen einer Augenverletzung nicht spielen konnte.

Abwehrschwäche

Offensiv konnten die Dresdner mithalten – nur fünf Teams, allesamt aus der oberen Tabellenhälfte, haben mehr Punkte erzielt. Doch was nutzt das, wenn es hinten lichterloh brennt? Die 2341 gegen die Dresdner erzielten Punkte sind der mit Abstand schlechteste Wert aller 16 Zweitligisten. Der Vorletzte aus Essen hat schon ganze 209 Punkte weniger kassiert. Mit so einer Quote kann man die Klasse nicht halten. Keinem Team gelangen weniger Steals als den Dresdnern, bei den Fouls waren immerhin vier Mannschaften noch ungeschickter.

Auswärtsfluch

In fremden Hallen war für die Mannschaft nix zu holen. Die Dresdner waren überall gern gesehen – als Punktelieferanten.

Heimkomplex

Siege in der Margon-Arena waren Mangelware. Lediglich zwei Erfolge gegen Trier (91:83) und Hamburg (86:54) konnten die erstaunlich treuen Fans bejubeln. Da war Leidensfähigkeit gefragt. Erstaunlich, dass im Schnitt 1439 kamen – Platz acht im Ligavergleich.

Trainerwechsel verpufft

Als der erfahrene, aber in der Pro A glücklose Deutsch-Amerikaner Steven Clauss nach nur einem Sieg im Dezember beurlaubt wurde, erhoffte sich die Geschäftsführung vom jungen Australier Liam Flynn einen neuen Schub. Geschwächt wurde seine Position aber gleich am Anfang durch Probleme mit seiner Arbeitserlaubnis. Erst mit Verzögerung konnte er in die Vollen gehen. Vor allem mehr Stabilität in der Verteidigung wollte der in Europa erstmals als Chetrainer ins Amt berufene Flynn erzielen, doch das Unterfangen glückte nur bedingt. In der Mannschaft tat sich zudem noch schneller ein Riss auf. Der schwächelnde Shooting Guard Daniel Krause wurde im Winter ausgeliehen, Max von der Wippel und Marc Nagora beachtete Flynn kaum noch. Den unzufriedenen Topscorer Randal Holt und den zunehmend lustlosen Center Jervon Pressley ließ man ziehen.

Leader fehlt

Kapitän Walter Simon ist ein Vorbild an Einsatzwillen, doch zu introvertiert. Seine Leistungen schwankten obendrein – so konnte er nicht der Führungsspieler sein, den man braucht. Einen echten Leitwolf, der mal eine Fackel werfen kann, gab und gibt es im Team nicht. Ein großes Manko.

Von Jochen Leimert

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