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Rödertalbienen schaffen den Aufstieg, doch der Verein macht einen Rückzieher

Handball Rödertalbienen schaffen den Aufstieg, doch der Verein macht einen Rückzieher

Die Großröhrsdorferinnen qualifizieren sich sportlich für das deutsche Handball-Oberhaus. Allerdings haben sie die Rechnung ohne ihre Vereinsoberen gemacht.

Die Handballerinnen von Zweitligist HC Rödertal feierten ihren sportlichen Aufstieg, doch in der Bundesliga treten sie kommende Saison nicht an.

Quelle: Steffen Manig

Dresden. Tragisch und auch ein wenig peinlich: Die Zweitliga-Handballerinnen des HC Rödertal haben am letzten Spieltag mit einem 28:25-Sieg (16:10) über die HSG Kleenheim Platz drei und damit den sportlichen Aufstieg erkämpft. Am Sonnabend erhielt der HCR auch die beantragte Erstliga-Lizenz, doch der Verein macht einen Rückzieher. Präsident Andreas Zschiedrich, der gegenüber DNN das Szenario vorm Spiel angedeutet hatte: „Nein, wir werden den Aufstieg nicht wahrnehmen. Für die erste Liga brauchten wir 200 000 Euro mehr als in dieser Saison. Wirtschaftlich ist das derzeit nicht machbar, die finanziellen Risiken können wir nicht eingehen.“

Warum wurde dann der Lizenzantrag für das Oberhaus im März überhaupt eingereicht? Schließlich stand schon zu diesem Zeitpunkt zumindest der Abgang von Erfolgstrainer Karsten Moos und mindestens zwei Leistungsträgerinnen fest. Auch Manager Thomas Klein hatte sich wegen unterschiedlicher Ansichten zur Strategie (z. B. Umzug nach Dresden) verabschiedet. Zschiedrich meint dazu: „Da war noch nicht klar, dass noch weitere Spielerinnen gehen und wir neue holen müssen, was uns deutlich mehr kosten würde. Insgesamt haben wir wohl nicht so tiefgründig darüber nachgedacht.“ Er verweist noch einmal darauf, dass der Aufstieg ohnehin erst 2018 eingeplant war. Daran wolle man auch festhalten.

Dass die Handball-Liga den potentiellen Erstliga-Kandidaten zum Aufstieg zwingen könnte, sieht der HCR-Präsident nicht, denn bei der Lizenzerteilung hat sich für ihn ein „Hintertürchen“ aufgetan: „Wir haben zwar die Lizenz erhalten, aber mit der Auflage, bis zum 24. Mai die noch fehlende Bürgschaft in Höhe von 20 000 Euro zu erbringen. Wenn wir die nicht vorlegen, gehe ich davon aus, dass wir nicht bestraft werden. Jedenfalls werden die nächsten drei, vier Wochen spannend“, glaubt Zschiedrich.

Eigentlich schade, dass dadurch die grandiose Leistung der Mannschaft und ihrem Trainer Karsten Moos fast untergeht. Schließlich erreichte das Team in der vierten Zweitliga-Saison mit Rang drei das bislang beste Resultat. Mehrere Wochen lang lagen die Rödertalbienen sogar auf Platz zwei. „Die Mädels haben das einfach hervorragend gelöst. Wir sind am Ende um zwei Plätze besser als in der Vorsaison. Natürlich trauert man ein wenig der kleinen Schwächephase zu Jahresbeginn nach, aber insgesamt bin ich sportlich stolz auf die Mannschaft“, betont der scheidende Trainer, der von seinen Schützlingen emotional verabschiedet wurde. Der 34-Jährige will mit seiner Frau vorerst weiter in der Region bleiben. „Im Handball mache ich erst mal gar nichts“, sagt Moos, dem viele Angebote vorlagen. „Es müsste schon alles passen“, meint er. Verabschiedet wurden zudem die Spielerinnen Lisa-Marie Preis, Isa-Sophia Rösike, Anna Frankova, Anna-Maria Spielvogel (alle nach Bad Wildungen) und Vivien Jäger (nach Nellingen), die in die 1. Bundesliga wechseln.

Wie die Abgänger der Leistungsträgerinnen kompensiert werden, dürfte ebenfalls spannend werden. Der neue Coach Karsten Knöfler wurde am Sonnabend erstmals der Mannschaft vorgestellt.

Von Astrid Hofmann

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