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Präsidentenschelte für die Rödertalbienen

Handball Präsidentenschelte für die Rödertalbienen

Die Handball-Frauen des HC Rödertal haben sich mit drei Niederlagen in den letzten vier Spielen aus den Top-Drei der 2. Bundesliga verabschiedet. Derzeit rangieren die Großröhrsdorferinnen auf dem fünften Tabellenplatz. Die Chancen, bereits in dieser Saison den Aufstieg zu schaffen, haben sich damit deutlich verschlechtert.

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Präsident Andreas Zschiedrich (r.) ging mit den Rödertalbienen hart ins Gericht. Den Vorwurf, die Spielerinnen seien zu wenig auf die Partie gegen Rosengarten fokussiert gewesen, konnte Trainer Karsten Moos (l.) so nicht bestätigen.

Quelle: imago

Dresden. Die Handball-Frauen des HC Rödertal haben sich mit drei Niederlagen in den letzten vier Spielen aus den Top-Drei der 2. Bundesliga verabschiedet. Derzeit rangieren die Großröhrsdorferinnen auf dem fünften Tabellenplatz. Die Chancen, bereits in dieser Saison den Aufstieg zu schaffen, haben sich damit deutlich verschlechtert. Allerdings – das sollte nicht vergessen werden – war das in dieser Spielzeit auch nicht das Ziel. Der damalige Manager und Geschäftsführer Thomas Klein hatte vorm Saisonstart erklärt: „Wir möchten mit unserem noch recht jungen Kader im oberen Drittel mitspielen und die Leistungen des Vorjahres bestätigen. Alles andere wäre vermessen.“ In der vergangenen Spielzeit waren die Rödertalbienen auf Platz fünf eingekommen. Erst in der nächsten und damit fünften Zweitliga-Saison sollte der Erstliga-Aufstieg in Angriff genommen werden.

Umso mehr überrascht, wie hart HCR-Präsident Andreas Zschiedrich in seinem Spielbericht (nachzulesen auf der Website des Vereins) mit dem Team nach der 23:29-Niederlage am Wochenende in Rosengarten ins Gericht geht. So ist nicht nur von „desolater Leistung“ und „kollektivem Blackout“ die Rede, sondern der Präsident befindet, dass die Mannschaft ohne die verletzte Jurgita Markeviciute (Meniskus) „bestenfalls guter Durchschnitt“ sei. Der Bericht schließt mit dem folgenden Seitenhieb: „Die Spielerinnen sollten sich mit dem Spiel und nicht mit ihren Angeboten beschäftigen.“

Auf Nachfrage erläutert Andreas Zschiedrich: „Es gibt genügend Spielerinnen, die von Erstligisten umworben werden. Ich denke, dass einige nicht bei der Sache sind.“ Heißt, die „durchschnittlichen“ Spielerinnen sollen Angebote aus der höchsten deutschen Spielklasse haben? „Ja“, so der Präsident, „der zweite Platz, den wir zuletzt belegt haben, weckte Begehrlichkeiten.“ Er bestätigt, dass vier Spielerinnen von einer entsprechenden Ausstiegsklausel in ihrem Vertrag Gebrauch machen und in die erste Liga wechseln wollen. Dabei soll es sich unter anderen um Linkshänderin Lisa-Marie Preis und Allrounderin Anna-Maria Spielvogel handeln.

Spielvogel gehörte aber nach Einschätzung des Präsidenten in Rosengarten zu den Ausnahmen, die „Normalform erreichten“. Den Vorwurf, dass sich die Spielerinnen nicht auf das Spiel konzentrieren, kann Trainer Karsten Moos jedenfalls so nicht bestätigen: „Ich hatte vor der Partie das Gefühl, dass nach einiger Unruhe alle wieder konzentriert zur Sache gehen. Und man darf nicht vergessen, dass wir schon das Hinspiel gegen Rosengarten verloren haben und der Gegner auch diesmal ein ganz starkes Spiel ablieferte.“

Unruhe war aber tatsächlich entstanden, nachdem Anfang Januar erst Manager und Geschäftsführer Thomas Klein das Handtuch warf und wenig später auch Karsten Moos seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängerte. Sie waren die entscheidenden Köpfe im „Projekt Erstliga-Aufstieg“, konnten auch wichtige Leistungsträgerinnen im Sommer damit begeistern und zu den Bienen locken. Ihr Ausstieg hinterließ Spuren im Team. Auch Andreas Zschiedrich gibt zu: „Es gibt schon Spielerinnen, die sind nur wegen dem Trainer gekommen, darunter auch Anna-Maria Spielvogel.“

Wie geht es also weiter im Rödertal? Zschiedrich, der Moos nach wie vor „hervorragende Arbeit“ bescheinigt, verrät: „Wir haben einen neuen Trainer und auch einen Co-Trainer gefunden und werden sie im Rahmen einer Podiumsdiskussion am 17. März präsentieren.“ Wie die Mannschaft die Schelte des Präsidenten wegsteckt, wird sich zeigen. Dabei wird die Heimaufgabe gegen Mainz/Budenheim am Sonnabend keinesfalls leichter – auch gegen die Rheinhessinnen hatten die Bienen das Hinspiel verloren.

Von Astrid Hofmann

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